Tholey: Eintauchen in die Welt der alten Römer – Grabungsfest am 7. Juli

Tholey. In die Welt der alten Römer werden Gäste des traditionellen Grabungsfestes in der gallo-römischen Ausgrabungsstätte Wareswald bei Tholey entführt, zu dem die Terrex gGmbH und die Gemeinde Tholey am Sonntag, 7. Juli, bereits zum 19. Mal einladen.

Von 10 bis 18 Uhr können die Gäste an diesem Tag Römern beim Schmieden von Waffen, Herstellen von Schmuckstücken und vielen anderen Handwerken zusehen und sich ein Bild verschaffen vom Alltag der römischen Soldaten. 

Die 22. Legion schlägt nämlich im Wareswald ihr Lager auf. Dabei wird nicht nur exerziert, sondern im Lagerdorf werden auch vielfältige Handwerke gezeigt, die die Soldaten ebenfalls beherrschen mussten. Die Frauen des Lagers haben Parfüme und Salben dabei, die man auch ausprobieren kann. Dazu werden römische Speisen gereicht. Auch die Kelten schlagen ihre Stände auf und bearbeiten Holz und Eisen und gießen Bronze zu Schmuckstücken. Ein Glashändler bietet seine kostbaren Gefäße feil und erklärt die Kunst des Glasmachens. Ebenso wird römischer Glasschmuck vor Ort hergestellt. Kinder und auch Erwachsene können mit Ton vielfältige Formen kreieren, römische Spiele spielen, an der Schnuppergrabung teilnehmen und Stockbrot backen. Eine römische Kutsche ist wieder unterwegs und wer mag, kann an Führungen durch das Grabungsgelände teilnehmen. Neben den römischen Spezialitäten gibt es natürlich auch allerlei vom Grill sowie Kaffee und Kuchen. Der Tholeyer Bürgermeister Hermann Josef Schmidt spricht um 11 Uhr ein Grußwort.

Hintergrund:

Am Kreuzungspunkt der zu römischer Zeit überregional bedeutsamen Straßen zwischen Metz und Mainz einerseits und Straßburg und Trier andererseits entstand im ersten Jahrhundert n. Chr. der Vicus im Wareswald, gelegen am Fuße des Schaumbergs zwischen den heutigen Gemeinden Marpingen, Oberthal und Tholey. Viele Menschen – Reisende und Händler – benutzten die zumeist vom Militär angelegten Wege. Die dadurch hervorgerufene Nachfrage nach Unterkunft und Verpflegung, aber auch nach Gütern des täglichen Bedarfs veranlasste Händler und Handwerker sich an der Stelle des heutigen Wareswaldes niederzulassen. Es setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der die Siedlung zu einer stattlichen Größe von mehreren Hektar besiedelter Fläche wachsen ließ. Um das Jahr 400 wurde der Vicus verlassen. Der Platz ist seither nicht mehr besiedelt, wird aber von der Terrex gGmbH wissenschaftlich erforscht. 

Zu Erreichen ist die Grabungsstätte über die Zufahrt an der L135 zwischen Theley und Tholey.

Foto: Anton Didas

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