St. Wendel: Der Abiturjahrgang des Wendalinum verlässt die Kammer des Schreckens

St. Wendel: „Habi Potter – Wir verlassen die Kammer des Schreckens“ das Motto der Abiturienten des Gymnasium Wendalinum zeugt wenig von schöner Schulzeit. Dabei war gar nicht alles so schrecklich wie das Motto vermuten lässt. 

Das stellen dann am Ende auch die 68 Abiturientinnen und Abiturienten fest. Immerhin bestand die Schulzeit auch aus Pausen und Klassenfahren, in denen viele Freundschaften entstanden und die Gemeinschaft fest zusammengeschweißt wurde. Gerne erinnert man sich an den ersten Schultag, als das große orangene Gebäude mit seiner imposanten Eingangshalle zum ersten mal betreten wurde. „Für uns war das, wie für die Zauberschüler nach Hogwarts zu kommen, auch wenn die meisten dabei eher an eine andere Schule in der Stadt denken würden, deren Name nicht genannt werden darf“ resümierte Melina König in der Abiturrede diesen ersten Eindruck. Doch auf dem Weg hin bis zum Abitur verließen viele Mitstreiter die Schule. Und so galt es ihnen auch alles erdenklich Gute für die Zukunft zu wünschen. Für die, die es jedoch über die Ziellinie „Abitur“ schafften, galt es nun Abschied zu nehmen vom gewohnten Schulalltag. 

Die Schulzeit, die nun 12 Jahre zu einem festen Bestandteil des Lebens zählte, ist nun vorüber. Auch für die Tutoren nicht immer ganz einfach, wie Herr Brand zugab. Immerhin galt es als Tutor „junge Erwachsene – also große Kinder – auf ihrem Weg durch die Irrungen der saarländischen Oberstufe zu begleiten, Fehlstundenböden zu korrigieren, Führerscheindurchgefallene zu trösten, Tränen zu trockenen nach Kursarbeiten und Schlimmerem, Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. Manchmal ein Seiltanz-Akt gegen die Totalverweigerung.“ Trotzdem wurde es eine wunderbare Zeit, die man gemeinsam verbrachte und so fällt es den Lehrern nicht immer leicht die Schüler in eine gewisse – oder teilweise auch noch ungewisse Zukunft – zu entlassen, weil sie ihnen dann doch ans Herz gewachsen sind. Darüm wünschten die Tutoren den diesjährigen Abiturienten „Zeit zum Nachdenken, denn das ist der Ursprung von Erkenntnis und Erfolg, Zeit zu Spielerischem, der Quelle ewiger Jugend, Zeit zum Lesen, der Grundlage von Weisheit, Zeit zum Freundlichsein, dem Tor zum Glück und schließlich Zeit zum Lachen, denn das ist die Musik der Seele und ergänzend Zeit zum Träumen, den Träume sind der Schlüssel zur Zukunft.“ 

Schulleiter Alexander Besch, der in diesem Jahr seinen ersten Abiturjahrgang als Schulleiter verabschiedete, gab den Schülern seine guten Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg. Doch bedankte er sich auch bei den Schülerinnen und Schülern, die sein Vertrauen in sie nicht enttäuscht und die Messlatte für die zukünftigen Abschlussjahrgänge sehr hoch gehängt haben. Außerdem gibt er den Schülern mit auf den Weg, dass sie stolz auf sich sein können, dass sie ihr Abitur geschafft haben, damit jedoch auch die Möglichkeit haben, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Durch das Erreichen des Abiturs und die Werte, die den Schülern in der Familien, durch Freundschaften und am Gymnasium Wendalinum vermittelt wurden besitzen sie die Werkzeuge, um mutig für eine freiheitlich demokratische Zukunft einzutreten. 

Doch zunächst einmal durften sich die Abiturientinnen und Abiturienten in dem festlichen Saalbau für ihr bestandenes Abitur feiern. Und dazu gab es allen Grund. Denn 20 Schüler erreichten ein Abitur mit einer 1 vorm Komma. Jule Metzler, Kilian Klein, Janek Both (jeweils 1,3) und Nicolas Günther, der mit der Traumnote 1,0 seinen Abschluss erreichte, können besonders stolz auf sich sein. Aber auch Sarah Al Mostafa, die vor 3,5 Jahren erst von Syrien nach Deutschland kam und nun ein deutsches Abitur absolvierte, kann sehr stolz auf ihre Leistung sein, die sie auch entsprechend gewürdigt wurde. Jeder einzelne Schüler gab jedoch sein bestes und kann daher stolz auf seine Leistung sein, egal mit welche Note letztendlich auf dem Zeugnis steht und somit bestand für alle Absolventen des Abiturjahrgangs 2019 der Grund endlich richtig Party zu machen und sich zu feiern. 

Foto: Josef Bonenberger / Lena Holzer

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