St. Wendel: Bauhütte St. Wendelin unterstützt Pfarrei bei baulichen Maßnahmen

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Auch in diesem Jahr will die Bauhütte St. Wendelin bei Maßnahmen, die die Pfarrei angehen muss, finanziell helfend eingreifen. Das wurde in der Jahreshauptversammlung deutlich, in der Pastor Klaus Leist, der stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist, die anstehenden Arbeiten erläuterte.

Da ist zunächst die Wendelskapelle, in deren Innern vor zwei Jahren Risse aufgetreten sind und die vor etlichen Wochen geschlossen werden musste, weil sich die Risse vergrößert haben. Während das Dach beziehungsweise das Dachgebälk stabil ist, muss das Mauerwerk instandgesetzt, das heißt, die Risse müssen verpresst werden. „Ursache der immer wieder auftretenden Schäden ist das Wasser, das vom Berghang kommt und unter der Kapelle durchläuft“, berichtet Pastor Leist. „Dieses Wasser setzt dem Bauwerk seit vielen Jahren immer wieder zu.“ Der Geistliche ist zuversichtlich, dass die Abendmessen, die ab April den Sommer über jeden Montagabend gefeiert werden, stattfinden können.

Das zweite große Projekt ist die Generalsanierung der Orgel in der Basilika. Sie ist alle 25 Jahre erforderlich und soll in zwei Abschnitten erfolgen. Organist und Chorleiter Stefan Klemm weiß, wo im Innenleben des Instrumentes Schwachstellen sind: „Die Belederung der neuen Bälge ist teilweise porös. Bisher sind diese Bälge, wenn der Wind ausgewichen ist, immer nur provisorisch geflickt worden. Besonders die Belederung an den Verbindungskanälen zur Windlade muss erneuert werden.“ Im Innern sei die Orgel sehr verschmutzt. Weil das Hauptpedalwerk und das Schwellwerk vor 25 Jahren letztmals gereinigt wurden, müsse nun das Pfeifenmaterial ausgebaut, gesäubert und danach wieder intoniert werden.

Die 1933/34 von der Firma Klais in Bonn erbaute Orgel hat 57 Register, verteilt auf vier Manuale und zählt zu den größten und bedeutendsten Orgeln im Saarland. 2008 wurde der große Spieltisch verändert und übersichtlicher gestaltet. Die Orgel verfügt über eine Setzeranlage mit über 4000 Speichermöglichkeiten. Die Anlage dient dazu, unterschiedliche Klangkombinationen im Voraus zu speichern und per Knopfdruck abzurufen. 2011 wurden einige Veränderungen vorgenommen, wodurch sich die Orgel wieder ihrem ursprünglichen Klang aus der Zeit ihrer Erbauung angenähert hat. 2013 ist ein Glockenspiel und ein Zimbelstern als klangliche Erweiterung eingebaut worden.

Schließlich stehen noch Erneuerungsarbeiten in der Basilika an. Demnächst sollen verschiedene Bodenplatten ausgetauscht werden. Ebenso sind Reparaturen auf dem Boden und an den Treppenstufen des südlichen Eingangs (die sog. „Baltersweiler Küch“) vorgesehen.

Die Vereinsvorsitzende der Bauhütte, Angela Hartmann, rief in ihrem Jahresbericht die Teilnahme am „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September 2017 in Erinnerung. Unter dem Motto „Macht und Pracht“ waren Führungen durch die Basilika angeboten worden, die die Wappen unter dem Gewölbe zum Thema hatten. Im Begegnungskaffee im Cusanushaus trafen sich viele kunstinteressierte Besucher und kargten bei Kaffee und Kuchen nicht mit Spenden. Um den Gedanken des Denkmalschutzes noch mehr zu verbreiten, wird der Ortskurator Saarland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Ulrich Bollert, innerhalb der Wallfahrtswoche zum heiligen Wendelin einen Vortrag zum Thema „Denkmalschutz im Saarland“ halten. Voraussichtlicher Termin ist der 17. Oktober.

Nach Angaben von Angela Hartmann hat sich die Mitgliederzahl der Bauhütte leicht auf 79 erhöht. Das hohe Durchschnittsalter bereite ihr jedoch Sorge, sagte die Vorsitzende. „Wir brauchen vor allem neue jüngere Mitglieder.“ Den Kassenbericht erstattete Robert Arnold. Die Entlastung des Vorstandes vollzog sich einstimmig unter Maria Funk. Vorstandswahlen stehen im Jahr 2020 wieder an.

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