St. Wendel: Nachtwächtertour in St. Wendeler Mundart am Donnerstag, 21. Februar

St. Wendel. Am Donnerstag, 21. Februar, wird rund um den Erdball der UNESCO-„Welttag der Muttersprache“ gefeiert, hier im Saarland unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Tobias Hans. Das Motto 2019 lautet „Muddaschprooch als Brigg“ (= Muttersprache als Brücke).

Da der 21. Februar zugleich „Weltgästeführertag“ ist, wird es im Saarland eigens „in Muddaschprooch“ angebotene Führungen geben.

In St. Wendel kann man oder Frau ab 20 Uhr bei einer „Naachtwäschda-Tour uff Pladd“ mit Roland Geiger die Altstadt auf ebenso interessante wie kurzweilige Weise kennenlernen. Dabei erzählt der Stadtführer von der Geschichte der Stadt und den Leuten, die hier mal gewohnt haben – etwa der Urururururgroßmutter der englischen Königin – oder nur mal auf einen Sprung vorbeikamen, z.B. den französischen Truppen, die vor 300 Jahren die Stadt angezündet haben. Und natürlich vom heiligen Wendelin und wie die Wallfahrt funktioniert – und all das „uff St. Wennella Platt“, denn „bäim Naachtwäschda wäad sowieso émma nua Pladd geschwätzt.“ Das Ganze ab und an mit einem Augenzwinkern und auf jeden Fall mit viel Humor.

Treffpunkt der etwa 90-minütigen Führung ist der Platz vor dem Hauptportal der Wendalinusbasilika. Die Teilnahme kostet 5 Euro pro Person. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, und alle Besucher sind herzlich willkommen.

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Hintergrund

Auf Vorschlag der UNESCO haben die Vereinten Nationen den 21. Februar eines jeden Jahres zum „Internationalen Tag der Muttersprache“ erklärt. Sprachliche und kulturelle Vielfalt, heißt es hierzu seitens der Deutschen UNESCO-Kommission, repräsentieren universelle Werte, die Einheit und Zusammenhalt einer Gesellschaft stärken. Vor diesem Hintergrund soll der „Internationale Tag der Muttersprache“ die Bedeutung des Kulturgutes Sprache hervorheben, die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken. Dies ist notwendiger denn je, geht doch im Durchschnitt alle zwei Wochen eine Sprache in der Welt verloren – und sind laut dem UNESCO-„Atlas der gefährdeten Sprachen“ zwischenzeitlich auch die moselfränkische und die rheinfränkische Mundart, die gemeinsam „das Saarländische“ bilden, als bedroht eingestuft.

Vor diesem Hintergrund wird auf Initiative von Patrik H. Feltes (Wadgassen) und Klaus Friedrich (Homburg) sowie mit Unterstützung der bekannten Mundart-Expertin Susanne Wachs (SR3 Saarlandwelle) der UNESCO-„Welttag der Muttersprache“ seit 2012 auch im Saarland begangen. 2019 lautet das Leitmotiv „Muddaschprooch als Brigg“. Damit möchte man verstärkt aufzeigen, wie ein lebendiges, vielfältiges Sprachkulturerbe in der gemeinsamen Großregion und darüber hinaus als Brücke zwischen Menschen und Kulturen, Regionen und Nationen dienen kann. Diesem Ansatz entsprechend werden im Rahmen des UNESCO-„Welttages der Muttersprache“ im Saarland und der benachbarten Großregion am Donnerstag, 21. Februar 2019, einmal mehr interessante Menschen und Initiativen aus dem grenzüberschreitenden mosel- und rheinfränkischem Sprachraum zu Wort kommen, daneben werden ausgewählte Musikbeiträge und Initiativen präsentiert.

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