St. Wendel: SPD fordert Beantwortung von Fragen zur Finanzierung der neuen Sporthalle

Die SPD-Fraktion im St. Wendeler Stadtrat fordert Bürgermeister Peter Klär auf, die Mitglieder des Stadtrates unverzüglich über den aktuellen Sachstand beim Neubau der Sporthalle zu informieren. Hintergrund hierfür ist ein Bericht des Saarländischen Rundfunks aus der vergangenen Woche, wonach es Unklarheiten bei der Finanzierung des Projektes gebe. Zum einen fehlten aktuelle Zahlen aufgrund ausstehender konkreter Kostenvoranschläge, zum anderen sei auch der eingeplante Zuschuss der Sportplanungskommission in Höhe von 2 Millionen Euro noch nicht endgültig bewilligt. Erst Mitte Juli, also kurz vor der Sommerpause, möchte der Bürgermeister den Stadtrat mit dem Thema befassen. „Das ist uns angesichts der enormen Bedeutung für die Finanzsituation der Stadt St. Wendel zu spät“, so Torsten Lang, Fraktionschef der SPD im St. Wendeler Stadtrat. 

„Die Finanzierung des Sporthallenprojektes hat enorme Auswirkungen auf die weitere Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit der Stadt. Daher bitten wir die Stadtverwaltung um einen aktualisierten Sachstandsbericht bereits in der nächsten Sitzung des Bauausschusses in zweieinhalb Wochen“, erklärt Torsten Lang. Auch wenn noch keine abschließenden neuen Zahlen vorliegen, solle die Verwaltung den Stadtrat hier möglichst tagesaktuell – auch mit Zwischenständen – auf dem Laufenden halten.

Torsten Lang: „Klar war für uns von Anfang an: Die Sporthalle darf nicht zu einem Fass ohne Boden werden.“ Bisher seien im Haushalt der Stadt 13,2 Millionen Euro Gesamtinvestitionsbedarf für die Halle vorgesehen. Die Finanzierung soll weitestgehend erst in den Jahren ab 2022 erfolgen, bis Ende 2020 waren gerade erst rund 500.000 Euro verausgabt. Die SPD-Fraktion befürchtet, dass die noch offenen Finanzierungsfragen in Konkurrenz zu anderen Projekten treten werden. Alleine die vor kurzem im Stadtrat einstimmig beschlossene Verlagerung der Nikolaus-Obertreis-Schule in die ehemalige Annenschule soll nach einem vorliegenden Gutachten über 20 Millionen Euro kosten. Hier ist nach Auffassung der SPD dringender Handlungsbedarf gegeben, die anstehende Verlagerung der Grundschule dürfe durch die Sporthalle auf keinen Fall verzögert werden. „Ein Verbleib in den maroden Räumlichkeiten am aktuellen Standort ist der Schulgemeinschaft nicht länger zuzumuten“, meint der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Marc André Müller. Dass beide Projekte, Sporthalle und Grundschule, gleichzeitig zu stemmen sein werden, daran hat die SPD erhebliche Zweifel. „Sowohl finanziell als auch, was die Personalkapazitäten im städtischen Bauamt angeht, wird das nicht funktionieren“, meint Torsten Lang abschließend.

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