„Jeder gibt was er kann“

St. Wendeler Tafel: „Wir wollen einen Aufnahmestopp vermeiden“

Krieg, Inflation, Energiekrise, wir alle sind von den Folgen der Krisen betroffen, so liegt es nahe, dass auch die Tafel des Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V. in St. Wendel derzeit zu kämpfen hat, um beispielsweise einen Aufnahmestopp in Zeiten, in denen die Nachfrage dort steigt, zu verhindern. Die größte Herausforderung liegt derzeit darin, die Infrastruktur und Logistik am Laufen zu halten, um die Menschen, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind, weiter versorgen zu können. Hierfür ist sie insbesondere auf Geldspenden angewiesen.

Im wndn-Interview am Montag, 24.10.22, erklären der Diplom-Sozialpädagoge und Fachdienstleiter Thomas Mörsdorf sowie der stellvertretende Caritasdirektor Dirk Schmitt welche Aufgaben die St. Wendeler Tafel übernimmt, wie ein Einkauf abläuft und wie es aktuell um die Tafel steht. All das erfahrt ihr im Video:

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Die aktuelle Situation

Mit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine sind auch zahlreiche Frauen und Kinder ins Saarland geflüchtet. Die Nachfrage bei der Tafel stieg dadurch spürbar. Des Weiteren gehören Rentner*innen, Sozialhilfeempfänger*innen und Geringverdiener*innen zur Klientel. Aktuell werden fast 700 Haushalte, das sind rund 2.000 Personen, von der Tafel versorgt. Die Tafel ist noch in der Lage, diese Kundinnen und Kunden zu bedienen, Mörsdorf befürchtet allerdings, dass die Nachfrage aufgrund der Energiekrise weiter steigen wird und dass wieder mehr Menschen anfragen, wenn die Heizkosten- und Stromabrechnungen am Ende des Jahres bzw. zu Beginn des neuen Jahres eingehen. Hierfür braucht es eine stabile Infrastruktur und Logistik, was in Zeiten, in denen alles teurer wird, eine große Herausforderung darstellt.

Auch der Caritasverband Schaumberg-Blies e.V., und somit die St. Wendeler Tafel, ist von den Preisexplosionen betroffen. Die Tafel wurde vor 15 Jahren gegründet, um Lebensmittel „zu retten“ und an Menschen mit geringem Einkommen zu verteilen. Um dieser Aufgabe nachkommen zu können, bedarf es einer guten Logistik, denn die Tafel bekommt die Lebensmittel nicht geliefert, sie muss sie an allen Märkten selbst abholen. Zudem dürfen die Kühlketten nicht unterbrochen werden, was ein Kühlfahrzeug und Kühlhäuser notwendig macht. Es werden Strom und Sprit benötigt. Und dafür braucht es Geld.

Derzeit ist die Tafel auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die Logistik am Laufen zu halten. Wer unterstützen möchte und kann, findet auf dieser Webseite alle Informationen. „Wenn jeder St. Wendeler einen Euro spendet, ist damit schon vielen geholfen und es hat keinem wehgetan“, motiviert Mörsdorf die Menschen, der Tafel zu helfen. „St. Wendeler retten die St. Wendeler Tafel“, sagt Schmitt und will damit auch Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen ansprechen. Jeder gibt, was er kann, so das Motto der Tafel.

Das PLUS bei der St. Wendeler Tafel

Die Tafeln der Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V. bieten den Tafelkundinnen und -kunden Hilfe an, die über die reine Versorgung mit Lebensmitteln hinausgeht:

• Jeder Tafelbesucher und jede Tafelbesucherin erhält mindestens eine Sozialberatung durch das hauptamtliche Tafelpersonal

• Der niederschwellige Zugang wird genutzt, um das Selbsthilfepotential der Besuchenden zu stärken

St. Wendel und Neunkirchen: Der Caritasverband Schaumberg-Blies e.V. betreibt zwei Tafeln und versteht sich als Anwalt der Betroffenen, will Solidaritätsstifter sein und ist sozialer Dienstleister. Aus diesem Selbstverständnis heraus ist das Konzept „Tafel plus“ entstanden. Der Verband möchte an seinen, teilweise in Kooperation mit dem diakonischen Werk betriebenen Tafeln mehr leisten, als Lebensmittel zu verteilen.

Die Mitarbeitenden vor Ort schauen genau hin und bieten weitergehende Hilfe an, vermitteln innerhalb des Verbandes an die richtigen Stellen und stärken so die Hilfe zur Selbsthilfe.

Erklärtes Ziel des Verbandes: Die Menschen sind nicht gekommen, um zu bleiben, sondern sie sind gekommen, um es zur richtigen Zeit wieder selbst zu schaffen.

Das Team der Tafel begegnet den hilfebedürftigen Menschen stets auf Augenhöhe und versucht ganzheitlich zu helfen. Dabei werden neben der Lebensmittelausgabe und der Sozialberatung mit Vermittlung in die einzelnen Hilfe-Teams (zum Beispiel Suchtberatung, Familienhilfe oder Beratung bei psychischen Erkrankungen), auch die Möglichkeit für privates soziales Engagement aufgezeigt. Nicht wenige ehemalige Tafelkundinnen und -kunden sind heute Teil des Teams.

Über den Caritasverband Schaumberg-Blies e.V.

Der Caritasverband Schaumberg-Blies e.V. ist ein offiziell anerkannter Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche mit Wirkungskreis in den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel. Mit seinen zwei Sozialstationen an den Standorten St. Wendel (Außenstelle Tholey) und Illingen (Ortsteil  Hüttigweiler), mit seiner auf Demenz spezialisierten Tagespflegeeinrichtung, sowie den Beratungsstellen in Neunkirchen und St. Wendel, unterstützt der Caritasverband Schaumberg-Blies e.V. hilfesuchende Menschen mit einem umfangreichen, vom christlichen Menschenbild geprägtem, Beratungs- und Pflegeangebot. Der Caritasverband Schaumberg-Blies e.V. im Landkreis Neunkirchen wurde 1933 gegründet. Der Standort im Landkreis St. Wendel kam 1947 hinzu. Der Verband beschäftigt aktuell rund 310 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche von über 1700 Mitgliedern und ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern unterstützt werden.

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