Kommentar: Warum Worte wie „Zigeuner“ oder „Mohr“ nicht okay sind

Caucasian guy came out to protest against racism

Der Theleyer Karnevalsverein „Narrekäpp Helau Mildau e.V.“ hat in diesem Jahr für seine Kappensitzung ein Motto gewählt, das für viel Aufsehen sorgte: „Zigeuner, Mohrenköpfe und Winnetou“. Besonders gestern entbrannten im Netz hitzige Diskussionen über die Wahl dieses Mottos.

Eine Frage des Respekts

Die Verwendung von Begriffen wie „Zigeuner“ oder „Mohrenkopf“ wird heute weithin als beleidigend angesehen, da sie mit negativen Stereotypen und Diskriminierungen verbunden sind. Der Begriff „Zigeuner“ etwa wird nicht nur als Schimpfwort benutzt, sondern ist auch historisch mit zahlreichen Vorurteilen belastet. Der Zentralrat der Sinti und Roma weist darauf hin, wie problematisch diese Bezeichnung ist und fordert eine Anerkennung und Respektierung der Selbstbezeichnungen „Sinti“ und „Roma“.

Hierzu empfehle ich die Erklärung des Zentralrats der Sinti und Roma: hier

Ähnlich verhält es sich mit dem Wort „Mohr“. Im Duden steht als Kommentar “veraltet, heute diskriminierend”.

Sprache entwickelt sich also weiter, und das ist auch gut so. Sie spiegelt Veränderungen in unserem Verständnis von Respekt und Gleichwertigkeit wider.

 

 

Diskriminierung in Theley?

Ich denke nicht, dass der Karnevalsverein „Narrekäpp“ in Theley die Absicht hatte, bestimmte Gruppen bewusst zu diskriminieren. Der Vorsitzende des Vereins „Piet“ Groß sah sich veranlasst, in einem Instagram-Video Stellung zu nehmen: “Wir wollen nicht diskriminieren. Bei uns ist jeder willkommen.”

[Das ursprünglich verlinkte Video wurde inzwischen aus dem Netz entfernt]

Vielmehr scheint es, dass ein Mangel an Sensibilität für die Tragweite und Bedeutung solcher Begriffe vorliegt.

Die schnelle Empörung in sozialen Netzwerken und die daraus resultierenden emotional aufgeladenen Diskussionen führen oft dazu, dass Menschen sich missverstanden fühlen. Dies öffnet Tür und Tor für extreme Parteien wie die AfD, die solche Situationen nutzen, um Menschen, die sich von der Gesellschaft nicht mehr verstanden fühlen, für sich zu gewinnen.

Was wir brauchen, ist eine offene Diskussion über die Bedeutung unserer Sprache und wie wir durch sie unsere Werte und unseren Respekt für einander ausdrücken können. Und zwar sachlich und nicht durch emotional aufgeheizte Shitstorms. Damit wir eine Faasend für Alle feiern können.

 

Disclaimer Kommentar:

Ein Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

 

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