Landkreis St. Wendel: Der Arbeitsmarkt im November 2017

  • Arbeitslosigkeit deutlich unter Vorjahresniveau
  • Nachfrage nach neuen Mitarbeitern gegenüber Vorjahr merklich gestiegen
  • Agentur für Arbeit weist anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung auf deren großes Fachkräftepotential hin

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis St. Wendel ist in den vergangenen vier Wochen um 130 Personen zurückgegangen und lag im November bei 1.454. Gegenüber dem Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (minus 287 bzw. 16,5 Prozent). Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um neun auf 3.380 gestiegen. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den fast 1.500 Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschl. Langzeitarbeitslose), u.a. auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbständige, die eine andere Arbeitsstelle suchen.

Die Arbeitslosenquote lag bei 3,1 Prozent, 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat.

 

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

Landkreis St. Wendel: 3,1 Prozent

Landkreis Merzig-Wadern: 4,2 Prozent

Landkreis Saarlouis: 4,8 Prozent

Saarpfalz-Kreis: 4,8 Prozent

Landkreis Neunkirchen: 6,9 Prozent

Regionalverband Saarbrücken: 9,1 Prozent

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember jedes Jahres ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme dieser Menschen wachhalten und den Einsatz für die Würde, die Rechte und das Wohlergehen der Betroffenen fördern soll. Die Agentur für Arbeit unterstreicht mit der bundesweiten Aktionswoche der Menschen mit Behinderung, die vom 27. November bis 03. Dezember stattfindet, ihr Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Männer und Frauen an Gesellschaft und Arbeitswelt. „Im Hinblick auf den Internationalen Tag und die Aktionswoche der Menschen mit Behinderung möchte ich die Unternehmen der Region auf das große Fachkräftepotenzial hinweisen, das behinderte Menschen mitbringen und das Arbeitgeber nutzen sollten. Gut qualifizierte Arbeitsuchende mit Behinderung sind in allen Berufsgruppen, auch in Engpassberufen, zu finden. Sie können zur Fachkräftesicherung in Unternehmen beitragen“, appelliert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. 102 der im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer sind schwerbehindert. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 7,0 Prozent. „Sowohl die Arbeitsagentur als auch das Jobcenter unterstützen die Einstellung von schwerbehinderten Menschen mit befristeten Probebeschäftigungen, Zuschüssen zur technischen Ausstattung des Arbeitsplatzes und Eingliederungszuschüssen. Darüber hinaus sind Weiterbildungen zur Anpassung der Qualifikation möglich“, erläutert Haßdenteufel. Unternehmen, die schwerbehinderte Menschen einstellen möchten, können sich für Informationen und Beratung an ihren persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeberservice oder an die kostenfreie Service-Hotline 0 800 4 5555 20 wenden.

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im November um 36 auf 654 gesunken und lag um 47 unter dem Vorjahreswert (minus 6,7 Prozent). Im aktuellen Monat waren 348 Männer und 306 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies waren fünf Männer und 31 Frauen weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ist bei den Männern ein Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen (minus 12,3 Prozent), bei den Frauen hingegen ein Anstieg (plus 0,7 Prozent). Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Hier waren 65 Personen gemeldet, elf weniger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahr ist bei diesem Personenkreis ebenfalls eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit festzustellen (minus 26,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen 50plus lag bei 328. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um zwei, gegenüber dem Vorjahr um zwölf erhöht (plus 3,8 Prozent). 62 schwerbehinderte Menschen waren im aktuellen Monat arbeitslos gemeldet. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um fünf gestiegen (plus 8,8 Prozent).

Hinweis: Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat ist zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von Agentur und Jobcenter beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

 

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises St. Wendel ist im November um 94 auf 800 Personen gesunken und lag damit um 240 unter dem Vorjahreswert (minus 23,1 Prozent). 363 Frauen und 437 Männer waren im aktuellen Monat arbeitslos gemeldet. Bei den Frauen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 119 gesunken (minus 24,7 Prozent), bei den Männern um 121 (minus 21,7 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im aktuellen Monat bei drei. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. 231 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 28,9 Prozent an allen Arbeitslosen. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um 72 reduziert werden (minus 23,8 Prozent). Aktuell sind 40 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, 13 weniger als vor einem Jahr (minus 24,5 Prozent). Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 297 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 37,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 81 (minus 21,4 Prozent).

Hinweis: Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat ist zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von Agentur und Jobcenter beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

 

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Unterbeschäftigung im November mit 855 Personen 60 unter dem Vorjahresniveau. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag sie mit 1.769 Personen um 129 unter dem Vorjahreswert.

In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

 

Stellenmarkt

Insgesamt haben Unternehmen der Region dem Arbeitgeberservice im November 247 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, 103 mehr als im Vorjahresmonat (plus 71,5 Prozent). Seit Jahresbeginn gingen 2.295 Stellenangebote ein, deutlich mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (plus 665 bzw. 40,8 Prozent). Aktuell verzeichnet der Arbeitgeberservice noch 832 unbesetzte Stellen.

Die meisten Stellen wurden im November in der Zeitarbeit (160), im Handel (21), im Verarbeitenden Gewerbe (19) im Gesundheits- und Sozialwesen (13), im Gastgewerbe (9) sowie im Baugewerbe (9) neu gemeldet.

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