Ein Friedensgarant, aktueller denn je

Marpinger Schüler:innen zu Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg

Marpinger Schüler:innen zu Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg
Fotos: Markus Mörsdorf

Ein Parlament, in dem 24 Sprachen gesprochen werden, 705 Abgeordnete aus den 27 Mitgliedsstaaten der EU und der riesige Plenarsaal, in den man von der Besuchertribüne im Kreisrund von oben Einblick erhalten und die Debatten und Abstimmungen genauestens verfolgen kann. Für die 40 Schülerinnen und Schüler der Politikkurse der Stufe 12 war die Fahrt nach Straßburg zum Europäischen Parlament ein prägendes Erlebnis.

Eingeladen von Christine Schneider, Abgeordnete des EP‘s aus der Vorderpfalz, erhielten sie Anfang Oktober die Möglichkeit, die europäische Politik und deren Abläufe live und im Zentrum des Geschehens mitzuerleben.

Nach einer kurzen Führung durch das Parlamentsgebäude am Illkanal in Straßburg empfing Christine Schneider die Marpinger Gruppe zu einem politischen Gespräch. Mit einem Augenzwinkern betonte sie, dass es eine besondere Ehre sei, als Pfälzerin in Straßburg Saarländer empfangen zu dürfen. Die Marpinger Schüler erhielten anschließend einen Einblick in ihren politischen Werdegang, der weniger mit einer geplanten Karriere als mit dem Aufgreifen von Chancen und Angeboten zu tun hatte.

Als junge Frau aus der Pfalz begann er standesgemäß, erklärt Christine Schneider charmant, denn auch als Weinkönigin. Ihr Steckenpferd, die Landwirtschaftspolitik, kam und kommt ihr auch in Straßburg und Brüssel zugute. Interessiert verfolgten die jungen Leute ihren Ausführungen, um anschließend mit der Abgeordneten über Fragen zur europäischen Politik und zur aktuellen politischen Lage – teils recht kontrovers – zu diskutieren.

Die Vielfältigkeit der Meinungen konnten die jungen Leute auch auf der Besuchertribüne des Parlaments verfolgen. Die Debattenbeiträge in den jeweiligen Landessprachen griffen entsprechend der Tagesordnung die europäische Landwirtschaftspolitik und die wirtschaftlichen Herausforderungen in Folge des russischen Krieges in der Ukraine auf. Den Höhepunkt des Besuchs stellte der zweite Gang auf die Besuchertribüne dar, als gegen Mittag die Abstimmungen starteten und alle Abgeordneten zugegen
waren. Die Schnelligkeit der Abläufe und die hohe Anzahl der Änderungsanträge zu den Vorlagen erstaunten und beeindruckten.

Den Abschluss des Tages bildete ein Abstecher ins Zentrum von Straßburg. Am heutigen Platz der Republik, dem ehemaligen Kaiserplatz der deutschen Zeit Straßburgs, wurde ein kurzer Stopp eingelegt. Das zentrale Monument erinnert daran, dass elsässische Mütter ihre Söhne in den zahlreichen deutsch-französischen Kriegen verloren. Wegen der wechselnden Zugehörigkeit, einmal zu Deutschland, dann zu Frankreich, wurden Familien zerrissen, standen sich sogar Brüder auf dem Schlachtfeld gegenüber. Die kontroverse, aber konstruktive Kommunikation und Kooperation in der Europäischen Union hat diesem jahrhundertelangen Gemetzel ein Ende gesetzt. „Angesichts des Krieges in Osteuropa ist das Friedensprojekt der EU aktueller denn je“, erläuterte Christine Schneider im Parlament. Nicht erst am
Denkmal der leidenden Mutter stimmten viele der jungen Erwachsenen dieser Einschätzung zu.

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