Gesundes aus der Natur

Naturpark-Wildkräuter-Genüsse im Frühling: Giersch toppt Grünkohl und Zitrone

Junger Giersch

Giersch wird seit Urzeiten als Wildgemüse genossen und besitzt bis zu dreizehnmal mehr Mineralstoffe als Grünkohl und hat einen viermal höheren Vitamin-C-Gehalt als Zitronen. Schon Hildegard von Bingen lobte die entzündungshemmende Wirkung von Giersch. Giersch schmeckt fabelhaft und gehört zu den eiweißreichsten Grünpflanzen. Er macht Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere und Co. Konkurrenz. Generell haben Wildkräuter eine gute Ökobilanz, sie kommen ohne lange Transportwege und Verpackungsmüll aus, sind kostengünstig, nahezu überall verfügbar und können beim Spazierengehen mitgenommen werden. Bei Gärtnern ist der Giersch, da er stark wuchernde Wurzelrhizome hat, ein „unverwüstliches Unkraut“. Verringern Sie den Gierschbestand in ihrem Garten, indem sie ihn aufessen. Die weißen Doldenblüten ziehen auch eine Vielzahl von Insekten an und bieten ihnen eine wertvolle Nahrungsgrundlage.  

Giersch kulinarisch

Das robuste, wuchskräftige Wildkraut, verwandt unter anderem mit Möhre, Pastinake und Petersilie, kann vielfältig den täglichen Speiseplan ergänzen. Die zarten jungen Gierschblätter sind ideal in Salaten, Gemüsegerichten, Aufläufen, Füllungen, Suppen, Aufstriche, Pesto, Tee oder Limonade. In der Kriegszeit galt Giersch als der Spinatersatz schlechthin. Ältere und getrocknete Blätter können als Petersilienersatz verwendet werden. Die unreifen oder reifen Samen sind ein Würzmittel. Die Blüten sind eine süßliche Beilage auf dem Teller.

Tipp: Giersch-Graupen-Risotto

120 g Graupen und 200 ml Wasser 5 Minuten kochen lassen, 250 g Giersch und 100 g Brennnesseln dazu geben und weitere 10 Minuten kochen, bis die Graupen gar sind. 200 g Quark, 1 EL Pflanzenöl,
3 EL geriebenen Käse unterziehen, mit Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken und mit frischen Wildkräutern wie Gundermann, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Taubnessel etc. garnieren.

Giersch-Wildkräutercreme:

200g Wildkräuterblätter wie Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Gundermann etc. feinhacken und mit 200 g Sahne, 100 g Quark, 1 EL Apfelessig, 2 EL Pflanzenöl, Salz und Pfeffer verrühren.

Giersch-Limonade:

Giersch-Limonade

Handvoll frische Gierschblätter, einige Blätter Zitronenmelisse, Brennnesseln, Vogelmiere etc. mit dem Nudelholz oder einer Flasche leicht anquetschen, mit naturtrüben Apfelsaft und ggf. Wasser auffüllen, einen Spitzer Zitrone oder Apfelessig dazugeben. Für einen intensiven Geschmack den Giersch über Nacht ziehen lassen.

Giersch – nahrhaft und heilwirksam

Bereits in der Antike galt Giersch als Heilmittel gegen Gicht, Rheuma, Blasen- und Atemwegentzündungen und Herzgefäßerkrankungen. Der lateinische Name Aegopodium podagraria (podagra = Gicht) bedeutet „Gicht heilender Ziegenfuß“. Bei Beschwerden im Fußbereich, Gichtknoten, schlecht heilenden Wunden, Rheuma und Ischias kann der Giersch z. B. als Badezusatz oder Salbe angewandt werden. Der Tee aus den frischen Gierschblättern kann als Frühjahrskur eingenommen werden. Der Pflanzensaft der zerriebenen Pflanze verringert meist das Anschwellen von Insektenstichen und schafft Linderung bei Verbrennungen, Hautausschlag, Entzündungen und Krampfadernbeschwerden. Giersch wirkt antibakteriell, antifungizid, entzündungshemmend, entgiftend, entsäurend und harntreibend. Wertvolle Inhaltsstoffe der Pflanze sind Kalzium, Kalium, Mangan, Magnesium, Phosphor, Silizium, Cumarin, Eisen, Vitamin A und C, Nitrate, Saponine, Kaffeesäure und ätherisches Öl. Durch seinen Mineralreichtum eignet sich die Giersch-Jauche aus Blättern und Wurzelrhizomen auch als Pflanzendünger.

Boden, Standort und Ernte

Giersch wächst häufig an nährstoffreichen, etwas feuchteren Standorten im Halbschatten unter Gebüschen in Gärten, am Waldsaum, neben Bächen und Flüssen. Für den frischen Verzehr empfiehlt sich die Ernte der zarten, jungen Triebe, sie treiben immer wieder nach. Durch langsames Trocknen und anschließend in Papier- oder Stoffbeuteln aufbewahrt, lässt sich Giersch konservieren. Gehen Sie jedoch sicher, dass es sich bei der Pflanze tatsächlich um Giersch handelt, da er verwechselt werden kann mit giftigen Doldenblütlern. Der Giersch hat einen dreikantigen Stiel, dreigeteilte Blätter, mit dreigeteilten Einzelblättern, ist am Blattrand gesägt bzw. gezackt und hat einen petersilienartigen Geruch.

Weitere Infos z. B. unter https://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/giersch/.

Informationen über den Naturpark erhalten Sie bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Telefon 06503/9214-0 und info@naturpark.org.

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