Immer mehr Menschen bevorzugen online Kliniken

Was noch vor wenigen Jahren für viele Patienten kaum vorstellbar war, wird immer mehr zur bevorzugten Methode, einen Arzt zu konsultieren. Immer häufiger werden Diagnosen mittels online Fragebogen und Videochat gestellt. Die entlastet Praxen vor Ort und erspart Patienten Anfahrtswege und Wartezeiten.

In welchen Fällen Sie auf online Praxen setzen können und worauf Sie unbedingt achten sollten, haben wir im Artikel zusammengefasst.

Online Kliniken erfreuen sich seit Covid-19 steigender Beliebtheit

Im Jahr 2020 veränderte sich durch Covid-19 weltweit der Alltag. Die Pandemie sorgte dafür, dass unkonventionelle und innovative Lösungen plötzlich extrem gefragt wurden. Schlagwörter wie „health Innovation hub (hih) und „disruptives Ereignis“ wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit genutzt, um die aktuelle Situation in Worte zu fassen und die Bevölkerung zu informieren.

Gesundheitsinnovationen, die bisher skeptisch betrachtet wurden, standen plötzlich im Fokus. Da das Zusammentreffen von Menschen plötzlich zum Problem wurde, bekamen Video-Sprechstunden, Apps und Chatbots mehr Aufmerksamkeit wie bisher und wurden als ideale Möglichkeit für den Datenaustausch und Kommunikation in vielen Fällen entdeckt.

Doch auch abseits von der Corona-Problematik, sind Online-Praxen eine gute Ergänzung zum Praxisnetzwerk vor Ort und können Praxen und Kliniken vor Ort entlasten und Patienten gezielt unterstützen.

Informieren & Online Diagnose nutzen

Online Kliniken und Praxen leisten einen wichtigen Beitrag, denn Patienten können sich hier unkompliziert über Krankheiten und Arzneimittel informieren. In verständlicher Sprache finden Patienten auf Seiten wie der OnlineKlinik24.com Informationen wie Vor- und Nachteile von Medikamenten, Erfahrungsberichte und auch Krankheitsbilder werden inklusive Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten und vielen weiteren Infos gut aufbereitet den Patienten näher gebracht.

Diese Leistung können Ärzte vor Ort meist aus Zeitmangel nicht bieten, jedoch gibt es immer mehr Patienten, die sich intensiver mit Ihrer Gesundheit auseinandersetzen möchten.

Wird vom Patienten eine Behandlung gewünscht, kann er einen Anbieter für die online Diagnose besuchen. Eine online Konsultation mit einem Arzt ist der nächste Schritt, wobei dann eine Ferndiagnose durchgeführt wird und wenn benötigt ein Rezept ausgestellt wird und bequem als digitales Rezept an eine Versandapotheke weitergeleitet wird. Sowohl in England als auch bei unseren niederländischen Nachbarn ist die Ferndiagnose seit 2004 bekannt und gängig. In diesen Ländern haben sich die online Praxen und Kliniken bereits bewährt und erfreuen sich durchaus großer Beliebtheit.

Über das Internet werden besonders häufig intime Anfragen abgearbeitet. Dabei kann es sich somit um die dauerhafte Behandlung der Impotenz via Potenzkur handeln, aber auch um allgemeine Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes.

Digitale-Versorgung-Gesetz

Das „Digitale-Versorgung-Gesetz“ ebnet den Weg zur Behandlung per Videochat in Deutschland.

Im Jahr 2018 fiel das Fernbehandlungsgesetz, was letztlich den Weg zur Behandlung per Videochat ebnete. Das neue „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ trat im Dezember 2019 in Kraft. Das neue Gesetz ermöglicht es Patientinnen und Patienten möglichst zügig, von innovativen und neuen Ansätzen der Patientenversorgung zu partizipieren.

Mit einem Innovationsfond von jährlich 200 Millionen Euro will das Bundesgesundheitsministerium weiterhin die Umsetzung des Konzepts beschleunigen und fördern.

Patienten begrüßen neue Ansätze und sind offen für neue Ideen

Laut einer repräsentativen Befragung von 1.000 Studienteilnehmern, gab gut die Hälfte an, an Videosprechstunden grundsätzlich interessiert zu sein. Entsprechend kann sich jeder zweite Bundesbürger vorstellen, eine Videosprechstunde anstelle einer Sprechstunde in der Arztpraxis vor Ort aufzusuchen.

Die im Februar 2020 durchgeführte Studie zeigt deutlich, dass der Bedarf an Fernsprechstunden auch in Deutschland vorhanden ist. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Patienten, die sich die Nutzung einer online Sprechstunde vorstellen können, nochmals deutlich an. Besonders die Angst vor Ansteckung in einer herkömmlichen Arztpraxis sorgt dafür, dass viele Patienten auf den Besuch in der Arztpraxis vor Ort bewusst verzichten.

Dies birgt natürlich auch Gefahren, wenn komplett auf den Arztbesuch verzichtet wird. Entsprechend stellt die online Sprechstunde eine gute Alternative dar.

Unter anderem reagierte die Universitätsklinik Hamburg Eppendorf schnell au die neue Situation und baute zügig ihr telemedizinisches Angebot umfangreich aus.

