Landkreis St. Wendel: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im März 2018

  • Arbeitslosigkeit weiterhin unter Vorjahresniveau
  • Deutliche mehr offene Stellen als vor einem Jahr
  • Ausbildungsmarkt: Große Nachfrage nach Bewerbern

 

Im März hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Kreis deutlich um 5 Prozent auf 1.572 verringert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit sogar um 11,4 Prozent gesunken.

Die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent, das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als vor einen Jahr.

 

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

Landkreis St. Wendel: 3,3 Prozent

Landkreis Merzig-Wadern: 4,4 Prozent

Landkreis Saarlouis: 4,9 Prozent

Saarpfalz-Kreis: 5,1 Prozent

Landkreis Neunkirchen: 7,2 Prozent

Regionalverband Saarbrücken: 9,1 Prozent

 

„Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt lässt die Arbeitslosenzahlen weiter sinken“, so die Feststellung von Jürgen Haßdenteufel, Chef der Agentur für Arbeit Saarland. „Während der Wintermonate ruhten viele Außenarbeiten und jetzt nehmen die Aufträge und Einstellungen wieder zu. Auch der Tourismus und die Gastronomie bekommen mit Beginn der Freiluftsaison neuen Schwung. Für die nächsten Wochen rechne ich mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, so Haßdenteufel.

Bereits jetzt sind bei der Agentur für Arbeit deutlich mehr offene Ausbildungsstellen als vor einem Jahr gemeldet. Dies ist schon ein Hinweis darauf, dass am Ende des Vermittlungsjahres aufgrund der demografischen Entwicklung nicht alle Ausbildungsstellen besetzt sein werden. Laut Haßdenteufel lohnt sich deshalb für die Firmen auch ein Blick auf Jugendliche oder junge Erwachsene, deren Potenziale bisher noch nicht genutzt werden. Nicht immer spiegeln sich die Kompetenzen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schulnoten und Zeugnissen wieder.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im März um 60 auf 750 gesunken, das waren 8,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit rund 110 Personen auf Vorjahresniveau.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus hat sich gegenüber dem Vorjahr um 15 auf aktuell 343 verringert.

 

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises ist im März geringfügig gesunken (minus 23 auf 825). Damit liegt sie deutlich unter dem Vorjahreswert (minus 14 Prozent). Jugendarbeitslosigkeit war im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters nicht vorhanden.

236 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 29 Prozent an allen Arbeitslosen. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent reduziert werden.

Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit rund 330 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 39,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um rund 13 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Die Unterbeschäftigung lag im Kreis St. Wendel im März mit 2.630 Personen um 250 unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 60 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um 40 Prozent entlastet.

Definition Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

Stellenmarkt

Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region 600 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, 5,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind noch 800 offene Stellen gemeldet, 90 mehr als im März 2017.

Besonders viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weiterhin in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Ausbildungsmarkt

Im Kreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 465 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 10,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten rund 500 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 22,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im März waren noch 320 Stellen unbesetzt und 335 Jugendliche unversorgt.

Noch gute Chancen für 2018

In vielen Betrieben sind die Einstellungsverfahren derzeit noch nicht abgeschlossen und es bieten sich noch zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten. Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Saarland rät daher den Jugendlichen, spätestens jetzt zu starten und die Angebote zu nutzen.

Hilfen der Arbeitsagentur

Neben der Vermittlung von Ausbildungsstellen bietet die Arbeitsagentur Beratung zu Ausbildungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Berufsausbildungsbeihilfe an. Und wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, kann sie die Bewerberinnen und Bewerber mit vielen Fördermöglichkeiten unterstützen. Je früher sich Jugendliche mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen, desto eher können individuelle Lösungsansätze für die Ausbildung gefunden werden.

TOP 10 der offenen Ausbildungsstellen

Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Regionalverband noch Auszubildende für folgende Berufe gesucht:

Kfz.mechatroniker/in PKW-Technik (22)

Kaufmann/-frau im Einzelhandel (22)

Verkäufer/in (22)

Handelsfachwirt/in (16)

Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik (15)

Anlagenmechaniker/in Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik (14)

Feinwerkmechaniker/in (13)

Koch/Köchin (12)

Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (11)

Fleischer/in (10)

Kontakt

Ein Termin bei der Berufsberatung kann über die kostenfreie Hotline 0800 4 5555 00, beim Berufsberater in der Schule oder vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden.

Arbeitgeber, die freie Ausbildungsstellen melden möchten, können sich an den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4 5555 20 wenden.

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