St. Wendel: „Heimat bilden“ – Leben und Arbeiten für Flüchtlinge und Migranten

St. Wendel. Im Rahmen des Modellvorhabens „Land(auf)Schwung“ fand am vergangenen Freitag eine Scheckübergabe für ein Integrationsprojekt statt. In der WIAF gGmbH (Wege in Arbeit und Fortbildung) in St. Wendel kamen zahlreiche beteiligte Akteure des Projektes sowie Landrat Udo Recktenwald zusammen. Thematisiert wurden die Arbeit innerhalb des Projektes, Ziele und Erfolge.

Als Folge der großen Anzahl der im letzten und diesem Jahr im Landkreis St. Wendel angekommenen Zuwanderer und Flüchtlinge sehen sich alle am Integrationsprozess beteiligten Akteure der Herausforderung gegenübergestellt, passende Angebote und Maßnahmen für diese Personen zur Verfügung zu stellen.

Trotz großer Anstrengungen konnten in 2016 und in 2017 die Bedarfe in diesem Bereich bisher nicht umfänglich gedeckt werden. Oft vergehen mehrere Monate, bis eine Person Zugang zu einem Integrationskurs oder weiterführenden Sprachangeboten erhält – in den Fällen der zu Alphabetisierenden sind die Wartezeiten um ein Vielfaches länger.

Ohne hinreichende Sprachkompetenzen ist es den Personen nicht möglich, sich bezüglich der Gegebenheiten, Chancen und Bedingungen des regionalen Arbeitsmarktes zu informieren, um eigene Perspektiven für das Leben und Arbeiten innerhalb des Landkreises zu entwickeln.

Das Projekt „Heimat bilden im Landkreis St. Wendel, Leben und Arbeiten“ setzt an diesem Punkt an, um einerseits auf Ebene der Sprachförderung als Brückenangebot zu fungieren und darüber hinaus eine Struktur zur gesellschaftlichen Integration der Zielgruppe in die örtliche Gemeinschaft zu schaffen. Dadurch können letztlich die Perspektiven sowohl für die Teilnehmer als auch für die regionalen Arbeitgeber verbessert werden, um vorhandene Potenziale zu erkennen und im weiteren Verlauf nutzbar machen zu können.

Angereichert wird dieses Ziel durch den Einbezug zentraler am Integrationsprozess beteiligten Netzpartner, Organisationen und Akteure. Da Integration nicht ausschließlich durch Sprachförderung gelingen kann, bietet dieses Projekt Ansatzpunkte zur Einbindung in gesellschaftliche Strukturen durch die Verzahnung unterschiedlicher Bereiche. So wurden Kontakte zwischen Ehrenamt, Vereinen, Firmen, sozialen Einrichtungen und Institutionen, Sprachmittlern und den Teilnehmern geknüpft und ausgebaut, um ein ganzheitliches Angebot zu bieten, welches sowohl den Teilnehmern des Projektes, als auch den am Prozess Beteiligten Chancen und Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung bieten kann.

 

Die Integration erfolgt durch:

  • Bedarfsorientierte und berufsbezogene Sprachförderung
  • Soziale Integration durch Kontakt zu Vereinen, Verbänden und Hilfsorganisationen mit dem Ziel der Förderung ehrenamtlichen Engagements auf Seiten der Flüchtlinge
  • Förderung der Ausbildungsbereitschaft oder Bereitschaft zur Helfertätigkeit (insbesondere in Mangelbereichen des regionalen Arbeitsmarktes)
  • Verzahnung und Vernetzung verschiedener Bereiche der Integration
  • Schaffung von Möglichkeiten zum Aufbau neuer und Ausbau vorhandener Strukturen der Netzwerkarbeit im Migrationskontext
  • Sicherung vorhandener Potenziale für den regionalen Arbeitsmarkt durch Schaffung von Perspektiven für Teilnehmer, ehrenamtlich Tätige, hauptamtlich Tätige, Handel, Handwerk, Wirtschaft und Dienstleister

Im Zeitraum vom 01.01.2017 bis zum 30.06.2018 wurden drei Kurse „Heimat bilden“ erfolgreich durchgeführt.

 

Projektlaufzeit: 01/2017 bis 06/2018

Gesamtsumme: 108.899,45 €

L(a)S-Fördersumme: 67.018,09 €

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