In Startups investieren – alles was Du wissen musst

In Startups investieren

Startup-Investments sind heiß begehrt. Doch lohnt es sich wirklich, in neu gegründete Unternehmen zu investieren? Dieser Beitrag beleuchtet das Thema genauer und beantwortet Dir die wichtigsten Fragen. Du erfährst unter anderem, warum Du unbedingt investieren solltest, wie das überhaupt funktioniert und welche Startups sich besonders gut dafür eignen.

Bei Startups (oder Start-ups) handelt es sich um neu gegründete Unternehmen, die auf einer Geschäftsidee basieren und ein hohes Potenzial für Wachstum besitzen. Häufig stehen sie zusätzlich für Werte wie innovatives Denken, flache Hierarchien und modernes Arbeiten. Mit diesem Fundament möchten sie völlig neue Märkte erschließen, was ihr wirtschaftliches Agieren für Beobachter und Investoren nur noch spannender macht. Schafft es ein Startup, sich zu bewähren, verliert es diesen Status.

Mit einer Finanzspritze kann daher jeder Interessierte mit ausreichenden finanziellen Mitteln den Jungunternehmen dabei helfen, aus dem Beginner-Modus herauszuwachsen. Das schafft Statistiken zufolge aber nur eines von zehn Startups. Aus diesem Grund sind Startup-Investments nicht für jeden Menschen geeignet. Bei anderen können sich Investments lohnen, denn wer ein glückliches Händchen hat, kann sich über erstaunliche Renditen freuen.

Warum solltest Du in Startups investieren?

Junge Unternehmen können in kurzer Zeit außerordentlich erfolgreich werden, wenn sie eine finanzielle Förderung erfahren. Bekannte Beispiele sind in ihren Branchen längst an der Spitze angekommen und milliardenschwer geworden. Dazu zählen zum Beispiel Airbnb, Zalando, Spotify und Facebook. Startups gelten als weltweites Phänomen. Laut Statista (einer Plattform, die selbst als Startup begann) besitzen die neu gegründeten Unternehmen in Deutschland etwa 18,4 Mitarbeiter. Mehr als jedes fünfte Startup macht einen Umsatz bis 150.000 Euro pro Jahr. Eine eher kleine Zahl für ein Investment.

Doch die erfolgreichsten Startups könnten sich schon in einigen Jahren in die Liste der internationalen Top-Unternehmen einreihen. Du kannst dabei sein und von dem Aufstieg profitieren – als Investor. Leider ist vorher nicht klar, wer es schaffen wird. Daher geht mit diesen Investments immer ein Risiko einher, denn nicht jedes zahlt sich finanziell aus. Dennoch kann es eine gute Erfahrung sein, sich am Startup-Investment zu beteiligen. Die neu gegründeten Unternehmen versprühen ein besonderes Flair und motivieren durch ihren Ideenreichtum viele Beobachter zu eigenen Plänen. Außerdem sorgen Investments dafür, dass Menschen mit guten Ideen sich eher trauen, ein Jungunternehmen zu gründen. Das ist gut für alle, denn es regt die Wirtschaft an.

Warum investieren Firmen in Startups?

Häufig fallen Firmen damit auf, dass sie in Startups investieren. Warum tun sie das? Könnte es ihnen nicht egal sein, ob andere Unternehmen erfolgreich werden oder nicht? Tatsächlich gibt es unterschiedliche Gründe, warum das passiert. Zum einen können die Firmen einfach an den verlockenden Renditen interessiert sein, die sie im Erfolgsfall zu erwarten haben. Diese können ein Investment durch die Decke schießen lassen.

Relevant ist für die Unternehmen aber auch, dass Investoren ein Mitspracherecht am Startup erhalten. Als Investor wird man in der Regel zum Miteigentümer. Das gibt ihnen viel Macht und Gestaltungspotential. Sie haben somit die Möglichkeit, die zukünftige Entwicklung mitzubestimmen. Mitunter dient das auch dazu, potenzielle Schwierigkeiten für das eigene Unternehmen aus dem Weg zu räumen oder eine Verbindung zwischen dem Unternehmen und dem Startup zu schaffen. Ein Beispiel ist Facebook, das 2021 zu Meta wurde.

