Nohfelden: Bürgerinitiative begrüßt Radweg und sorgt sich um Deponie

Vergangene Woche fanden die Neuwahlen bei der gut besuchten Mitgliederversammlung unter dem Zeichen der Neustrukturierung des Vorstandes der BI Nohfelden e. V. statt. Damit reagiert die BI auf die Anerkennung als Umweltvereinigung.

Josef Schumacher wurde im Amt des 1. Vorsitzenden und Dirk Straub in Funktion des 2. Vorsitzenden bestätigt, Simone Konrath (Sötern) wurde als Schriftführerin neu in den Vorstand gewählt. Joachim Altvater (Eisen) bleibt 2. Schriftführer und  Alexander Ruppenthal (Sötern) wurde ebenfalls neu in das Amt des Kassenverwalters gewählt.

Als Beisitzende fungieren Fritz Baumann (Eisen), Andreas Heub-Schneider (Eisen) und Horst Schmeier (Sötern).

Gerd Barth, Vorsitzender der BI Nonnweiler e.V., begleitet auch weiterhin die Beisitzerfunktion und stellt damit die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider BI’en sicher.

Schwerpunkt der Berichterstattung des Vorstandes der BI Nohfelden e.V. war deren Beitrag zur Planung eines Rad- und Wanderweges auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke Türkismühle – Nonnweiler/Bierfeld.

Bereits 2013 hat die BI in Publikationen (Leserbrief) auf die günstige Gelegenheit hingewiesen und diese Idee dann später in den Gemeindeentwicklungsplan Nohfelden eingebracht.

Die BI Nohfelden bezog dazu eindeutig Stellung: „Wir wollen eine finanzierbare Lösung im Sinne der Touristen, aber insbesondere der einheimischen Bevölkerung und der Anrainer zur Bahntrasse. Wir begrüßen ausdrücklich das Engagement des Bundes, nur mit dessen Mitteln können die Kunstbauwerke für die nächsten 25 Jahre so weit ertüchtigt werden, dass auf die beteiligten Kommunen keine weiteren Kosten für die Verkehrssicherungspflicht entstehen.“

„Wir wollten keine Konkurrenz zur Glanstrecke (Draisinen) und zum Bahnangebot in Losheim und im Ostertal“, so Josef Schumacher!

Weiterhin wurde auch über den unbefriedigenden Sachstand zum Füllstand der Deponie (Sonderabfall) am Standort Sötern – Waldbach berichtet. Offensichtlich verzögert sich die Verfüllung des ehemaligen Naturparadieses um weitere 3,5 Jahre (Aussage LUA nach schriftlicher Anfrage)!

Der Vorstand bewertet diese Zeitplanung äußerst skeptisch, da vor knapp vier Jahren vom LUA und vom MUV ein Restvolumen von ca. 90.000 m3 benannt wurde, dies ginge mit einer Restverfülldauer von ca. 2- 3 Jahren einher.

Obwohl jedes Jahr zigtausende Kubikmeter angeliefert werden, sind 2018 erstaunlicherweise, nach offizieller Information des LUA, wieder 120.000 m3 Restvolumen vorhanden! Wurde die Deponiekapazität zwischenzeitlich erweitert?

Die Mitgliederversammlung  erteilte dem Vorstand per einstimmigen Beschluss den Auftrag, hier nochmals nachzuforschen, Akteneinsicht beim LUA zu beantragen und einen Antrag auf Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu stellen.

Weitere nachteilige Entwicklungen am Standort sind der Neubau einer vermeintlichen Lagerhalle und das Gerücht, dass die Altholzrecyclinganlage durch eine weitere Halle erweitert werden soll! Dies offenbar ohne Informationen an die Bevölkerung, die nach wie vor und im super Sommerjahr 2018 insbesondere unter der Staublast, verursacht durch den Schwerlastverkehr, leiden müssen. Die Gesundheitsgefährdung durch Staub und Lärm ist nach wie vor eklatant.

Aus dem Genehmigungsverfahren:

„Die Zulassung der Erdmassen- und Bauschuttdeponie dient dem Wohl der Allgemeinheit, wie es in § 32 Abs. 2 Satz 2 KrW-/AbfG normiert ist, da sie einen Vorteil für eine unbestimmte Vielzahl von Personen im Landkreis St. Wendel, insbesondere im Bereich der Gemeinde Nohfelden, bei der Entsorgung von Bauschutt durch kürzere Entsorgungswege verspricht.

Darüber hinaus wird mit der Zulassung auch die Erfüllung der Verpflichtung der Gemeinde als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 und Abs. 6 Satz 1  SAWG sichergestellt.“

Diese Erklärung stammt aus den Unterlagen im Genehmigungsverfahren und soll verdeutlichen, dass die Deponie für den Landkreis St. Wendel und insbesondere für Nohfelden wichtig ist; dass mittlerweile die Deponie aber auch für das Land Luxemburg von großer Bedeutung ist, machte der Vorsitzende der BI Nonnweiler, Gerd Barth, klar! In Luxemburg gibt es keine vergleichbaren Deponien, die das gefährliche Material aufnehmen dürfen, da dort die Grenzwerte wesentlich strenger sind.

So wundert es niemanden, dass tagtäglich dutzende von Schwerlastern die Deponie aufsuchen und offensichtlich den gesamten Sonderabfall aus Luxemburg an den Standort Sötern – Waldbach verbringen.

Den Vorteil, wie im Auszug zu lesen ist, hat ganz alleine der Betreiber, der einen derzeit noch unmessbaren wirtschaftlichen Vorteil erfährt und das auf Kosten der Anrainer!

Erfreulich die Mitteilung des Gastes, Magnus Jung (MdL): „Die entsprechende Behörde sowie das Ministerium zeigen Gesprächsbereitschaft!“ Dies habe er im Vorfeld seiner Teilnahme an der Veranstaltung abgefragt.

Foto: Dirk Straub

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