Corona-Situation beschleunigt die Entwicklung der Telemedizin

Die Corona-Krise 2020 sorgte dafür, dass Angebote im Bereich der Telemedizin weiterentwickelt wurden und dank gestiegenem Interesse auch immer mehr im Fokus stehen. Unter anderem hat im April das UKE-Ambulanzzentrum eine Pilotphase für Telemedizin gestartet.

Über ein gesichertes Netzwerk haben hier Therapeuten und Ärzte die Möglichkeit per Video ambulante Therapien durchzuführen. Die Zielsetzung war bei diesem Pilotprojekt, den Patienten trotz der Corana-Pandemie eine optimale Versorgung bieten zu können und des ohne physischen Kontakt.

Immer mehr Arztpraxen erweitern ihr virtuelles Angebot

Konnten sich einst viele Mediziner eine Videosprechstunde nicht vorstellen oder lehnten dies sogar rigoros ab, so gibt es immer mehr Arztpraxen die digitalen Lösungen aufgeschlossen gegenüber stehen und Ihren Patienten auch Videosprechstunden anbieten. Viele Praxen erweitern Ihren online Service und weiten diese auf zahlreiche medizinische Fachbereiche aus.

Egal ob es sich um die klassische hausärztliche Sprechstunde handelt, die Immunologie, Rheumatologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Reproduktionsmedizin oder Gefäßmedizin, immer häufiger haben Patienten die Wahl und können auch eine online Sprechstunde nutzen.

Um eine Videosprechstunde zu nutzen, reicht es aus ein Tablet, einen Laptop, einen Computer oder ein Smartphone zu besitzen. Das jeweilige Geräte sollte über eine Kamera, einen Lautsprecher und ein Mikrofon verfügen. Zusätzlich sollte eine stabile Internetverbindung vorhanden sein, sodass es während der Videosprechstunde nicht zu Abbrüchen kommt. Da in den meisten Haushalten ein entsprechendes Endgerät vorhanden ist, wird es Patienten so sehr leicht gemacht einen erfahrenen Mediziner zu konsultieren.

Online-Arztpraxen ergänzen das Gesundheitssystem immer mehr

Auch in Deutschland nimmt die Anzahl reiner online Praxen stetig zu. Immer mehr Praxen spezialisieren sich auf ein reines online Angebot. Viele der reinen online Praxen und Kliniken haben Kooperationspartner wie Apotheken und niedergelassene Ärzte, sodass auch nötige Untersuchungen in einer lokalen Praxis möglich ist und auch die schnelle Versorgung mit Medikamenten durch die örtliche Apotheke möglich gemacht wird. 1,8 Millionen Patienten nutzten bisher die online Praxen und Kliniken.

Der rein digitale Arztbesuch ist bei 35 Beschwerdebildern ausreichend. Darunter fallen zum Beispiel Kopfschmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, grippale Infekte und Schlafstörungen. Ist der online behandelnde Artz der Meinung, dass die vorhandenen Symptome eine physische Untersuchung notwendig machen, erfolgt die Überweisung an einen Arzt vor Ort.

Wie sich zeigt, ist das digitale Angebot eine perfekte Ergänzung und soll nicht den Besuch in der Arztpraxis vor Ort vollständig verdrängen. Digitale Praxen und Kliniken entlasten so die Praxen vor Ort und dies garantiert die schnelle Versorgung vor Ort Patienten, die wirklich einer physischen Untersuchung bedürfen. Alles in allem führt die zu einer deutlichen Entlastung des Gesundheitssystems und vermeidet lange Wartezeiten auf einen Termin.

Für Patienten in ländlichen Gebieten lassen sich durch Videosprechstunden auch lange Anfahrtswege zur nächsten Arztpraxie vermeiden und auch wer im urlaub erkrankt, kann sich durch die online Praxen und Kliniken eine umständliche Arztsuche ersparen. Auch abseits von Corona sorgt die online Sprechstunde dafür, dass zum Beispiel in der Erkältungszeit das Infektionsrisiko gesenkt wird.

Telemedizin überzeugt mit geringerer Hemmschwelle für Patienten

Es zeigt sich auch deutlich, dass viele Patienten, die Telemedizin nutzen, die geringere Hemmschwelle zu schätzen wissen und in der online Sprechstunde ihre Probleme offener ansprechen.

Gerade wenn es um Themen wie Haarausfall, Sexualprobleme oder starkes Übergewicht geht, verzichten viele Bürger auf den Gang in die Arztpraxis vor Ort. Online fällt es vielen Patienten leichter, ihre Probleme anzusprechen, denn schließlich ist eine online Sprechstunde auch mit einer hohen Diskretion verbunden.

Ein weiterer Vorteil für Patienten ist natürlich, dass sie sich während des Videochats in ihrer gewohnten Umgebung aufhalten können und so fühlen sich viele Patienten sicherer.

Telemedizin in der Zukunft

Bereits vor Ausbruch der Pandemie gab es einige gute Angebote im Bereich der Telemedizin, doch die aufgrund der Pandemie wird die Entwicklung der Digitalisierung auch im medizinischen Bereich immer mehr voran getrieben. Entsprechend werden Patienten von immer neuen und umfänglicheren Angeboten zukünftig profitieren.

Langfristig gesehen, werden auch Krankschreibungen, Bescheinigungen und Co auf digitalem Wege übermittelt werden, denn auch in diesen Bereichen gab es schon erfolgreiche Pilotprojekte.

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