Profisportler, die eine zweite Sport-Karriere nach dem Ruhestand hatten

Gibt es eigentlich eine Altersgrenze für professionelle Sportler? Haben sie überhaupt noch die Möglichkeit, Teil einer erfolgreichen Sportart zu sein und damit im öffentlichen Leben zu stehen, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben?

Es gibt tatsächlich eine Menge Athleten, die zwei oder sogar mehr Sportarten im Laufe ihrer Karriere ausführen. Profisportler sind außergewöhnlich begabt und fokussiert und es ist daher nicht ungewöhnlich, dass sie noch mehrere Talente vorzuweisen haben. Professionelle Sportler gehen früh in den Ruhestand. Viel früher als die meisten von uns. Oft sind sie schon mit 40 zu alt, um noch im Wettkampf antreten zu können, da die Belastung des Profisports für Geist und Körper so hoch ist. Sie verbringen also etwa die Hälfte ihres Lebens de facto im Ruhestand. Was gibt es da noch für sie zu tun? Können sie in anderen Sportarten ihre Karrieren fortsetzen?

Ein Fußballstar entwickelt sich zum Kampfsportler

Das durchschnittliche Alter, um in einer Sportart große Siege zu erringen, liegt laut einer Infografik zum Thema Siegen von Betway bei nur 23 Jahren. Demnach sind erfolgreiche Schauspieler sowie Personen, die im Bereich Bereich Film und TV Auszeichnungen gewinnen, im Durchschnitt ganze 15 Jahre älter als im professionellen Sport. Doch manchmal trotzen Profisportler dem Alter und leisten in einem Lebensabschnitt, in dem es nicht gerade selbstverständlich ist, Sensationelles in ihrer Sportart. So spielte der ehemalige französische Fußballspieler Bixente Lizarazu während seiner Profi-Karriere zuerst für Girondins Bordeaux und gegen Ende, 1997–2004 und 2005-2006, beim FC Bayern München. Der ehemalige Linksverteidiger gilt als einer der besten Spieler in seiner Position, mindestens in den letzten zwei Jahrzehnten. Er schrieb Geschichte, als er zum ersten Spieler wurde, der zur gleichen Zeit Welt-, Europa-, Confed-Cup- sowie Champions- League-Pokalsieger war. Bisher bleibt er der einzige Spieler, dem das gelungen ist. Zu seiner Zeit spielten auch Größen wie Thierry Henry und Zinedine Zidane. Dennoch ist Fußball nicht das einzige Talent dieses begabten Spielers.

Nachdem er seine Fußballschuhe an den Nagel hängte, machte er einen ungewöhnlichen Schritt zu einer Karriere im Brasilianischen Jiu-Jitsu. Aufgrund seines außerordentlichen Talents und seiner harten Arbeit schaffte er es auch hier bis an die Spitze. Schon im ersten Wettkampf, an dem er teilnahm, gewann er den blauen Gürtel. Nach nur zwei Jahren gewann er einen Europameisterschaftspokal in der Kategorie Senior Lightweight. Während Jiu-Jitsu sicherlich kein einfacher Sport ist, bietet er auch Austragungen speziell für ältere Sportler. Die internationale Master Jiu-Jitsu Meisterschaft gibt es seit 1996 und erlaubt es SportlerInnen, in verschiedenen Altersklassen von 30 bis 56 Jahren, aber auch in älteren Jahren, anzutreten.

Mixed Martial Arts

Es gibt nicht viele Sportarten, die es erlauben, nach einer Profikarriere neu zu beginnen. So sehr es unwahrscheinlich klingt, ist der Kampfsport MMA (Mixed Martial Arts), der als besonders brutal gilt, einer davon. Bobby Lashley begann seine Karriere beim World Wrestling Entertainment (WWE) im November 2004. Wrestling gilt als eine der wenigen Sportarten, bei denen das Ergebnis vorher bestimmt wird und der Sport nach einem Skript ausgetragen wird. Natürlich bedeutet das nicht, dass Wrestling kein harter Sport ist. Wrestling setzt durchaus hohe athletische Fähigkeiten voraus – aber es scheint, als sei ein Sport wie MMA schwieriger zu meistern. Bobby Lashley gelang genau das. Er trat bei seinem ersten MMA-Kampf am 13. Dezember 2008 an und gewann den Kampf innerhalb von nur 41 Sekunden durch TKO gegen Joshua Franklin in der ersten Runde. Er gewann im MMA ingesamt 15 Mal und verlor nur zwei Mal. Inzwischen wechselt er zwischen Wrestling und MMA und tritt derzeit wieder für WWE auf.

Andere Sportler, die zum MMA wechselten, sind der ehemalige American-Football-Spieler Bob Sapp, der im MMA auch schon gegen Lashley angetreten ist sowie der ehemalige Box-Weltmeister in drei Gewichtsklassen, James Toney, der den Sprung zum MMA ein Mal mit 42 Jahren versuchte, aber gegen Randy Couture bei UFC 118 verlor. Laut der oben erwähnten Infografik hat die Altersklasse 41-50 neben den über 60-Jährigen die geringsten Chancen, zu gewinnen.

Andere Sportarten, die Athleten nach dem Ruhestand ausführen können

Gute athletische Fähigkeiten können dazu führen, dass Sportler nach dem Beenden einer aktiven Karriere eine weitere anstreben können. Oft kann es aber sinnvoll sein, eine Sportart oder Betätigung zu wählen, bei der der Körpereinsatz nur sehr gering ausfällt.

Schach ist so ein Beispiel. Der Denksport wird tatsächlich als Sportart anerkannt. Dennoch sind es meist körperliche Sportarten, für die sich Sportler in späteren Jahren entscheiden. Der ehemalige deutsche Eishockeyspieler Peter Obresa spielte ab 1972 auch Baseball bei den Mannheim Tornados – ein traditionsreicher Verein in Deutschland. Obresa wurde 1980 Deutscher Meister in der Eishockey-Bundesliga. Er spielte auch in der Eishockeynationalmannschaft und trat bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary an.

Baseball als zweite Sportart wählte auch der American Football-Spieler Tim Tebow, der als Quarterback Eindruck gemacht hatte und u. a. die Heisman Trophy gewann. Er spielte in der NFL für die Denver Broncos und die New York Jets. Ab 2016 wechselte er aber in die Minor-League-Baseball zu den New York Mets.

Weitere Möglichkeiten, in den “Ruhestand” zu gehen, ohne aus dem Sportleben auszutreten, ist das Bodybuilding, bei dem, wie im Jiu-Jitsu ebenfalls ein Masters Tournament für ältere Athleten existiert. Pro Wrestling ist ebenfalls ein Sport, der eine zweite Karriere in älteren Jahren ermöglichen kann sowie auch der Laufsport wie Marathon, für den sich viele Sportler nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn entscheiden. Eine weitere Möglichkeit, seine sportlichen Fähigkeiten zu nutzen, ist eine Karriere als Stuntman. Der Football-Spieler Mat Mitchel-King war vor seiner Football-Karriere Stuntdouble.

Es gibt also durchaus die Möglichkeit, auch nach einer Profisport-Karriere eine weitere anzustreben, auch wenn das beste Alter zum Gewinnen durchschnittlich zwischen 20 und 30 liegt. Dies scheint die erwähnten Sportler allerdings nicht weiter gestört zu haben!

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