Investieren in deutsche Startups – wie geht das?

Deutschland zählt zu jenen Staaten, die bereits viele erfolgreiche Startups hervorgebracht haben. Im Jahr 2021 erhielten die deutschen Jungunternehmen eine bemerkenswerte Summe von 17,4 Milliarden Euro durch Investoren und Risikokapitalgeber. Unzählige Menschen und Unternehmen mit Geld scheinen hier also ein enormes Potenzial zu sehen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Liste erfolgreicher ehemaliger Startups ist erstaunlich. Sicher kennst auch Du einige dieser Unternehmen:

– Babbel
– CureVac
– Eventim
– FlixMobility
– GetYourGuide
– HelloFresh
– Home24
– Jimdo
– Lieferheld
– Mymuesli
– SoundCloud
– Spreadshirt
– Statista
– StepStone
– Trivago
– Zalando

Doch wer in Anbetracht dieser Liste Lust darauf bekommt, selbst in Jungunternehmen zu investieren, muss zuerst einmal wissen, wie das überhaupt funktioniert. Ist die Entscheidung gefallen, in Startups zu investieren, solltest Du Dir ausreichend Zeit nehmen, um das passende Unternehmen für Dich zu finden. Es ist ausgesprochen wichtig, dabei mit viel Sorgfalt vorzugehen und keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Experten raten sogar, bis zu ein Jahr für diese Vorbereitung einzuplanen. Um Jungunternehmen kennenzulernen, sollte man außerdem aktiv werden und Gründerwettbewerbe oder Netzwerke besuchen.

Stimmen beide Seiten zu, lässt sich das Investment direkt oder per Corporate Venture Capital (CVC) tätigen. Dir stehen jedoch noch weitere Optionen zur Verfügung. Tritt zum Beispiel als Kreditgeber auf, indem Du das Jungunternehmen mit einem Darlehen ausstattest. Eine weitere Möglichkeit ist das Crowdinvesting. Dabei können sich auch Mikroinvestoren beteiligen, die keine großen finanziellen Mittel zur Verfügung haben. Bei dieser Variante erhältst Du allerdings kein Mitspracherecht am Startup. Beachte außerdem, dass Du auch kleine Beträge vollständig verlieren kannst, wenn das Startup sich nicht durchsetzt.

In welche Startups sollte man investieren?

Die meisten neu gegründeten Unternehmen scheitern. Das Risiko, das investierte Geld zu verlieren, ist daher hoch. Hinzu kommt, dass manche Startups nicht halten können, was sie versprechen. Ein berühmtes Beispiel für diesen Umstand ist Theranos, ein gescheitertes Start-up-Unternehmen, das sich mit Gesundheitstechnologie befasste. Durch Investoren und Kreditgeber erhielt Theranos rund 700 Millionen US-Dollar, um Bluttests zu revolutionieren. Die Gründerin Elizabeth Holmes behauptete, dass die Technik bereits funktionierte. Doch wie sich herausstellte, entsprach das nicht den Tatsachen. Journalisten deckten den Betrug auf und viele Investoren verloren ihr Geld. Holmes wurde inzwischen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Es gibt also gute Gründe, warum man nicht in jedes Startup investieren sollte. Doch wie lässt sich die Spreu vom Weizen trennen? Leider lassen sich keine pauschalen Voraussagen treffen, denn niemand kann in die Zukunft blicken. Selbst die erfolgversprechendsten Jungunternehmen können scheitern. Dafür sind manchmal sogar Gründe verantwortlich, die Investoren gar nicht auf dem Schirm hatten, etwa die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Unternehmensgründung. Auf der anderen Seite setzen sich manchmal auch Startups durch, an die niemand wirklich geglaubt hat. Es ist also nicht so einfach. Dennoch können die folgenden Tipps dabei helfen, eher eine gute Auswahl zu treffen.

