Erste Übung nach Zwangspause

Nonnweiler: Als Übung wurde bei der Firma Diehl ein Brand inszeniert

Zur Abschirmung der Umgebung wurde ein Wasserwerfer eingesetzt. Foto: Dirk Glauben, Diehl Defence

In einer Lagerhalle der Firma Diehl Defence in Mariahütte, Gemeinde Nonnweiler, war ein Feuer ausgebrochen, das sich unter starker Rauchentwicklung rasch auszubreiten drohte. Die nähere Umgebung des Brandobjekts birgt ein hohes Gefahrenpotenzial. Das war die Ausgangssituation für eine Gemeinschaftsübung im Oktober, die unter „normalen Umständen“ jährlich im Frühjahr stattfindet. Bedingt durch die Corona-Pandemie war jedoch eine Zwangspause von 18 Monaten aufgekommen. Im Interesse einer wirksamen und nachhaltigen Prävention ist es aber unabdingbar, dass die beteiligten Einheiten hier in regelmäßigen Abständen gemeinsam den Ernstfall proben. So war es möglich, unter Einhaltung der Corona-Regeln eine Übung durchzuführen, bevor uns die vierte Welle fest im Griff hatte.


Alfons Klasen von der Werkfeuerwehr Diehl hatte das Übungsszenario akribisch geplant. Im Fokus standen die Überprüfung der Wasserversorgung, die Lagedarstellung anhand der vorhandenen Planunterlagen sowie die gezielte Abschirmung der Umgebung des Brandobjekts. In diesem werden unter anderem Abfälle von Metallspänen, zur Entsorgung vorgesehene entzündliche Flüssigkeiten sowie Farben- und Lackreste in getrennten Containern gelagert. Die Vorderseite des Gebäudes ist offen. Im Deckenbereich verläuft die Propangasleitung; ein erdgedeckter Propangastank befindet sich in der Nähe, ebenso weitere Behälter mit Methanol und Stickstoff. Für die Löschwasserversorgung stehen Unterflurhydranten zur Verfügung sowie eine fest installierte Saugstelle und ein Turbinengraben. Neben der Werkfeuerwehr der Firma Diehl waren die Löschbezirke Braunshausen und Nonnweiler sowie das beim Löschbezirk Primstal stationierte Einsatzleitfahrzeug in das Übungsszenario einbezogen. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung trafen die ersten Einheiten in kurzen Abständen ein. Nach sorgfältiger Lageerkundung kümmerten sich die Einsatzkräfte aus Braunshausen (Staffellöschfahrzeug) und Nonnweiler (Gerätewagen „Logistik“) gemeinsam um den Aufbau der Wasser-versorgung. Zügig ging man unter schwerem Atemschutz zum Löschangriff vor. Die Besatzung des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs aus Nonnweiler besorgte die Abschirmung der näheren Umgebung mittels Wasserwerfer. Die erforderliche Einspeisung des Löschwassers erfolgte unter anderem über eine Schlauchleitung aus dem Turbinengraben. Inzwischen war die Mannschaft des Gerätewagens „Gefahrgut“ damit beschäftigt, die
Kanalschächte abzudichten, damit kein verschmutztes Löschwasser in das Entwässerungssystem eindringen konnte. Da die Werkfeuerwehr Diehl im Betriebsgelände auf dem Maasberg bei Bierfeld stationiert ist, hatte sie den längsten Anfahrtsweg. Während sich das Tanklöschfahrzeug in Bereitstellung begab, unterstützte die Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs die Einsatzkräfte bei der Abschirmung der gefährdeten Objekte in der Umgebung des Entsorgungszentrums. Zur weiteren Lageerkundung ging ein Trupp in Chemikalienschutzanzügen vor. Die Besatzung des Einsatzleitfahrzeugs hatte die Koordination des Funksprechverkehrs und die zentrale Lagedarstellung übernommen.Schließlich folgte die Meldung „Brand vollständig gelöscht – keine Personen zu Schaden gekommen“.

Als aufmerksame Beobachter waren neben Standortleiter Udo Bosler und Werkschutzleiter Dirk Glauben auch Kreisbrandmeister Frank Feid sowie der Nonnweiler Gemeindewehrführer Alexander Kuhn und seine beiden Stellvertreter Florian Janowski und Thorsten Maring anwesend. Bosler dankte den zahlreichen Einsatzkräften für die hervorragende Zusammenarbeit. Nach der bereits erwähnten 18-monatigen Zwangspause sei eine Verjüngung innerhalb der Mannschaften nicht zu übersehen. Demzufolge brauche man sich um den Nachwuchs in der Feuerwehr keine Sorgen zu machen. Wehrführer Alexander Kuhn hob hervor, dass die mit dem Übungs-szenario verbundenen Anforderungen gut gemeistert wurden. Insbesondere für die Abschirmung der Umgebung des Übungsobjekts sei dies besonders relevant, so Kuhn. Die Wasserversorgung hatte sich als absolut auskömmlich erwiesen.

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