Jugendfeuerwehr Nohfelden hängt selbstgebaute Nistkästen auf

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein gesellschaftliches Leitthema und somit auch für junge Menschen von Bedeutung. Die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und eine langfristig intakte Umwelt haben einen hohen Stellenwert eingenommen. Jugendverbände, wie beispielsweise die Jugendfeuerwehr, sind ein wichtiger Ort, an dem Jugendliche ihr eigenes Leben gestalten und Verantwortung übernehmen können. Sie bieten ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten, Natur und Umwelt zu erleben, technisch-praktisches Wissen zu erlangen und ein solidarisches, verantwortliches Miteinander zu leben. Die Jugendfeuerwehr steht jedoch – trotz vieler Bezüge – bislang nur wenig für das Thema Nachhaltigkeit und wird folglich kaum als nachhaltigkeitsorientierter Jugendverband wahrgenommen.

Um als Verband zu nachhaltiger Entwicklung beitragen zu können und die Jugendfeuerwehr für junge Menschen attraktiv zu halten, ist es daher zunächst einmal notwendig, die Akteure der Jugendfeuerwehrarbeit für das Thema zu sensibilisieren. Gemeinsam mit dem Referenten der Deutschen Jugendfeuerwehr, Dr. Karsten Gäbler, und den beiden Koordinatorinnen für kommunale Entwicklungspolitik der Gemeinde Nohfelden, Kerstin Lauerburg und Sarah Welter, haben sich im Juni 2021 die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr Nohfelden im Rathaus getroffen und während eines zweitägigen Workshops mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Ziel war es Wege aufzuzeigen, wie klassische Aktivitäten der Jugendfeuerwehr in den Kontext nachhaltiger Entwicklung gestellt und neue Nachhaltigkeitsthemen für die Arbeit in der Jugendfeuerwehr erschlossen werden können. In mehreren praxisbezogenen Themenblöcken wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schrittweise an die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung herangeführt.

Nachdem der Grundstein gelegt wurde, galt es in den Folgemonaten Ideen für eigene Projekte zu sammeln und diese umzusetzen. Als erstes Ergebnis wurde im Herbst das Projekt „Nistkästen für Nohfelden“ ins Leben gerufen, welches sich dank der Unterstützung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die 90 Prozent der Kosten übernommen hat, derzeit in der Umsetzungsphase befindet. Die 138 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr bauen in ihren Gruppenstunden Nistkästen, die an Eichen im Umfeld öffentlicher Plätze und Wege aufhängt werden. Diese sollen Kohl- und Blaumeisen anlocken, die bei der natürlichen Bekämpfung des – bedingt durch den Klimawandel – zunehmend verbreiteten Eichenprozessionsspinners helfen. Da die giftigen und nahezu unsichtbaren Brennhaare der Raupen allergische Reaktionen auslösen, werden mit dem Projekt die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen gefördert.

In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und dem Bauhof wurden die Standorte festgelegt und die Nistkästen aufgehängt.  Die Mädchen und Jungen sollen das Projekt stetig fortführen, indem sie im Laufe der Jahre weitere Nistkästen bauen und in die regelmäßige Pflege mit einbezogen werden, sodass sie viele Jahre von den Vögeln genutzt und die Raupen langfristig bekämpft werden können.

Übrigens dürfen sich auch Privatpersonen gerne mit einbringen, indem sie auf den eigenen Grundstücken mit einfachen Mitteln die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners unterstützen.

Die Jugendfeuerwehr hat ihre Idee im September 2021 auch bei dem Wettbewerb „Wir sind Nachhaltig“ der Gemeinde Nohfelden eingereicht. Das gewonnene Preisgeld von 500,00 € floss ebenfalls in die Finanzierung der Nistkästen ein. Das Preisgeld des Wettbewerbs wurde gefördert durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

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