Es geht nicht nur darum, sich mit der Idee des Start-ups vertraut zu machen. Es ist ebenso wichtig, auch die Gründer und die beteiligten Mitarbeiter kennenzulernen. Denke auch daran, die Geschäftsidee und die rechtliche Lage von einem erfahrenen Juristen einschätzen zu lassen, um einige böse Überraschungen zu vermeiden. Achte des Weiteren darauf, ob das Team realistisch auftritt, den Markt im Blick hat und es in der Lage ist, die anstrengenden Anfangsjahre wirklich durchhalten zu können. Fehleinschätzungen sind immer möglich, dennoch kannst Du Dir Verluste ersparen, indem Du aufmerksam bist. Du kannst übrigens davon ausgehen, dass auch Du als potenzieller Investor genau unter die Lupe genommen wirst.

Welche Fonds investieren in Startups?

Rund um die Investments in Startups treten auch Investmentfonds in Erscheinung. Diese Fonds werden zum Beispiel durch staatliche Förderungen finanziert, es kommen aber auch Spenden und Beiträge vor. In Deutschland kommt den Fonds eine hohe Bedeutung zu, denn die Bundesregierung hat längst erkannt, dass Startups ein wertvoller Motor für die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik sind. Das offenbart sich bereits in ihrer Bezeichnung als Zukunftsfonds.

Das Bundesfinanzministerium ist in mehreren Fonds aktiv, um vor allem die Finanzierung von Startups in ihrer Frühphase zu unterstützen. Im Vergleich zu anderen Ländern besteht hier bisher eine Lücke, weshalb das Ministerium einspringt. Fonds, die von der deutschen Bundesregierung unterstützt werden, sind unter anderem der ERP/EIF-Dachfonds, das ERP-Venture Capital-Fondsinvestmentprogramm der KfW Capital sowie der High-Tech Gründerfonds (HTGF). Im Jahr 2021 stellte das Finanzministerium zehn Milliarden Euro bereit, mit denen neben den Investments auch die Kosten für die Fonds getragen werden sollen.

Investmentfonds werden aber nicht nur durch Staaten finanziert. Auch Du kannst als Privatperson in solche Fonds einzahlen und dadurch Startups mit Deinem Geld unterstützen. Die Fonds können dabei auf spezielle Branchen und einzelne Phasen in der Entwicklung spezialisiert sein. Der Fonds Asgard Capital widmet sich zum Beispiel Jungunternehmen, die sich mit Künstlicher Intelligenz im B2B-Bereich befassen. Point Nine Capital legt sein Augenmerk hingegen auf Unternehmen der Preseed-, Seed- und Series-A-Phase in Europa und Nordamerika. Speedinvest ist ebenfalls in verschiedenen Ländern aktiv, darunter auch im US-amerikanischen Silicon Valley.

In Startups investieren – Erfahrungen

In Startups zu investieren kann ein berauschender Gewinn oder ein deprimierendes Verlustgeschäft sein. Wer ein gutes Händchen hat, kann enorme Renditen einfahren, andere verlieren stattdessen enorme Summen. Erfahrungen gibt es in beide Richtungen. Weil die meisten Startups scheitern, gibt es mehr negative als positive Erfahrungen – zumindest wenn man rein nach der finanziellen Bilanz geht. Es ist also ein reales Risiko, einen Totalverlust zu erleben. Wer in Jungunternehmen investiert, sollte daher sicherstellen, dass er das eingesetzte Geld wirklich entbehren kann.

Wer auf der Suche nach Erfahrungen ist, wird vor allem im Internet fündig. Investoren berichten an verschiedenen Stellen über das von ihnen erlebte. Die großen Risikokapitalgeber kommen auch in Interviews und Reportagen vor, die in öffentlichen und privaten Medien veröffentlicht werden. Es ist daher sinnvoll, sich auch in Wirtschaftsmagazinen von großen Medienunternehmen zu informieren. Privatanleger sollten auch die Gelegenheit nutzen und Bekannte auf ihre Erfahrungen ansprechen. Dabei solltest Du Dir jedoch darüber bewusst sein, dass manche ein wenig flunkern. Außerdem möchte nicht jeder über seine finanziellen Aktivitäten sprechen.
Es gibt aber auch Blos, die über Startups berichten.

