Landkreis St. Wendel: Der Arbeitsmarkt im Januar 2019

  • Zahl der Arbeitslosen aus jahreszeitlichen Gründen angestiegen
  • Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften niedriger als im Vorjahr

 

1.611 Frauen und Männer waren im Januar 2019 im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldet, 156 mehr als im Dezember 2018. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent, 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Rückgang um 0,2 Prozentpunkte in der Quote und um 42 Personen in der absoluten Zahl.

 

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

Landkreis St. Wendel: 3,3 Prozent

Landkreis Merzig-Wadern: 4,4 Prozent

Landkreis Saarlouis: 5,1 Prozent

Saarpfalz-Kreis: 5,3 Prozent

Landkreis Neunkirchen: 6,9 Prozent

Regionalverband Saarbrücken: 8,4 Prozent

 

In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, in erster Linie eine Reaktion auf saisonale Einflüsse: „Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft machten sich im Januar bemerkbar. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gab es weniger zu tun, viele Außenarbeiten ruhten“, so Haßdenteufel. Insgesamt spricht der Agenturleiter von der saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut sein sollte. „In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit. Wer qualifiziert ist und nah am Berufsleben steht, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“ Laut Arbeitsagentur ist die Beschäftigung in den letzten Jahren konstant gewachsen.

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Januar bei 803, das waren elf weniger als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 11 auf 96 im Vergleich zum Monat Dezember. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um 15 verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50Plus lag bei 358. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 26 erhöht und gegenüber dem Vorjahr um 10 verringert.

 

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat einen Anstieg der Arbeitslosigkeit (plus 62 auf 808). Damit lag sie um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit besteht im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters weiterhin nicht. 238 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um acht erhöht. Ein Drittel (265) der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 11 Prozent.

 

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Januar mit 2.470 Personen um 8,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 65 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen damit um mehr als ein Drittel entlastet.

 

Definition Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

 

Stellenmarkt

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Januar leicht zurückgegangen. Unternehmen der Region haben 149 Stellen zur Besetzung gemeldet, 79 weniger als im Dezember und 34 weniger als im Vorjahresmonat. Aktuell stehen 774 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel gemeldet. Auch im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe ab es zahlreiche offene Stellen.

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