St. Wendel: „Demonstrieren ist das Eine, aber man muss auch etwas ändern“

St. Wendel. Am Freitag lud Landrat Udo Recktenwald Schüler und Schülerinnen der Schulen im Landkreis ein, um sich über ihre Gedanken zur „fridays for future“- Bewegung auszutauschen.

Zunächst zeigte Dezernent Uwe Luther den Schülern verschiedene Beispiele, durch die der Landkreis sich klimaschutzpolitisch schon einsetzt. Denn der Landkreis startete schon 2010 ein Klimaschutzkonzept, trotz, dass sich damals nur wenige mit dem Thema Klimaschutz beschäftigten. So war es von Beginn an ein großes Ziel, dass Energie großteils im Landkreis erzeugt wird und auch im Landkreis verwendet wird. Dies wird durch viele Solar- und Photovoltaik-Anlagen getan. Aber auch durch das Ablassen des Wassers im Bostalsee wird in geringer Menge Strom erzeugt. Auch Windräder erzeugen Strom, der in der Region verwendet wird. 

Uwe Luther erklärt den Schülern, dass es politisch immer einfacher ist, Klimapolitik zu betreiben, wenn sie auch ökonomische Vorteile bietet. 

Den Schülern werden jedoch auch einige Projekte vorgestellt, bei denen sie als Schüler oder ihre Schulen teilnehmen können. Diese dienen vor allem zur Aufklärung der verschiedenen Möglichkeiten des Klimaschutzes. So zum Beispiel das Projekt fifty-fifty, bei dem in den Schulen durch unterschiedliche Maßnahmen Energie gespart wird und das dadurch gesparte Geld, der Schule für eigene Projekte zur Verfügung steht. 

Doch die Schüler bringen auch ihre ganz persönlichen Ideen mit, die im Landkreis umgesetzt werden sollten, damit noch mehr für den Umweltschutz getan werden kann. So reicht es vielen nicht, dass Projekte zur Aufklärung angeboten werden, wenn sie niemand wahrnimmt. Hier muss angesetzt und mehr Werbung in Schulen gemacht werden. Hierbei appelliert Udo Recktenwald auch an die Schulleiter und Lehrer, die Sorgen der Schüler ernst zu nehmen und Möglichkeiten zu schaffen Schülern Klimaschutz nahe zu bringen. Er bietet auch an, dass er oder der Klimaschutzmanager Michael Welter zu den Schülern, an die Schulen, kommt, um genau darüber zu sprechen, was verbessert werden kann, und wie sie sich in ihrem Alltag so verhalten können, dass das Klima geschützt wird. Denn „die beste und sauberste Energie ist die, die man gar nicht erst verbraucht“, so Udo Recktenwald.

Ein großes Thema war auch die Mobilität, bei der es noch großen Verbesserungsbedarf gibt. So bestehen kaum Möglichkeiten innerorts sicher mit dem Fahrrad zu fahren, der ÖPNV lässt häufig, durch schlechte Verbindungen und hohe Preise, keine andere Möglichkeit als sich von Eltern fahren zu lassen und E-Mobilität ist kaum verbreitet und noch deutlich zu teuer. Hierzu bezieht auch Udo Recktenwald klar Stellung, dem es am liebsten wäre, wenn der ÖPNV komplett kostenlos wäre, wozu jedoch leider die Gelder fehlen. Auch wenn er hierzu keine Versprechen abgeben kann, nimmt er die Bedenken der Schüler sehr ernst. Auch wenn Vieles nicht in seinem persönlichen Zuständigkeitsbereich liegt, verspricht er den Schülern mit Kollegen darüber zu sprechen und somit mögliche Lösungen anzustoßen. 

Auch lädt er die Schüler dazu ein sich im Verein ZukunftsEnergieNetzwerk zu engagieren. Auch wenn bislang noch keine Schüler diesem Verein angehören, wäre es sehr wichtig, deren Vorschläge zu hören und die Interessen ernst zu nehmen. Denn die Schüler zeigen durch ihren Einsatz auch, dass sie wirklich gewillt sind, sich für ihre Zukunft einzusetzen und durch gute und innovative Ideen helfen können Klimaschutz voranzutreiben. 

„Ich will euch Schülern auch meine Anerkennung zeigen, für euren Einsatz bei den Demonstrationen. Ich finde das sehr gut und wichtig, was ihr Schüler macht und damit leistet. Und egal ob das jetzt während der Schulzeit ist oder nicht, schafft ihr es auf euch und das Thema Klimaschutz aufmerksam zu machen“, lobt Udo Recktenwald die Schülerinnen und Schüler. 

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