Kreissparkasse St. Wendel: 134.400 kontaktlose Zahlungen im Coronajahr

Dirk Hoffmann Sparkasse St. Wendel
Dirk Hoffmann Sparkasse St. Wendel, Foto: Mohr, KSK

Das Coronajahr 2020 hat bei der Kreissparkasse St. Wendel einen tiefgreifenden Kulturwandel einläutet.

Das Institut wurde digitaler, was ein Beispiel eindrucksvoll belegt: Wurde im Januar noch jede dritte Kartenzahlung kontaktlos vorgenommen, war es Dezember 2020 bereits mehr als jede zweite. In der Folge stiegen die kontaktlosen Zahlungen im Laufe des Jahres 2020 um 105 % von rund 65.500 auf 134.400 an. Der überproportionale Anstieg lässt sich auch darauf zurückführen, dass die Sparkassen im August 2020 die „Girocard“ ebenfalls für Apple Pay eingeführt haben.

Insgesamt blickt der Vorstand der Kreissparkasse St. Wendel zufrieden auf ein besonderes Geschäftsjahr 2020 zurück, das wohl kaum mit normalen Maßstäben gemessen werden kann.

Geschäftsentwicklung 2020

Die Bilanzsumme der Kreissparkasse St. Wendel erhöhte sich um rund 118 Mio. € und lag mit 1.449 Mio. € zum 31.12.2020 um 8,9 % über dem Wert des Vorjahres.

Der Gesamtbestand der Kundeneinlagen kletterte um 79 Mio. € oder 7,7 % auf einen Stand von rund 1.093 Mio. € Dabei entfielen 63 % des Zuwachses oder 50 Mio. € auf die Privatkunden, die ihre Einlagen auf 921 Mio. € erhöhten. Das ist – gerade in der Krise – ein deutlicher Vertrauensbeweis der Bevölkerung in die Sparkasse vor Ort und deren Solidität.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Sparkasse neue Kredite in Höhe von insgesamt 320,2 Mio. € zugesagt (i. Vj. 240,3 Mio. €). Die Darlehenszusagen für gewerbliche Finanzierungen nahmen merklich um 17 % auf rund 149 Mio. € zu. Im Ähnlichen Ausmaß stiegen die Darlehenszusagen für private Finanzierungen um 18 % auf 86 Mio. €. Den Kommunen wurden Kassenkredite und Darlehen in Höhe von 84,7 Mio. € zur Verfügung gestellt. Insgesamt waren Kredite in Höhe von rund 906 Mio. € ausgereicht. Das Kundenkreditvolumen wuchs im Bereich gewerblicher Finanzierungen um 5,5 % auf rund 385. Mio. €, bei Privatkunden um 4,7 % auf 398 Mio. €. Zusätzlich konnten im Zuge der 2019 erfolgreich gestarteten Kooperation mit der S-Kreditpartner GmbH Konsumentenkredite in Höhe von 14,1 Mio. vermittelt werden.

Das Geschäftsjahr 2020 war im Vermittlungsgeschäft vornehmlich durch das Wertpapiergeschäft geprägt. Das niedrige Zinsniveau führte zu einer Stabilisierung der Wertpapierumsätze auf hohem Niveau. Die Provisionserträge stiegen um 5 % auf rund 2,5 Mio. €.

Im Bausparbereich konnte das sehr gute Vorjahresergebnis annähernd bestätigt werden. Die Provisionserträge waren mit 507 T € leicht rückläufig.

Die Vermittlung von Versicherungen und von Produkten zur Altersvorsorge wird seit dem 01. Juli 2020 gemeinsam mit der durch Sparkasse und SAARLAND Versicherungen gegründeten Gesellschaft „Nummer Sicher Versicherungsvermittlung St. Wendel GmbH“ angeboten. Dabei konnten nicht nur die Provisionserträge erneut gesteigert werden, sondern mit dem Vertriebsplansieg ein herausragender Erfolg erzielt werden.

Ebenfalls Mitte des Jahres ist auch die „S-Immobilien- und Finanzberatungsgesellschaft mbH“ (100%ige Tochter der Kreissparkasse St. Wendel) an den Start gegangen und verbindet seitdem echte Sparkassen-Tradition mit einem erweiterten Dienstleistungsangebot rund um die Immobilie. Egal ob es um die Vermittlung, Verwaltung, Beratung, Bewertung, Projekt-entwicklung oder Vernetzung mit regionalen Kompetenzpartnern geht – die neue GmbH bietet ein umfassendes Leistungsangebot über die normale Immobilienvermittlung hinaus.

