St. Wendeler Land: Niederlassung von Hausärzten wird gefördert

Staatssekretär Stephan Kolling bat am Samstag beim Saarländischen Hausärztetag die saarländischen Hausärzte, sich Delegationsmodellen zu öffnen. „Wir müssen mit Blick auf die ärztliche und medizinische Versorgung der Zukunft die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Gesundheitsberufen stärken und Gesundheitsberufe und Heilmittelerbringer befähigen, auf Delegation und Verordnung des Hausarztes Aufgaben der Versorgung zu übernehmen. Damit soll nicht der Arzt ersetzt, sondern die Zusammenarbeit verbessert und eine integrierte Versorgung der Patienten erreicht werden. Wir müssen uns auf diesen Weg machen. Davon profitieren Ärzte und Patienten gleichermaßen“, so Kolling.

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„Hausärzte sind mehr als bloß medizinische Dienstleister; sie sind erste Anlaufstelle bei allen gesundheitlichen Problemen unserer Bürger und darauf aufbauend in der Regel zentraler Ansprechpartner für die kontinuierliche oft lebenslange Betreuung der Bürger wohnortnah erreichbar und übernehmen als Koordinator – unter Einbeziehung von Fachärzten – Verantwortung für die Gesundheit der Bürger“, so der Staatssekretär. Daran wollen wir nichts ändern, wir müssen aber heute schon die Voraussetzungen schaffen, bei weniger Ärzten auch eine gute Versorgung sicherzustellen. Auch telemedizinische Behandlungen müssen besser erforscht werden.

Aktuell herrscht im Saarland kein offenkundiger Ärztemangel. Nach wie vor gibt es anhand der Zahlen sogar eine Überversorgung von Ärzten im ambulanten Sektor. Zu Beginn des Jahres 2017 waren 669 Hausärzte vertragsärztlich tätig. Für die Zukunft müssen trotzdem Anreize geschaffen werden, damit sich mehr Hausärzte im Saarland niederlassen.

„Wir wollen ein Signal setzen, dass ihr Beruf hier eine gute Zukunft hat; die saarländische Landesregierung will, dass „Ärzte von Morgen“ das Gefühl haben: es lohnt sich, im Saarland Hausarzt zu werden. Diese Maßnahmen sollen gleichzeitig eine passgenaue, individuelle Betreuung gewährleisten, die sich an den Lebenslagen der Bürger orientiert. Deshalb warten wir nicht ab, bis sich auf Bundesebene etwas bewegt; wir bewegen selbst: wir haben bereits jetzt saarlandspezifische Maßnahmen entwickelt“, betone Stephan Kolling.

Dazu zählt das Landarztförderprogramm, dass die Entscheidung, sich als Hausarzt im Saarland niederzulassen, positiv begleiten und Praxisgründungen bzw. -übernahmen erleichtern soll.

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Mit dem Stipendienprogramm wird bereits im Studium mit der Akquirierung neuer Hausärzte begonnen. Die Landesregierung fördert mit 300 Euro pro Monat für längstens 4 Jahre Homburger Medizinstudenten ab dem fünften Semester, die sich bereiterklären, sich nach dem Studium im Saarland niederzulassen.

Der „Masterplan Medizinstudium 2020“, in den die Forderung nach einer Landarztquote eingebettet ist, soll neben der Stärkung der Allgemeinmedizin auch bewusst dem Umstand gerecht werden, dass sich das Studium in seinen Inhalten künftig noch patientenorientierter auch auf soziale Kompetenzen ausrichtet, z.B. durch Schulungen in Arzt-Patienten-Gespräch.

„Wir brauchen ihren Mut und auch ihre Bereitschaft innovativer in Bezug auf den „Hausarzt von Morgen“ zu denken“, sagte Stephan Kolling abschließend.

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