Insolvente Unternehmen und steigende Aktien: Gewinner und Verlierer in der Krise

(Symbolbild, Quelle: pixabay)

Überall im Land stehen Unternehmen in Zeiten der Krise vor großen Herausforderungen. Auch im St. Wendeler Land wurden immer wieder Stimmen besorgter Unternehmen laut. Man versuchte auf allen Ebenen, nicht nur das Virus einzudämmen, sondern kleine und große Firmen bestmöglich zu unterstützen. Doch nicht nur im St. Wendeler Land kämpften die Unternehmen um ihre Existenzen, auch der Aktienmarkt verrät: Hier hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Wir werfen einen Blick auf große und kleine Unternehmen sowie die Gewinner- und Verlierer-Branchen der Krise.

Maschinenbau-Branche hat Hoffnung

Der Maschinenbau begab sich in den letzten Monaten ungewollt auf eine nicht enden wollende Talfahrt. Im Frühjahr und zu Sommerbeginn sanken die Auftragszahlen um etwa 30 %. Im Juli waren es dann noch 19 % im Vergleich zum letzten Jahr. Dennoch eine enorme Belastung, denn der Juli ist eigentlich einer der wichtigsten Monate für diese Branche.

Sowohl im Inland- als auch Ausland sind die Auftragszahlen weiterhin deutlich niedriger als im vorangegangenen Jahr. Ein paar wenige einige große Unternehmen den Tiefpunkt zumindest teilweise hinter sich lassen zu können. Trotzdem ist die Verunsicherung auf Seiten der Auftraggeber nicht zu leugnen. Noch immer lässt sich außerdem nicht richtig abschätzen, wie es zum Ende des Jahres und auch im kommenden Jahr für die Branche weitergehen wird. Gerade kleine Unternehmen, wie etwa die Wema Stahl- & Maschinenbau GmbH hierzulande, spüren die Umsatzeinbußen und ausbleibenden Aufträge. Die Hoffnung auf Besserung bleibt, doch wie in so vielen Branchen ist es aktuell schwierig, Vorhersagen zu treffen.

Stellenweiser Boom im Online-Handel

Hat man anfangs noch mit einem Boom gerechnet, zeigt sich in der Realität, dass viele Online-Unternehmen auch von deutlichen Umsatzeinbußen betroffen sind. Im Bereich der Elektronik etwa gab es zu Beginn eine höhere Nachfrage, mittlerweile hat sich dies aber wieder eingependelt. Sogar Minusgeschäfte sind bei einigen Firmen zu verzeichnen.

Ein paar Gewinner gibt es aber dennoch: Lieferdienste wurden in den letzten Monaten gern in Anspruch genommen. Unternehmen wie HelloFresh, ein Berliner Startup, durften sich über höhere Umsätze freuen. Blicken wir auf andere Bereiche des Lebensmitteleinzelhandels, wird aber schnell klar, dass viele Menschen bescheidener geworden sind. Auch die Hamsterkäufe hierzulande lassen nach, wodurch sich die Umsätze wieder einpendeln. Der Versand-Handel wiederum durfte sich mitunter zur Jahresmitte über höhere Einnahmen freuen. Jeff Bezos, der Chef von Amazon, hat es quasi über Nacht geschafft, noch reicher zu werden. Im zweiten Quartal steigerte sich der Umsatz um stolze 40 %, weshalb auch die Aktien des Unternehmens ordentlich anzogen.

Doch nicht nur der Online-Handel ist von der Krise betroffen, mehr denn je bangen lokale Unternehmen um ihre Existenzen. Einige Wochen mussten Geschäfte sogar geschlossen bleiben, nun wagt man sich wieder zögerlich in die Läden. Wer kann, soll lokale Geschäfte unterstützen, heißt es immer wieder. Solidarität wird nun großgeschrieben und es bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Politik unterstützt, sondern auch jeder Einzelne hilft, wo er kann.

Apotheken und pharmazeutische Produkte als Gewinner

Es ist wenig überraschend, dass es im Zuge der Krise vor allem pharmazeutische Unternehmen sind, die sich über höhere Einnahmen freuen dürfen. Immer wieder war deshalb in den vergangenen Monaten auch die Rede von sonnigen Zeiten für Pharma-Aktien. Von Mai bis Juli etwa rechnete man mit guten Kursen. Die Menschen sind sich ihrer Verletzlichkeit bewusst, der Gedanke an die eigene Gesundheit gewann in diesem Jahr an Bedeutung.

