Kräutersträuße für Flutopfer im Ahrtal: Tradition lebt beim Katholischen Deutschen Frauenbund

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Die Frauen des KDFB in St. Wendel haben im Cusanushaus 180 Kräutersträuße gebunden (Foto: Ute Kirch / Bistum Trier)

Ein angenehmer Hauch von duftenden Kräutern umgibt die zehn Mitglieder des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), als sie sich im Cusanushaus versammeln, um Kräutersträuße zu binden. Über 15 verschiedene Kräuter wie Johanniskraut, Schafgarbe, Lavendel und Thymian liegen auf den Tischen. Dieser Brauch, der sich um den Kräuterstrauß rankt, wird an Maria Himmelfahrt gepflegt und hat für die Frauen des KDFB eine ganz besondere Bedeutung.

Die Katholische Kirche erinnert mit der Kräuterweihe am 15. August an die Grabesöffnung Mariens. Der KDFB aus St. Wendel, der aktuell 48 Mitglieder zählt, hält diese Tradition seit 2002 lebendig. Im Zuge einer dreijährigen Corona-Pause sind die Frauen erfreut, in diesem Jahr wieder aktiv werden zu können.

Während des Kräuterstrauß-Bindens sprechen die Frauen von einer lockeren Herangehensweise, wenngleich sieben Kräuter als Basis gelten. Ein beliebter Spruch besagt: „Sieben müssen es sein, es dürfen aber auch mehr sein“, sagt Hildegard Trapp. Die gesammelten Kräuter werden in den Sträußen vereint und dienen als Symbol für das Schöne und Heilende in der Schöpfung.

Die Kräutersträuße, die traditionell an Maria Himmelfahrt im Gottesdienst geweiht werden, haben nicht nur eine religiöse Bedeutung, sondern werden auch für wohltätige Zwecke genutzt. Normalerweise werden die durch den Verkauf der Sträuße eingenommenen Gelder für Gebetbücher für Erstklässler verwendet. Doch in diesem Jahr haben die Frauen beschlossen, den Erlös den Flutopfern im Ahrtal zu spenden, nachdem Pfarrer Jörg Meyrer aus dem Ahrtal von der andauernden Not berichtet hat.

Das Engagement des KDFB geht über die Kräutersträuße hinaus. Die Gruppe gestaltet das Kirchenjahr aktiv mit, organisiert Frauenmessen und betet für den Frieden. Neue Mitglieder sind stets willkommen, um die Gemeinschaft zu erweitern.

Mit rund 180 fertigen Kräutersträußen am Ende des Nachmittags planen die Frauen, diese gegen eine freiwillige Spende zu verkaufen. Die Einnahmen werden in diesem Jahr den Flutopfern im Ahrtal zugutekommen. Für die neuen Erstklässler bleiben dennoch Gebetbücher übrig, um sie beim Einschulungsgottesdienst zu verschenken. Überschüssige Sträuße werden dem Altersheim gespendet, um die Zimmer der Bewohner zu schmücken.

Die Tradition des Kräuterstraußes lebt nicht nur in der Symbolik weiter, sondern auch in der Solidarität und Unterstützung der Frauen des KDFB für diejenigen, die in Not sind.

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