Saarland: Warum bleiben die starken Fußballmannschaften aus?

Wirft man einen Blick auf die wichtigsten Fußballligen des Landes, die 1. und 2. Bundesliga, so scheinen die Saarländer nicht den Ton anzugeben. Tatsächlich befindet sich gerade keine der Mannschaften aus dem Bundesland in den ersten beiden Ligen. Der FC Saarbrücken spielt derzeit in der dritten Liga und hat die letzte Saison auf dem 5. Platz beendet. Damit besteht die Chance, dass die Saarländer bald auch wieder bei den Top-Ligen mitfiebern können. Doch woran liegt es, dass der Profifußball in der Region etwas eingeschlafen zu sein scheint?

1. FC Saarbrücken und Borussia Neunkirchen

Als die Bundesliga 1963 gegründet wurde, befand sich der 1. FC Saarbrücken noch unter den 16 Gründungsmitgliedern. Dabei konnte der Verein jedoch von Anfang an nicht mit den starken Gegnern mithalten. Schon im ersten Jahr folgte der Abstieg, danach spielte der saarländische Club noch insgesamt vier Saisons in der höchsten Liga des Landes (1976, 1977, 1985 und 1992). Mittlerweile sind über 30 Jahre vergangen, diese verbrachte die Mannschaft großteils in der dritten Liga und den Regionalligen.

Borussia Neunkirchen erlebte ein ähnliches Schicksal und stieg direkt nach der ersten Saison aus der neu gegründeten Bundesliga aus. Zwar schaffte der Club direkt danach den Wiederaufstieg, nach einigen Auf- und Abstiegen zwischen der ersten und zweiten Liga sank die Mannschaft jedoch zuerst in die dritte Liga und dann in die Regionalligen ab. Nun kämpfen sich die Neunkirchner Kicker durch die Saarlandliga. Immer wieder versuchen sich talentierte Vereine aus der Region nach oben zu arbeiten, scheitern jedoch an der gefährlichen Konkurrenz. Der FC Homburg ist dabei ein weiteres Beispiel.

Fokus auf andere Sportarten

Doch woran liegt es, dass saarländische Vereine sich so schwer in den obersten zwei Ligen durchsetzen können? Hierbei beißt sich die Katze selbst in den Schwanz. Förderungen im zweitkleinsten Land Deutschlands fallen für den professionellen Sport geringer aus, obwohl immer wieder neue Initiativen gestartet werden. Dazu fehlen mitgliederstarke Clubs, die ihr eigenes Budget erwirtschaften. Zwar gibt es natürlich auch hier verschiedene Trainingsmöglichkeiten, die Infrastruktur ist jedoch nicht ansatzweise so stark ausgebaut wie in Bayern. Gute Spieler wechseln deshalb auch relativ schnell und verlassen ihren Heimatort für bessere Karrierechancen.

Trotzdem haben die Saarländer bereits einige Erfolge gefeiert, besonders wenn man den Blick auf andere Sportarten richtet. So spielte bspw. der Handballverein TV Niederwürzbach einst in der Bundesliga mit und konnte dabei in der Saison 1992/93 und 1994/95 sogar jeweils den 2. Platz erlangen. Der Sieg beim Euro-City-Cup 1995 war ein besonderes Highlight für saarländische Fans des Sports. Man sieht also auch hier, dass die sportlichen Erfolge ein wenig zurückliegen.

Begutachtet man die heutige Sportlandschaft im Saarland, so findet man jedoch einige erfolgreiche Athletinnen und Athleten. Im Basketball der Frauen brillieren etwa die Saarlouis Royals, die derzeit in der 1. Bundesliga spielen, außerdem wurde der 1. FC Saarbrücken-Tischtennis, wie sich der Verein seit 2011 nennt, 2020 zum ersten Mal Deutscher Meister. Die Spielerin Nikola Jäckel aus Hasborn konnte zudem schon insgesamt 11. Meistertitel in verschiedenen Disziplinen einsammeln. Auch für Badminton scheinen die Saarländer ein Händchen zu haben, denn der 1. BC Bischmisheim spielt in der 1. Bundesliga und ist bereits elffacher Mannschaftsmeister.

Wer setzt sich in der Bundesliga durch?

Während man im Saarland in Sportarten wie Badminton und Tischtennis brilliert, bleibt der Nationalsport Fußball in den Regionalligen. Gleichzeitig ist die Bundesliga in vollem Gange und in diesem Jahr scheint, sich ein echtes Finalspektakel anzubahnen. Nachdem der FC Bayern München nun seit mehr als einem Jahrzehnt deutscher Dauermeister ist, scheint in dieser Spielzeit zum ersten Mal wieder ein würdiger Gegner am Start zu sein. Bayer Leverkusen ist dem amtierenden Meister punktemäßig schon seit geraumer Zeit voraus, dies spiegelte sich allerdings lange Zeit nicht in den Prognosen der Experten wider. Alle schienen davon überzeugt zu sein, dass sich der ewige Gewinner Bayern München wieder an die Spitze boxen würde. Jetzt hat sich der Wind gedreht und selbst bei der Online-Wette erhält Leverkusen die bessere Quote auf den Gesamtsieg. Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen steht bevor, so viel ist klar!

Im Saarland sportelt man zwar gerne – vom Vereinssport bis zum Marathon – im Fußball schaffen es die Clubs des zweitkleinsten Bundeslandes in Deutschland jedoch einfach nicht bis an die Spitze. Stattdessen brillieren sie jedoch in anderen Sportarten wie etwa Tischtennis und Badminton. Derweil spielt der 1. FC Saarbrücken in der dritten Liga, doch vielleicht kann er sich schon bald wieder ins deutsche Unterhaus kämpfen.

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