Erneuerbare Energien im Fokus

Neue Energie im Landkreis St. Wendel: Gemeinde Marpingen plant „Windpark Seibertswald“

Symbolbild

Im Rahmen unserer Serie „Neue Energie im Landkreis St. Wendel“ rückt heute die Gemeinde Marpingen in den Fokus. Vier Windkraftanlagen sind in Urexweiler geplant und in der Gemeinde liegen insgesamt acht Anträge für PV-Freiflächenanlagen vor, die aktuell bewertet und abgearbeitet werden.

Erneuerbare Energien im Fokus – das ist geplant

Die Gemeinde Marpingen hat bereits einige Anlagen für die Erzeugung von regenerativer Energie. So beheimatet die Gemeinde den größten Solarpark im Saarland. Mit insgesamt sechs Windrädern gibt es auch im Bereich “Wind” schon seit längerem abgeschlossene Projekte zu vermelden. Darüber hinaus hat die Gemeinde Marpingen auf allen gemeindeeigenen Dächern, wo es möglich war, Solaranlagen installiert. Mit der gemeindeeigenen Tochtergesellschaft KDM betreibt die Gemeinde auch ein kleineres Solarfeld in der Feldstraße. Mit ca. 750kwp ist es zwar deutlich kleiner als die Großanlagen, aber es fügt sich gut in den Energiemix der Gemeinde ein.

Neu entstehen sollen im Gebiet „Seibertswald“ in Urexweiler vier Windkraftanlagen. Der Bereich liegt in einer ausgewiesenen Konzentrationszone für Windenergie – sogenannte Windvorranggebiete, welche vom Gemeinderat damals einstimmig so festgelegt wurden.

Zudem liegen acht Anträge für PV-Freiflächenanlagen vor. Diese werden anhand des vorliegenden kommunalen Standortkonzeptes für PV-Freiflächenanlagen, welches ebenfalls vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde, bewertet und abgearbeitet. In diesem Konzept sind auf Basis der „harten Ausschlusskriterien” (z.B. Naturschutzgebiete) und „weichen Ausschlusskriterien” (z.B. Topographische Ausschlussflächen, wie Steilhänge) definiert, welche Flächen und Standorte, als „grundsätzlich nicht geeignet”, „eingeschränkt geeignet” oder als „Potenzialfläche” für die Errichtung einer PV-Freiflächenanlage gelten. Darüber hinaus enthält das Konzept Begrenzungen, unter anderem wie groß ein einzelner Park sein darf. Demnach soll die Anlagengröße auf 15 Hektar begrenzt werden. Die Vergrößerung einer Anlage bis auf 20 Hektar kann aber bei einer Bürgerbeteiligung im Rahmen einer Genossenschaft erfolgen.

Sobald es zu den PV-Freiflächenanlagen konkrete Informationen gibt, werden die Bürgerinnen und Bürger informiert.

Seitens der Gemeinde Marpingen ist aktuell am konkretesten das Projekt „Windpark Seibertswald“. Aus diesem Grund beziehen sich die unten aufgeführten Antworten nur auf dieses Projekt.

Wann wird das Projekt umgesetzt?

Ein genauer Baubeginn bzgl. des Windparks am Seibertswald ist noch nicht möglich, da die Verträge zuerst noch abgestimmt werden müssen und die offizielle Genehmigung noch erteilt werden muss.

Der von der Firma vorgelegte grobe Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • November/Dezember 2023: Einreichung Genehmigungsunterlagen beim LUA
  • 2. Quartal 2024: Genehmigung
  • 3. Quartal 2024: Teilnahme Tarifausschreibung BNetzA
  • 1. Quartal 2025: Beginn Fundamentbau der Windkraftanlagen
  • 2.-4. Quartal 2025: Ausbau Infrastruktur, Kabeltrasse und Aufbau der Windkraftanlagen
  • Ende 2025/Anfang 2026: Inbetriebnahme der Windkraftanlagen

Wie sieht es mit den Zahlen und Fakten zu den Anlagen aus?

Diese Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 160 m, eine Nabenhöhe von 166,6 m und eine Gesamthöhe von 246,6 m. Erbringen kann eine Anlage eine Leistung von 5,56 MW. Damit entsteht ein Gesamtertrag pro Jahr von ca. 60 Mio. kWh.

Wer betreibt das Projekt?

Betreiber des Projektes “Windpark Seibertswald” ist die Firma Anschütz Erneuerbare Energien GmbH in Illingen.

Bürgerbeteiligung – ja oder nein?

Nach Informationen der Firma Anschütz Erneuerbare Energien GmbH sei eine Bürgerbeteiligung mit der BürgerEnergieEppelborn (BEE) eG geplant. Laut Firma Anschütz wurde hierzu bereits eine Absichtserklärung zwischen der BEE eG und der Firma Anschütz, als Projektentwickler, unterzeichnet. Der Absichtserklärung zufolge werde eine Beteiligung der BEE eG am Windpark in Höhe von mindestens 500.000 Euro angestrebt. Dadurch solle eine umfassende finanzielle Beteiligungsmöglichkeit der Bürgerinnen und Bürger in Urexweiler am geplanten Windpark geschaffen werden.

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