Kardinal Scherer feiert Messe in Theley – Brasilianer zu Gast

von Christian und Thomas Funck

In Theley fand am Samstagabend als Teil der Partnerschaftsbesiegelung der Gemeinde Tholey und der brasilianischen Gemeinde Alto Feliz ein feierliches Ponitifikalamt statt. Hauptzelebrant war der Erzbischof von Sao Paulo, Odilo Kardinal Scherer, dessen Vater in Alto Feliz zur Welt kam. Er feierte die Messe zusammen mit dem in Alto Feliz geborenen Erzbischof von Pelotas, Jacinto Bergmann. Scherer und Bergmann sind Cousins, deren Vorfahren vor ca. 150 Jahren aus Theley nach Brasilien auswanderten.

An der Messe nahmen zudem der ehemalige Tholeyer Pfarrer und jetzige Trierer Generalvikar Ulrich Plettenberg, Pfarrverwalter Hans-Ludwig Leininger, Diakon Michael Stephan sowie zahlreiche Messdiener teil.

Musikalisch wurde die Messe von der Chorgemeinschaft St. Peter unter Leitung von Thomas Martin begleitet. In der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche sang die Chorgemeinschaft unter anderem das „Halleluja“ aus dem Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel.

Kardinal Scherer betonte, dass die Menschen am Schaumberg und in Alto Feliz nicht nur über das Blut ihrer gemeinsamen Vorfahren, sondern vor allem über den gemeinsamen christlichen Glauben verbunden seien und eine „Familie“ bildeten. Zudem lobte er die Idee der Partnerschaft zwischen Tholey und Alto Feliz, da es immer besser sei, Brücken zu bauen als Mauern.

Der Tholeyer Bürgermeister Hermann Josef Schmidt hieß die 28-köpfige brasilianische Delegation aus Alto Feliz (von Schmidt ins Saarländische mit „iwwerglicklisch“ übersetzt) herzlich willkommen („Scheen, dass ner do sinn“) und würdigte Erzbischof Bergmann als „geistigen Vater“ der Partnerschaft.

In Alto Feliz haben rund 85 % der Bewohner Vorfahren aus dem nordsaarländischen Raum. Die deutsche Kultur und Mundart wurden über die Generationen weitergegeben. Bürgermeister Schmidt, der Alto Feliz vor zwei Jahren mit einer Tholeyer Gruppe besucht hatte, meinte dazu: „Wenn man 13.000 km fliegt und dann ankommt und uff platt mit den Worten ´Gunn Dach!` begrüßt wird, hat man Gänsehaut“.

Vor dem Schlusssegen sagte Kardinal Scherer angesichts der erhebenden Messe euphorisiert: „Dahemm würde ma jetzt ´Großer Gott` singe“, woraufhin tatsächlich ein „Großer Gott, wir loben dich“ geschmettert wurde.

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