Neuer Geh- und Radweg in St. Wendel-Alsfassen ohne Anschluss

Foto: Michael Müller

Am Ortsausgang von St. Wendel-Alsfassen in Richtung Bliesen wurde ein neuer Geh- und Radweg errichtet. Bei ihrem letzten Monatstreffen nahm die Ortsgruppe St. Wendel des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) den neuen Radweg genau unter die Lupe und äußerte dabei erhebliche Kritik.

Bei einer Vor-Ort-Besichtigung wurde schnell deutlich, dass die negativen Aspekte der Maßnahme überwiegen. Positiv hervorgehoben wurde lediglich, dass die Radfahrenden aus dem Wohngebiet rund um die Saarbrücker Straße nun eine sichere Verbindung zum Hütherhof haben. Außerdem konnte die Stadt durch die Bauarbeiten umfangreiche Fördermittel erhalten.

Doch der beidseitige Geh- und Radweg, der insgesamt 310 Meter lang ist, zeigt auch perspektivisch keinen Anschluss an eine weiterführende sichere Radwegeinfrastruktur. Selbst im städtischen Radverkehrskonzept sind in diesem Bereich keine Rad(neben)routen vorgesehen. Für eine Verbindung nach Bliesen bietet der benachbarte Bahnradweg die beste Möglichkeit, während die Alsfassener Straße in Richtung Innenstadt keinen Platz für einen sicheren Radweg bietet.

Zusätzlich bemängelte der ADFC die Vielzahl an Verkehrsschildern auf der kurzen Strecke, die für Verwirrung sorgen. ADFC-Sprecher Michael Müller erklärte, dass ein Schild, das den Beginn des Radwegs kennzeichnet, direkt über einem Schild platziert ist, das vor plötzlich auftauchendem Radverkehr warnt. Diese kuriose Situation ergibt sich aus der Kürze des Radwegs.

Die Ortsgruppe kam einstimmig zu dem Fazit, dass der neu geschaffene Radweg trotz des erheblichen Aufwands – darunter Hangabtragungen, Baumfällungen, wochenlange Sperrungen und Gesamtkosten von 1,2 Millionen Euro – nur einen minimalen Beitrag zur Förderung des Radverkehrs in St. Wendel leistet.

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