Die Zukunft lebenswert machen

Schule der Nachhaltigkeit: So wird die GemS Marpingen ihrem Titel gerecht

Lisa Kron (l) und Elena Holz (r) mit den Urkunden zur Schule der Nachhaltigkeit (Foto: Markus Mörsdorf)

Die Gemeinschaftsschule Marpingen setzt sich aktiv für eine Bildung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung ein. Lisa Kron und Elena Holz, Lehrerinnen an der Schule, haben es sich zur Aufgabe gemacht, Schülerinnen und Schüler für die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt und zukünftige Generationen zu sensibilisieren. Ihr Ziel ist es, den Jugendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihren Lebensstil so gestalten können, dass die Welt auch für kommende Generationen lebenswert bleibt.

Um dieses Ziel zu erreichen, organisieren Kron und Holz verschiedene Aktionen, darunter Müllsammelaktionen wie die Teilnahme am jährlichen „Picobello“ im Frühjahr. Zu Beginn des Schuljahres finden außerdem „Faire-Trade-Tage“ statt, bei denen nicht nur Informationen zum nachhaltigen und respektvollen Einkauf vermittelt werden, sondern auch für die Mitarbeit an sozialen Projekten der Schule, wie der Mediations-AG oder dem Engagement für die Partnerschulen Casa do Zezinho in Brasilien und N’Doluma in der Demokratischen Republik Kongo, geworben wird. Diese Maßnahmen sind nur einige Beispiele für das Engagement der beiden Lehrerinnen im Bereich der nachhaltigen Bildung. Dabei betonen sie, dass Nachhaltigkeit mehr ist als nur ein Trend – es geht vor allem um die Regelmäßigkeit der Aktionen. Lisa Kron drückt dies metaphorisch aus: „Ein Strohfeuer, so mächtig und groß es auch sei, halte nicht lange, was es im ersten Moment verspricht.“

Zusammen mit Elena Holz hat Lisa Kron die verschiedenen Projekte der Schule gebündelt und um vielversprechende Ansätze erweitert. Ein Beispiel dafür ist der „Chat der Welten“, bei dem Kinder aus Kamerun mit Schülerinnen und Schülern aus Marpingen in Kontakt gebracht werden. Dadurch erhalten sie direkte und persönliche Einblicke in die Lebenswelt und den Schulalltag Gleichaltriger. Elena Holz erklärt, dass dies den Schülerinnen und Schülern eine umfassendere Perspektive auf die Welt ermöglicht und ihnen gleichzeitig hilft, ihr eigenes Leben besser zu reflektieren.

Darüber hinaus werden Klassenfahrten verstärkt in die nähere Umgebung mit naturnaher Übernachtung organisiert. Es wird für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geworben und der Fahrradverkehr auf dem Schulweg gefördert. Die Schule beteiligt sich unter anderem am „Schulradeln“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und organisiert Exkursionen zu regionalen Bio-Höfen. Zudem werden nachhaltige Produkte hergestellt, wie zum Beispiel Bienenwachstücher als Ersatz für Plastikfolien aus Erdöl. Diese Maßnahmen sollen Vorbilder schaffen und nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause zum Nachahmen anregen.

Die Gemeinschaftsschule Marpingen wurde aufgrund all dieser Einzelaktionen im September 2022 vom Bildungsministerium als eine von nur zwei Schulen im Landkreis St. Wendel mit der Auszeichnung „Schule der Nachhaltigkeit“ geehrt. Lisa Kron betont jedoch, dass diese Auszeichnung auch mit einem Auftrag verbunden ist – sich weiterhin für den Ausbau der nachhaltigen Bildung einzusetzen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der aktuelle Aufbau des Schulgartens, der rein biologisch betrieben wird. Dadurch werden die Punkte 4, 11 und 15 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreicht: hochwertige Bildung, ein lebenswertes Lernumfeld und die nachhaltige Nutzung des Bodens.

Ein weiteres nachhaltiges Projekt an der Gemeinschaftsschule Marpingen ist das Upcycling-Projekt des Seminarfachs „Nachhaltigkeit“ der Stufe 12. Gemeinsam mit der Künstlerin Jennifer Lindeck hauchen die Schülerinnen und Schüler ungenutztem Rundholz neues Leben ein. Die Schülerinnen Leandra und Mandy erklären: „Wir haben zusammen mit Jennifer einen
bunten Wald aus 17 künstlerisch bearbeiteten Baumstämmen erstellt, der nicht nur dekorativ die Aula schmückt, sondern auch Interesse für das Thema Nachhaltigkeit wecken soll“. „Um so“, fahren Patrick und Leon fort, „die 17 offiziellen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bekannt zu machen.“ Zusätzlich wurden saarländische Redewendungen verwendet, um auf unterhaltsame Weise darauf hinzuweisen, dass der Kauf von Billigwaren oft zu Lasten der Umwelt und der Produzentinnen und Produzenten geht: „Kaaf kä Fubbes unn kä Schammass“, ist in der Aula zu lesen. Oder „Mach mo dussmo“, was das dritte Nachhaltigkeitsziel, „körperliche und psychische Gesundheit“ auf gut Saarländisch übersetzt. Der Marpinger Bürgermeister Volker Weber unterstützte das Projekt, indem er die Bilderrahmen für die Redewendungen persönlich spendete. In der Aula animieren nun 17 bunte Tafeln unauffällig dazu, über den eigenen Konsum und den Umgang mit sich, anderen und der Umwelt nachzudenken.

Für das kommende Schuljahr stehen bereits die ersten Projekte fest. Unter anderem wird die Gemeinschaftsschule Marpingen im September am World Cleanup Day teilnehmen. Darüber hinaus wird es fest in den Jahreskalender der Schule integrierte Projekttage zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“ geben, an denen die gesamte Schulgemeinschaft teilnehmen wird. In diesem Jahr werden unter anderem Kisten-Gärten in jeder Klasse bepflanzt, die von der ProWIN pro nature Stiftung gesponsert wurden. Zudem wird der neue Schulgarten angelegt und gestaltet.

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