Natur- und Artenschutz

Vereine im St. Wendeler Land: NatureLAB St. Wendel e.V.

Was mit einer kleinen privaten Initiative an St. Wendeler Bürgerinnen und Bürger begann, nennt sich seit März diesen Jahres offiziell NatureLAB St. Wendel e.V.. Der gemeinnützige Verein hat sich das Ziel gesetzt als „Freilandlabor artenreiche Kulturlandschaft“ die Natur- und Artenvielfalt in der Region Panoramaweg St. Wendel und dem Ostertal zu schützen und den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen.

Die rückläufige Artenvielfalt im Bereich des Panoramawegs in St. Wendel habe Mitglieder des Rotary Club St. Wendel, „Freunde aus der Nachbarschaft“ und interessierte St. Wendelerinnen und St. Wendeler Sorgen bereitet, erklärt Michael Finkler, erster Vorsitzender des Vereins: „Hier hat kaum noch etwas geblüht, die Insekten und Vögel waren fast verschwunden. Diese Fläche ist die zweitgrößte intensiv landwirtschaftlich genutzte Fläche im Saarland. Diese Bearbeitung und Monokulturen haben die Böden und die Biodiversität zerstört“, erzählt er und beschreibt dies als Motivation für die Gründung des Vereins. Man habe sich zusammengetan und das Ziel gesetzt, diesem negativen Trend entgegenzuwirken.

Das Einsatzgebiet

Das Einsatzgebiet reicht dabei vom Panoramaweg/Kniebrecher in St. Wendel über die Osteraue zwischen Niederkirchen und Dörrenbach und Forstflächen bei Werschweiler und Leitersweiler bis hin in die Seitentäler des Tiefenbach- und Lautenbachtals. In diesen Gebieten wird sowohl Natur- als auch Artenschutz betrieben.

Der gemeinnützige Verein besteht zwar erst seit ein paar Monaten, hat aber bereits im letzten Jahr mit seiner Baumpflanzaktion am Panoramaweg/Kniebrecher einen Eindruck hinterlassen. 50 heimische Obstbäume wurden mithilfe von Privatspenden für Baumpatenschaften und Spendengeldern des Rotary Clubs St. Wendel entlang des Weges gepflanzt. Die Baumpaten konnten sehr schnell gefunden werden, was auf das hohe Interesse und Identifikation der St. Wendelerinnen und St. Wendeler hindeute, betont die stellvertretende Vorsitzende Dr. Susanne Hartard.

Ein wichtiger Eckpunkt des Vereins ist demnach der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität in den Gebieten soll nicht in Eigenregie geschehen, sondern die Bürgerinnen und Bürger sollen für die Themen sensibilisiert und mit in die Planung und Umsetzung von Projekten und Aktionen einbezogen werden. Ein aktives Mitgestalten und der ständige Austausch aller Mitglieder und Interessierten ist hierfür ein wichtiges Element.

Entlang des Panoramawegs hat der Verein zehn Hektar Land – das entspricht etwa 20 Fußballfeldern – von den ansässigen Landwirten zur Verfügung gestellt bekommen. NatureLAB entschädigt die Landwirte für die Flächen mithilfe von Spendengeldern und kann im Gegenzug Blühwiesen gemeinsam mit dem Naturschutzbeauftragten der Stadt St. Wendel, Peter Volz, wurde hierfür ein spezielles Regio-Saatgut gewählt und für die nächsten fünf Jahre angesät.



„Peter Volz ist uns eine große Unterstützung“, betont Finkler. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landkreis St. Wendel, KuLaNi (KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land) und dem Umweltamt funktioniere ausgesprochen gut. Die Kooperation mit den Landwirten, darunter unter anderem der Wendelinushof und der Billerborner Hof, sei positiv geprägt. Eine gute Kommunikation mit allen Parteien sei eine wichtige Grundlage für das Erreichen der gesetzten Ziele.

In den Gebieten abseits des Panoramawegs soll sich in Zukunft vor allem auf den Tierschutz konzentriert werden. Dabei stehen unter anderem die Störche, Forellen, Biber und Wildkatzen auf der Prioritätenliste. In Zusammenarbeit mit dem BNO (Bund Naturschutz Ostertal) sind hierfür Projekte und Aktionen für die nähere Zukunft geplant.

„Man muss groß denken, um etwas Ordentliches daraus zu machen“

Der Verein hat große Zukunftspläne, wie Vorsitzender Michael Finkler erzählt: „Schön wäre, sich als Plattform für Natur- und Artenschutz in St. Wendel zu etablieren“. Die Region um den Panoramaweg/Kniebrecher in St. Wendel und die Gebiete im Ostertal sollen die „Homebase“ des Vereins sein, wenn in Zukunft weitere Aktionen dazukommen deren Planung bereits in vollem Gange ist. Eine Academy, Infoveranstaltungen rund um die Themen Natur- und Artenschutz, die Beteiligung an Forschungsprojekten des Umwelt Campus Birkenfeld und Kooperationen mit Schulen stehen unter anderem auf dem Plan. Der Verein möchte helfen, die Menschen an diese wichtigen Themen heranzuführen, die Informationen zugänglich zur Verfügung zu stellen und das Mitmachen so einfach wie möglich gestalten.

In Zusammenarbeit mit dem Umwelt Campus Birkenfeld sind Forschungsprojekte in Planung, um in Zukunft Studierende miteinzubeziehen. Auch Schülerinnen und Schüler der St. Wendeler Schulen stehen mit dem Verein in Kontakt, um gemeinsame Aktionen in die Wege zu leiten. Bereits im letzten Jahr wurde im Rahmen einer Apfelsaftaktion, bei der Schülerinnen und Schüler selbst keltern konnten, mit einer Schule kooperiert. Die Digitalisierung soll dabei auch berücksichtigt werden. „Heutzutage gibt es ein großes Feld an digitalen Angeboten zum Thema Naturschutz, von denen vor allem die jüngere Generation profitieren kann“. Diese könnten in Verbindung mit Ausflügen, Projektwochen oder anderen Aktionen eingesetzt werden, so Finkler.

„Hier kann echt etwas Schönes daraus werden“ schwärmt der Vorsitzende. Er erklärt, das Konzept könne auch Gleichgesinnten in anderen Regionen zur Verfügung gestellt werden, die ähnliche Vorhaben umsetzen möchten.

Der noch sehr kleine und junge Verein hat sich große Ziele gesetzt und hofft auf tatkräftige Unterstützung durch neue Mitglieder. Sowohl finanzielle als auch „hands-on“-Mithilfe wird gerne gesehen.

Weitere Informationen zu NatureLAB St. Wendel e.V. finden Sie hier. Zudem können Sie den Verein auch direkt mit einer Spende unterstützen:

Kreissparkasse St. Wendel
IBAN: DE06 5925 1020 0120 4783 59
BIC: SALADE51WND

Mehr dazu:

Mehr als 33 000 Quadratmeter neue Blühflächen in St. Wendel – St. Wendeler Land Nachrichten (wndn.de)

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