Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen will Ostertalbahn für ÖPNV reaktivieren

Diese Woche wurde durch die Landesregierung der Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplans ÖPNV Saarland (VEP) veröffentlicht. Damit startet das Anhörungsverfahren, bei dem unter anderem die Aufgabenträger wie der Landkreis zu hören sind. Der Entwurf beschäftigt sich auch mit einer Reaktivierung der Ostertalbahn – und lehnt diese als unwirtschaftlich ab. Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen St. Wendel kritisiert diese Entscheidung und bezweifelt die zu Grunde gelegten Daten.

So spricht der VEP davon, dass 18 Brücken und 5 Tunnel an der Strecke vorhanden seien. „Schon diese Zahlen stimmen nicht, es sind mehr Brücken und kein einziger Tunnel“, so der Kreisvorsitzende und Kreistagsmitglied Lars Schlaup. „Daneben sind auch die Angaben zu Betriebskonzepten und Fahrgastprognosen ähnlich fragwürdig.“ Der VEP geht davon aus, dass der Großteil der Nachfrage nach St. Wendel ausgerichtet ist. Hier merkt Schlaup an: „Die aktuellen Buslinien sind primär nach Ottweiler ausgerichtet, auch die Verkehrsbelastung der B420 zeigt, dass erhebliches Potiential Richtung Ottweiler und weiter gegeben ist.“ Die Grünen kritisieren dabei auch das angedachte Betriebskonzept. Dieses sieht ein Pendeln bis Ottweiler vor – verbunden mit langen Wendezeiten. „Auch für die Attraktivität der Verbindung ist eine Durchbindung nach Neunkirchen zu prüfen“, so der Vorschlag von Schlaup, „dort bestehen eine Vielzahl an Umsteigemöglichkeiten“. Damit erscheint die Verbindung deutlich wirtschaftlicher.



Die Strecke ist durch den Arbeitskreis Ostertalbahn weiter in einem befahrbaren Zustand gehalten worden, der VEP geht lediglich von Investitionskosten von sieben Millionen Euro aus. „Eine solche gut erhaltene und sinnvolle Strecke muss reaktiviert werden“ ist sich Schlaup sicher und ergänzt: „Die Strecke ist auch für den Güterverkehr interessant, dies steigert den volkswirtschaftlichen Nutzen nochmals.

Die Grünen fordern den Landkreis auf, im Rahmen der Anhörung diese Bedenken vorzubringen und beim Verkehrsministerium auf eine gründlicherere und korrekte Prüfung hinzuwirken. Schlaup kündigt an, dies auch bei der nächsten Kreistagssitzung zur Sprache zu bringen.

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