Ertragslage

Die von negativen Zinsen geprägte Zinsstrukturkurve schmälert weiterhin die Zinserträge als Ertragsquelle von Kreditinstituten, die das klassische Bankgeschäft betreiben, so auch bei der Kreissparkasse St. Wendel. Entsprechend reduzierte sich der Zinsüberschuss im Jahr 2020 leicht um 0,1 Mio. € auf 21,3 Mio. €. Auch der Provisionsüberschuss ist aufgrund erhöhter Provisionsaufwendungen um 0,9 Mio. € auf 9,3 Mio. € zurückgegangen.

Während der Personalaufwand sich – bedingt durch die natürliche Personalfluktuation -gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio. € auf 16,0 Mio. € reduziert hat erhöhte sich der Sachaufwand aufgrund der Investitionen um 0,5 Mio. € auf 8,7 Mio. €. Das Ergebnis vor Bewertung reduzierte sich um 1,1 Mio. € auf 5,7 Mio. € und liegt somit unter dem Vorjahresniveau.

Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses von 2,4 Mio. € verbleibt ein Ergebnis nach Bewertung von 3,3 Mio. €. Unter Einbeziehung des neutralen Ergebnisses und der gewinnabhängigen Steuern verbleibt ein leicht unter dem Vorjahresniveau liegender Jahresüberschuss von rund 1,7 Mio. €. Dieser reicht aus, den notwendigen Kapitalbedarf der Sparkasse, der für eine stetige Geschäftsentwicklung notwendig ist, zu sichern.

„In dieser außergewöhnlichen Zeit hat sich unser zu Beginn des Jahres umgesetzter Zukunftsplan mit den neuen Beratungs-Centern und den damit eingeführten Digitalen Beratungs-möglichkeiten mehr als bewährt. Ich bin stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem herausfordernden Jahr mit hohem Engagement für unsere Kunden da waren. Angesichts der Ausnahmesituation infolge der Corona-Pandemie sind wir mit unserem Geschäftsergebnis zufrieden“, bilanziert Vorstandsvorsitzender Dirk Hoffmann.

Herausforderung Corona

Als im März 2020 in Deutschland die erste große Infektionswelle ausbrach und die Politik den ersten Lockdown verhängte, galt es, schnell und effizient auf die neuen Gegebenheiten zu reagieren. Als Teil der systemrelevanten Infrastruktur war die Sparkasse gefordert, die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Menschen und Unternehmen in der Region zu sichern und das bei größtmöglicher Vor- und Fürsorge für die Gesundheit von Kunden und Beschäftigten. Die Sparkasse ist stolz, dass sie alle Standorte durchgängig für ihre Kunden geöffnet halten konnte – natürlich unter Einhaltung der jeweils geltenden Vorschriften. Neben Zugangsbeschränkungen und den Vorkehrungen wie Schutzwänden aus Plexiglas für die Kassen- und Servicebereiche sowie der kurzfristigen Beschaffung von Masken und Desinfektionsmitteln wurden auch Mitarbeiter/-innen vorsorglich in räumlich getrennte Teams aufgeteilt und das mobile Arbeiten von zu Hause ausgeweitet.

Unter diesen Bedingungen gelang es, dem hohen Beratungsbedarf der Kunden proaktiv zu begegnen. So wurden Kunden bereits bei den ersten Vorboten der Pandemie vorsorglich angesprochen und auf mögliche Auswirkungen an der Börse vorbereitet. Darüber hinaus ging es natürlich verstärkt um die Vermittlung von Förderkrediten, ebenso wie um die Aussetzung von Zins- und Tilgungsleistungen bei Geschäfts- und Privatkunden. Insgesamt hat die Sparkasse ca. 55 Förderkredite in Höhe von 17 Mio. € zugesagt und bei über rund 340 Darlehen Zins- und Tilgungsleistungen ausgesetzt.

Kunden werden digitaler

Der mit dem Zukunftsplan einhergehende Ausbau der digitalen Angebote hat sich für die Kunden der Kreissparkasse St. Wendel im vergangenen Jahr ausgezahlt. Neben der persönlichen Beratung nutzten die Kunden seit Beginn der Pandemie verstärkt die medialen Kanäle, um mit den Beraterinnen und Beratern der Kreissparkasse St. Wendel in Kontakt zu treten. Vor allem das Anfang des Jahres 2020 gestartete Digitale Beratungs-Center, das die Stärken der Online-Beratung mit einem persönlichen Ansprechpartner kombiniert, wurde sehr gut angekommen. „Vor allem seit Beginn der Pandemie wird uns von vielen Kunden bestätigt, dass wir mit der digitalen Beratung den Nerv der Zeit voll getroffen haben“, berichtet Vorstandsmitglied Marc Klein.

Daneben wurde mit der Direkt-Filiale auch die telefonische Beratung ausgebaut, welche ebenfalls einen hohen Zuspruch erfuhr. So ist hier seit April 2019 ein um 52 % gestiegenes Anrufvolumen von über 10.000 Anrufen zu verzeichnen.

Foto: Kreissparkasse, Mohr

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN