Nutztierhaltung geht auch anders – Der Fleckvieh-Simmental-Hof der Familie Scheidt

Der E-Kurs Gesundheit der Klassenstufe 12 der Dr.-Walter-Bruch-Schule besuchte mit ihrer Gesundheits-Lehrerin Susanne Krieger den Simmental-Hof der Mitschülerin Anne Groß. Der Grund der Besichtigung war das Unterrichtsthema Massentierhaltung, welches auch in den Medien immer wieder diskutiert wird. Bei dieser Tierhaltung werden Geflügel, Schweine oder Rinder auf engstem Raum gehalten und haben keine Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Sie leben in Stresssituationen und müssen in kürzester Zeit „Fleisch“ ansetzen.

Gründe für die Massentierhaltung sind der hohe Fleischkonsum unserer Bevölkerung und wirtschaftliche Kostenvorteile. Die Folgen der Massentierhaltung sind vielfältig. Gestresste, durch hohes Gewicht deformierte, kranke Tiere, Verseuchung des Grundwassers durch die anfallende Gülle, Abholzung von Regenwäldern zum Anbau von Futtermitteln für die Tiere, sowie Verbreitung von MRSA (ein gegen Antibiotika resistentes Bakterium) auch auf Menschen durch Behandlung der Tiere mit Antibiotika wurden als Folgen von den SchülerInnen rege diskutiert.

 

Daraufhin die Schülerin Anne Groß: „Es geht auch anders. Wenn Interesse besteht, könnt ihr unseren Hof besichtigen. In unserem Familienbetrieb geht es den Tieren gut.“ Anne Groß zeigte den SchülerInnen die natürlichste Tierhaltung, die Mutterkuhhaltung. Dabei leben die Kälbchen mit ihren Müttern zusammen. Ein weiterer Unterschied zur Massentierhaltung besteht darin, dass die Tiere des Simmental-Hofes von März bis November auf weiträumigen Weiden an der frischen Luft im Herdenverband leben. Die Tiere bekommen auch keinerlei Medikamente. In den Wintermonaten erfolgt die Aufstallung in großen mit reichlich Stroh eingestreuten hellen Laufställen. Die Grundversorgung erfolgt ausschließlich über eigenerzeugte Silage und Heu, es kommt nur GVO-(Gentechnisch Veränderte Organismen)freies Futter und auch kein Kraftfutter zum Einsatz im Vergleich zur Massentierhaltung.

Zur Zeit stellt die Herdenzucht von Fleckvieh Simmental den Hauptbetriebszweig dar. Zukünftig ist eine Hoferweiterung durch ein Hühnermobil geplant. Dabei haben die Hühner den ganzen Tag Freilauf an der frischen Luft, nachts sind sie in einem Mobil untergebracht, geschützt vor Fressfeinden. Ziel dieser Landwirtschaftsform ist es, in einem Kreislauf zu wirtschaften, wertvolle Lebensmittel zu erzeugen, die Fruchtbarkeit des Bodens zu fördern und biologische Vielfalt zu erhalten. Die natürlichen Lebensgrundlagen sichern den Menschen eine lebenswerte Zukunft.

Auf dem Hof der Familie Scheidt leben auch Esel, Ponys und Hasen. Die Schülerin Anne Groß, die nächstes Jahr ihr Abitur ablegt, kümmert sich neben den hohen Anforderungen der Schule jeden Tag liebevoll um die Tiere und führte souverän und mit großem Wissen die Hofführung durch. Ihre MitschülerInnen und die Lehrperson waren begeistert: „Hier leben wirklich glückliche Tiere, es ist ein Paradies.“

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