St. Wendel: Vorstellung des Kreisreports der Arbeitskammer

Im Vorfeld zu Kommunalwahlen stellt die Arbeitskammer des Saarlandes immer einen Kreisreport vor. Dabei schaut die Arbeitskammer auf verschiedene Aspekte, die das Leben der Menschen im Landkreis betreffen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei in diesem Jahr auf den öffentlichen Personennahverkehr gelegt. 

„Der Landkreis steht sehr gut im Vergleich da, aber wir dürfen nicht aufhören uns stetig zu verbessern“, eröffnet Landrat Udo Recktenwald die Veranstaltung, bei der Interessierte über die Ergebnisse der Arbeitskammer diskutieren konnten. 

Bei den Ergebnissen kam zum Beispiel heraus, dass 57% der Nutzer, die täglich oder fast täglich den ÖPNV nutzen mit dem Nahverkehrsangebot insgesamt sehr zufrieden bis noch zufrieden sind. Dies löste bei den Anwesenden eine größere Diskussion aus, da diese die Zufriedenheit nicht teilen konnten, da Vielerorts das Nahverkehrsangebot noch stark ausbaufähig ist. Jedoch merkt der Landrat hierzu an, dass sein sehr engagiertes ÖPNV-Team immer froh darüber ist, von Problemen zu erfahren und versucht diese zu beheben. Allerdings wird das ÖPNV-Angebot meist verlangt, letztendlich jedoch nicht genutzt, sodass keine ökologische und ökonomische Vertretbarkeit verschiedener Linien entsteht. Hier arbeitet das Team an innovativen Lösungen, um Mobilität zu gewährleisten. 

Im Bereich der Kinder-Betreuungsmöglichkeiten hat der Landkreis im Durchschnitt die Nase vorn. Derzeit gibt es im Kreis St. Wendel 38 Kindertageseinrichtungen. Entsprechend der landesweit geringsten Kinderzahl ist dies zwar die „kleinste“ Kita-Landschaft, die jedoch die landesweit höchste Versorgungsquote an Betreuungsangeboten aufweist.

Auch im Bereich der Beschäftigung steht der Landkreis weit vorne. So ist er zwar der ländlichste Landkreis mit wenigen großen Unternehmen, jedoch sorgen viele kleine und mittelständige Unternehmen für eine krisensichere Beschäftigung. Hier lässt sich jedoch der Fachkräftmangel ganz besonders spüren, da es sich auch um viele Handwerksbetriebe handelt. Mit 3,0 Prozent verzeichnet der Landkreis die niedrigste Arbeitslosenquote im Saarland, auch eine besonders niedrige Jugendarbeitslosigkeit und ein vergleichsweise niedriger Anteil Arbeitsloser ohne Berufsabschluss zeigen, dass im Landkreis viel getan wird. Hierbei ist das Jobcenter ganz besonders wichtig, dass vor allem im Bereich der Wiedereingliederung und der Jugendarbeitshilfe sehr engagiert arbeitet.

Besonders durch den Bostalsee und den damit entstandenen Tourismus konnte der Landkreis trotz seiner ländlich geprägten Arbeitslage viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Doch trotz viel Lob der Arbeitskammer mahnt Landrat Udo Recktenwald, dass die Politik jetzt dafür sorgen muss, dass nicht nur im Moment vieles gut läuft, sondern auch in Zukunft gut bleibt. 

Dabei hat er vor allem die Chancen der Digitalisierung im Blick, die jetzt schon bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft angegangen werden. Jedoch gibt Hans-Josef Scholl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auch zu bedenken, dass der Standort in St. Wendel für große IT-Konzerne auch in Zukunft eher nicht attraktiv wird, da die Entfernung zu einer Universität zu groß ist, sodass es an Know-How im Kreis fehlt. So ist es besser, zunächst sinnvolle Möglichkeiten der Nutzung der Digitialisierung in den bestehenden Unternehmen zu etablieren, da der Traum von einem zweiten Silicon Valley in St. Wendel noch in weiter Ferne ist. 

„Es gibt noch viel zu tun für die Zukunft“ lautet also der Arbeitsauftrag von Udo Recktenwald an alle, die im Landkreis St. Wendel etwas bewegen wollen. 

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