Immer mehr Menschen greifen zu Pharma-Produkten, die das Immunsystem stärken sollen. Auch Vitaminpräparate sind hoch im Kurs. Wer zudem unter Schnupfen oder Husten leidet, schien zu Beginn des Jahres und im Frühsommer deutlich schneller zu Medikamenten zu greifen. Auch der Höhere Bedarf an Desinfektionsmitteln und anderen Hygieneprodukten führte etwa in Apotheken zu einem Umsatzwachstum. Die Dienstleistungen von Versand-Apotheken werden ebenfalls immer öfter in Anspruch genommen, was der Branche insgesamt zugutekommt.

Zusätzlich haben Biotech-Aktien zulegen können. Wer macht das Rennen, wenn es um die Entwicklung eines Impfstoffes geht? Investiert wird in verschiedene Unternehmen, noch immer ist nicht klar, wer die Nase vorn hat. Mitunter prognostiziert man GlaxoSmithKline gute Chancen, doch die Entwicklungen an der Börse und innerhalb der Branche bleiben auch in den nächsten Monaten spannend.

Reiseveranstalter in der Krise

Wer im Tourismussektor tätig ist, hatte dieses Jahr nichts zu lachen. Das betrifft gleichermaßen große Reiseveranstalter wie auch Hotelbetreiber oder einzelne Arbeitskräfte. Der Gewinn- und Umsatzrückgang war wirklich signifikant. Auch im St. Wendeler Land entschied man sich eher für Ausflüge ins heimische Umland als für größere Reisen. Zeitweise waren Reisen nicht einmal möglich, die weltweiten Einschränkungen machten es der Branche schwer.

Vor allem kleine Unternehmen, etwa lokale Reisebüros, haben oft kaum eine Chance, die Krise zu übersehen. Zu groß waren die Umsatzeinbußen zu Beginn des Jahres, viele kleine Firmen können sich nicht mehr erholen. Doch auch Giganten der Branche ringen um ihre Existenz. Die TUI AG etwa ist ein deutlicher Verlierer der Pandemie. Das Unternehmen ist nicht nur in der Luftverkehrs- und Kreuzfahrtbranche aktiv, sondern betreibt auch eigene Reisebüros und Hotels. Auch an der Börse war der Crash der in der Reisebranche tätigen Firmen nicht zu übersehen.

Online-Glücksspielbranche ist besser aufgestellt als andere Sektoren

Dass die Krise wirklich vor keiner Branche Halt macht, zeigt sich auch im Bereich der Online-Casinos. Lokale Casinos und Wettbüros blieben für einige Monate geschlossen, doch allgemeinhin gilt die Online-Casino-Branche als erfolgsverwöhnt und deshalb auch vor Krisen gewappnet. Tatsächlich zeigten sich aber sogar hier Umsatzeinbußen, insgesamt darf man aber vorsichtig optimistisch bleiben. Viele Menschen verbringen nun deutlich mehr Zeit zu Hause und nutzen Online-Angebote für Glücksspiele. Auf Vergleichswebseiten wird mit Bonusangeboten gelockt (z.B. deutsches Portal CasinoPilot24) und als zeitgleich die lokalen Spielbanken geschlossen bleiben mussten, stieg entsprechend die Nachfrage nach Online-Spielen.

Weniger gut geht es dagegen den Sportwetten-Anbietern, die eine Durststrecke zu überwinden hatten. Sportveranstaltungen wurden abgesagt, was auch Wettangebote überflüssig machte. Dass sich dieser Glücksspielzweig in diesem Jahr erholt, ist noch immer unwahrscheinlich.

Corona-Krise beherrscht den Aktienmarkt

Automobilhersteller und der Maschinenbau mussten sich auf eine unerfreuliche Achterbahnfahrt einstellen, Biotech- und Pharmaunternehmen profitieren eindeutig von der Krise. Auch im Bereich der Digitalisierung konnten einige Unternehmen in Zeiten des Home-Office und der Online-Kommunikation das Rennen machen.

Hart getroffen hat es außerdem Reiseveranstalter, die Gastronomie und den Einzelhandel. Beim Online-Handel konnten sich einige Unternehmen über großen Umsatzzuwachs freuen, während andere Firmen zu kämpfen haben. Auch in der Eventbranche sieht es alles andere als rosig aus. Insgesamt bringt die Pandemie damit deutliche Gewinner wie auch Verlierer hervor. Für Aktienhändler aufregend, für viele Unternehmer aber auch eine Zeit der Ungewissheit und des Scheiterns.

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