Kein Ende in Sicht

Nach massiven Verkehrsproblemen in der Kreisstadt fordert FDP St. Wendel effektiveres Baustellenmanagement

Baustelle Mommstraße (Foto: FDP St. Wendel)

Seit Anfang Juli herrscht in der St. Wendeler Innenstadt Verkehrschaos. Hauptgrund dafür ist die Sanierungsmaßnahme in der Mommstraße. Ab der Einmündung Kelsweilerstraße bis zur Einmündung Tholeyer Straße werden die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung mit Einbahnstraßenregelung in Fahrtrichtung Bahnhof durchgeführt. Täglich bilden sich hierdurch Staus, welche über ein ortskundiges Ausweichen kaum gemildert werden können. Der Bahnübergang trägt stets sein Restliches zur Situation bei und auch die gleichzeitige Baumaßnahme in der Park- und Werkstraße belastet den innerstädtischen Straßenverkehr zusätzlich.

Frust macht sich breit.

Die FDP St. Wendel äußert in einer Pressemitteilung scharfe Kritik und will mit Lösungsvorschlägen ein effektiveres Baustellenmanagement einfordern. In der Pressmitteilung heißt es wörtlich:

„Aktuell kommt es durch die Vollsperrung der Parkstraße zur Werkstraße, die zwischen zwei und fünf Monaten gesperrt bleiben soll, sowie durch die halbseitige Sperrung der L 132 Mommstraße im Bereich der Kelsweilerstraße bis zur Einmündung Tholeyer Straße zu massiven Verkehrsproblemen im Stadtgebiet. Letztere soll voraussichtlich bis mindestens Mitte Juli andauern.

`Wie auf der Webseite der Kreisstadt St. Wendel zu lesen ist, werden Ortskundige gebeten, die Baustelle großräumig zu umfahren. Dies ist jedoch aufgrund der gleichzeitigen Vollsperrung der Parkstraße zur Werkstraße nur durch einen Umweg über Oberlinxweiler möglich´, erläutert Tobias Kuhn, stellvertretender Ortsvorsitzender der FDP St. Wendel, der selbst als Fahrlehrer täglich in der Stadt unterwegs ist. `Aufgrund der Bahnschranke an der Kelsweilerstraße kommt es auch in Fahrtrichtung Baltersweiler und Bliesen zu erheblichen Rückstaus und Behinderungen.´

Die Situation wird durch die Sperrung der Abfahrt Oberlinxweiler entlang der B41 noch weiter verschärft, da dadurch zusätzlicher Verkehr durch die Innenstadt geleitet wird. Davon sind nicht nur Pendler und Anwohner betroffen, sondern auch der öffentliche Nahverkehr und insbesondere der tägliche Schulverkehr. Selbst Rettungsfahrzeugen kann kein zügiges Durchfahren der Baustelle gewährleistet werden.

Der dadurch entstandene volkswirtschaftliche Schaden durch Staus und Umwege ist nicht unerheblich und muss von den Bürgern sowie den Unternehmen, wie z.B. ambulanten Pflegediensten getragen werden. Vorsichtigen Schätzungen zu Folge liegt dieser im Bereich von ca. zwei Millionen Euro pro Monat.

Um die Bürger zu entlasten, fordern die Freien Demokraten eine bessere Abstimmung zukünftiger Baumaßnahmen. Im konkreten Fall hätte eine zeitliche Verlagerung der Baumaßnahme in der Mommstraße um wenige Wochen in die Ferienzeit eine deutliche Entlastung gebracht. Dazu sollte auch die Digitalisierung des Baustellenmanagements vorangetrieben werden, beispielsweise durch das Konsolidieren von Datenbanken für alle Straßenbauprojekte und den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Gleichzeitig muss die transparente und frühzeitige Kommunikation von Baumaßnahmen gestärkt werden. Im konkreten Fall wurden weder Anwohner noch Handel und Gewerbe ausreichend über die bevorstehenden Baumaßnahmen informiert.

Auch Vollsperrungen sind nicht alternativlos. Auf Druck engagierter Bürgerinnen und Bürger wurde im Fall der Baumaßnahme Parkstraße/ Werkstraße ein Bypass angelegt, der bis vor kurzem noch befahrbar war. Nach diesem Vorbild fordern wir die Errichtung eines neuen Bypasses, der die Durchlässigkeit für Pkws zum Kreisverkehr garantiert.“

Auf unsere Nachfrage bei der Kreisstadt St. Wendel hin, konnte zur Digitalisierung des Baustellenmanagements folgende Äußerung getätigt werden: „In der Kreisstadt St. Wendel werden die städtischen Maßnahmen in Form eines digitalen Bauzeitenplans erfasst und somit bauzeitlich abgestimmt. Hierfür wird ein ähnliches Programm wie MS – Projekt genutzt.  Die externen Maßnahmen werden ebenfalls digital aufgenommen.“ 

Darüber hinaus müsse betont werden, dass die Kreisstadt keinen Einfluss auf die oben angeführten Baumaßnahmen hat. Diese stehen unter der Führung des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS). Folglich ist es auch die Webseite des Saarlandes und nicht die der Kreisstadt, die die Umgehung der Baustellen nach Aufzählung der Umleitungen wie folgt anführt: „Der LfS rechnet in den Spitzenzeiten mit Verkehrsstörungen. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, absehbare Störungen bei der Routenplanung zu berücksichtigen und entsprechend mehr Fahrtzeit einzuplanen. Zur Entspannung der Verkehrssituation empfiehlt es sich, den betroffenen Straßenabschnitt nach Möglichkeit zu meiden und weiträumig zu umfahren. Ortskundige werden gebeten, Ausweichrouten zu nutzen.“

Dort heißt es auch, dass die Sanierung heute, den 16.07.2023 abgeschlossen sei und die L132 zwischen der Einmündung Kelsweilerstraße bis zur Einmündung Tholeyer Straße somit wieder wie gewohnt befahrbar ist.

Doch noch ist kein Ende in Sicht: Bewohner und Besucher von St. Wendel müssen sich in den kommenden Wochen auf weitere Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen:

Zwischen dem 31. Juli und 12. August wird auf der L 309 in der Jahnstraße ein Rückbau einer Überquerungshilfe durchgeführt. Während dieser Zeit wird eine halbseitige Sperrung der Fahrbahn mit einer Einbahnstraße in Richtung Kelsweilerstraße eingerichtet, wie aus einem Plan der Fa. VASS GmbH vom 5. Juni hervorgeht. Eine Umleitung für den Verkehr in Richtung Urweiler wird über die Bahnhofstraße (L 131), Zum Rondell (L309) und Urweilerstraße eingerichtet.

Zusätzlich wird die Bahnhofstraße in St. Wendel, zwischen der Parkstraße und der Beethovenstraße in Höhe des Schlossplatzes vom 14. Juli bis 29. Juli vollständig gesperrt. Dies ist aufgrund von geplanten Straßenbauarbeiten erforderlich. Hier wird der Verkehr über die Mommstraße, Brühlstraße, Jahnstraße, Urweiler Straße, Zum Rondell und Wendalinusstraße ins Zentrum gleitet.

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