Trendwende auf dem saarländischen Immobilienmarkt: Preise fallen, Mieten steigen

Der Immobilienmarkt im Saarland erlebt derzeit eine markante Trendwende. Laut dem aktuellen Preisspiegel 2024 des Immobilienverbands Deutschland (IVD) West sind die Kaufpreise für selbstgenutzte Wohnimmobilien in den letzten zwölf Monaten flächendeckend gesunken. Besonders betroffen sind Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, während die Wohnungsmieten im Durchschnitt leicht angestiegen sind.

Der Höchststand der Bauzinsen im vergangenen Oktober sowie die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz und geopolitische Unsicherheiten haben zu einer starken Zurückhaltung der Verbraucher geführt. „Bei potentiellen Käufern von selbstgenutztem Wohneigentum war und ist weiterhin eine große Verunsicherung zu spüren,“ erklärt Burkhard Blandfort, Vorsitzender des IVD West und Immobilienunternehmer aus Saarlouis.

Einbruch im Neubaubereich

Der Neubaubereich, der aufgrund der stark gestiegenen Materialkosten nahezu zum Stillstand gekommen war, zeigt nur langsam wieder Anzeichen von Erholung. Dies hat den Preisverfall für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen verstärkt. Der IVD fordert staatliche Maßnahmen wie die Absenkung der Grunderwerbsteuer und Förderprogramme für den Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums, um den Markt zu beleben.

Aktuelle Kaufpreise

In den saarländischen Städten variieren die Preise erheblich. Die teuersten Städte für freistehende Eigenheime bleiben Saarbrücken, Saarlouis und Perl mit Kaufwerten zwischen 420.000 und 520.000 Euro. In Homburg liegt der Preis für vergleichbare Immobilien bei etwa 280.000 Euro, während Bexbach, Ottweiler und Wadern Preise unter 200.000 Euro verzeichnen. Die höchsten Preise für Luxusimmobilien finden sich in Saarbrücken und Saarlouis mit Werten über 1,1 Millionen Euro.

Eigentumswohnungen in Saarbrücken und Saarlouis kosten im Bestandssegment zwischen 2.700 und 3.000 Euro pro Quadratmeter, während Neubauten in Perl über 4.300 Euro pro Quadratmeter erreichen. Einfache Altbauwohnungen in Orten wie Wadern, Merzig oder Ottweiler liegen bei lediglich 500 bis 700 Euro pro Quadratmeter, oft aufgrund notwendiger Sanierungsmaßnahmen.

Steigende Wohnungsmieten

Die Wohnungsmieten im Saarland sind im Durchschnitt leicht gestiegen. Während Heusweiler und Dillingen kaum Veränderungen verzeichneten, stiegen die Mieten in Neunkirchen und St. Ingbert um 6 bis 10 Prozent. Saarbrücken und Saarlouis sahen moderate Anstiege von 2 bis 3 Prozent. Mieten für Bestandswohnungen im mittleren Wohnwert liegen zwischen 6,30 Euro (Heusweiler) und 9,00 Euro (Saarbrücken) pro Quadratmeter, während Neubauwohnungen zwischen 6,40 und 10,50 Euro pro Quadratmeter kosten.

Eine besonders günstige Miete von 5,00 Euro pro Quadratmeter wurde in Bexbach verzeichnet, während Perl mit 16,00 Euro pro Quadratmeter für Neubauten im sehr guten Wohnwert den Spitzenwert darstellt.

„Die Unsicherheiten und hohen Sanierungskosten schrecken viele Käufer ab, was den Markt zusätzlich belastet,“ fasst Ulrich Lorscheider, Vorstandsmitglied des IVD West, die aktuelle Situation zusammen. Der IVD erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine Stabilisierung der Preise und ruft zu weiteren staatlichen Maßnahmen zur Belebung des Marktes auf.

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