Es ist darüber hinaus sinnvoll, langsam und vorsichtig in das Thema Startup-Investment einzusteigen, um erste eigene Erfahrungen zu sammeln. Beginne zum Beispiel, indem Du Dir ein spannendes Startup aussuchst, es analysierst und bei Gefallen eine eher spielerische Summe einsetzt. Diese Summe sollte Dir im Fall eines Verlustes nicht wehtun. Es könnte also eine gute Wahl sein, zunächst nur als Mikroinvestor aufzutreten. Mit der Zeit und der zunehmenden Erfahrung kannst Du Dich schließlich auch an größere Projekte wagen.

Welche Aktiengesellschaften investieren in Startups?

Du kannst über Venture-Capital-Fonds (VC-Fonds) als Privatanleger direkt in Startups investieren. Hier gibt es schon einige Anbieter, wie der digitale Vermögensmanager Liqid, die Dir das ermöglichen.

Rendite – Startup Investments

Einer der wichtigsten Gründe, warum Investoren sich für Startups entscheiden, sind die verlockenden Renditen. Wie die Tatsache der häufigen Totalverluste bei den Investments zeigt, sind die Renditen sehr lukrativ. Diese können zum Teil bis zu 20 Prozent betragen. Das verdeutlicht, warum das Startup-Investment so beliebt ist und vielfach diskutiert wird. Auch die Bundesrepublik verdient kräftig mit, denn sie beteiligt sich ja mit Milliardensummen an diversen Fonds. Da die Finanzspritze, die als Finanzierungsrekord gefeiert wird, noch relativ neu ist, können wir an dieser Stelle noch keine Daten zu den Gewinnen und Verlusten ausgeben. Die Zahlen werden jedoch mit Spannung erwartet.

Als Privatperson in Startups investieren

Wie dieser Artikel zeigt, ist es auch für Privatpersonen möglich, sich mit Investments an Startups zu beteiligen. Wichtig ist, sich sehr gut zu informieren und die Jungunternehmen genau auszusuchen. Für das Investieren selbst stehen unterschiedliche Methoden bereit. Dazu zählen zum Beispiel das Direktinvestment, bei dem Du ein Mitspracherecht im Startup erhältst, sowie das Crowdinvesting. Bei letzterem bekommst Du zwar kein Mitspracherecht, doch es locken andere positive Belohnungen. Risiken trägst Du jedoch in jedem Fall, deshalb solltest Du Dir genau überlegen, welche Summen Du wirklich einsetzen kannst. Außerdem empfehlen wir Dir, erst einmal klein anzufangen, um Deine ersten eigenen Erfahrungen ohne großen Druck machen zu können.

Investieren in Startups – Erfolgsgeschichten und Beispiele

In Startups zu investieren, kann eine Erfolgsgeschichte sein. Schon in Unternehmen in Facebook, Airbnb und Mymuesli haben Menschen Geld investiert, was sie sicher nicht bereut haben. Es gibt viele Unternehmen, die es geschafft haben und den Startup-Status hinter sich lassen konnten. Dadurch haben sie nicht nur sich selbst, sondern der Wirtschaft des Landes und der ganzen Welt etwas Gutes getan. Nutze die Erfolgsgeschichten und probiere es selbst einmal mit einem Investment, dass zu Dir passt. Wir wünschen viel Erfolg!

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Zusammenfassung

Immer wieder neue Startups machen auf sich aufmerksam. Nur wenige haben es bereits geschafft und blicken stolz auf eine wahrscheinlich goldene Zukunft. Die meisten Startups, von denen man hört, genießen diese Sicherheit noch nicht. Sie buhlen noch um Investoren, die ihnen das Vorankommen ermöglichen oder erleichtern sollen. Doch Du musst kein Elon Musk sein, um jungen Unternehmen beim Aufstieg zu helfen, denn wie Firmen, Fonds und AGs können sich sogar Privatpersonen beteiligen.

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