Ich leb so gern in … Hasborn-Dautweiler

Wir lieben unser St. Wendeler Land. Tagtäglich berichten wir deshalb für euch über alles was so in der Heimat vor sich geht. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass viele Orte ganz tolle, aber oft versteckte Besonderheiten haben. Deshalb machen wir uns gemeinsam mit euch auf die Reise in die einzelnen Ortsteile des St. Wendeler Landes. Und da die Ortsvorsteher ihren Ort am besten kennen sollten, haben wir bei ihnen nachgefragt, warum sie so gerne in ihrem Ort leben. Heute stellen wir euch Hasborn-Dautweiler, ein Ortsteil der Gemeinde Tholey vor.

Stellen Sie sich und Ihre Tätigkeit als Ortsvorsteher kurz vor.

Mein Name ist Martin Backes, ich bin 41 Jahre alt, von Beruf Jurist und arbeite im Kommunalmanagement der energis GmbH in Saarbrücken.

Seit dem Jahr 2019 bin ich Ortsvorsteher in Hasborn-Dautweiler. Als Ortsvorsteher versuche ich gemeinsam mit dem Ortsrat sowie den Bürgerinnen und Bürgern den Ort weiterzuentwickeln und attraktiv zu halten. Ich suche dabei den Dialog mit den Bewohnern und stehe jederzeit als Ansprechpartner für verschiedenste Fragen und Anliegen zur Verfügung, ob im persönlichen Gespräch oder über die digitalen Kanäle und sozialen Medien. Einmal pro Woche biete ich eine Sprechstunde an, in Kürze wird zusätzlich ein Podcast folgen. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Tholey funktioniert nahezu reibungslos, was die Arbeit als Ortsvorsteher sehr erleichtert.

Die Corona-Krise hat die Arbeit eines Ortsvorstehers sicher verändert. Nicht alles daran war allerdings negativ. So hat die Digitalisierung in verschiedenen Bereichen in unserem Ort auch durch verschiedene Förderprogramme einen großen Schub erhalten. Ich hoffe jedoch, dass wir möglichst bald wieder in den Normalmodus zurückkehren können.

Neben meiner Tätigkeit als Ortsvorsteher bin ich auch Vorsitzender der Gemeinschaft der Ortsvereine sowie in einigen weitere Vereinen aktiv wie dem Deutschen Roten Kreuz. Parteipolitisch gehöre ich der CDU an, im Ortsrat schätze ich aber die parteiübergreifende Arbeit auf kommunalpolitischer Ebene. Privat liebe ich es, zu reisen, insbesondere in ferne Gegenden, allerdings ist und bleibt Hasborn-Dautweiler mein Heimatdorf, in dem ich am liebsten lebe.

Erzählen Sie ein wenig über die Geschichte von Hasborn

Ich werde nicht nur über die Geschichte von Hasborn erzählen, sondern auch über die von Dautweiler. Unser Ort heißt Hasborn-Dautweiler, darauf lege ich großen Wert. Die ehemaligen Grenzen zwischen Hasborn und Dautweiler sind heute für Außenstehende zwar kaum noch erkennbar, trotzdem haben sich beide Teile eine gewisse Identität gewahrt. 

Archäologische Funde deuten schon auf eine Besiedlung des Gebietes von Hasborn-Dautweiler in der Jungsteinzeit hin. Gesicherte Erkenntnisse auf eine Besiedlung gibt es jedoch erst aus der Kelten- und Römerzeit (Gräber, Bauernhöfe und Tempelanlagen). Hasborn ist urkundlich bereits im Jahr 972 erwähnt, Dautweiler im Jahr 1259. Die Geschichte der beiden damals noch getrennten Orte war über die Jahrhunderte sehr bewegt. Sie gehörten fast immer zu unterschiedlichen Adelshäusern oder waren im Kirchenbesitz verschiedener Bistümer oder Klöster. Besonders zu erwähnen sind die erste Hasborner Kirmes im Jahr 1589 sowie die Anbindung von Dautweiler an die Kirchengemeinde Hasborn im Jahr 1799. Ein richtiges Zusammenwachsen der beiden Orte fand erst nach dem Ersten Weltkrieg statt. Nach der Zeit als selbständige Gemeinde wurde Hasborn-Dautweiler 1974 als zweitgrößter Ortsteil der neuen Gemeinde Tholey angegliedert. Heute zählt der Ort rund 2.600 Einwohner und liegt geographisch mitten im Gemeindegebiet.

Wer die detaillierte Geschichte des Dorfes nachlesen möchte, kann dies in der Ortschronik auf der gut aufbereiteten Internetpräsenz unserer Historischen Vereins unter http://www.hisv-hasborn-dautweiler.de tun.



Was macht Hasborn-Dautweiler aus?

Um es einfach zu sagen, Hasborn-Dautweiler machen seine Menschen aus. Wenn ich uns Hasborner und Dautweiler beschreiben sollte, würde ich die Eigenschaften „engagiert“, „sozial“, „innovativ“ aber auch in einem positiven Sinne „rebellisch“ wählen. Die Eigenschaften spiegeln sich überall im Ort und auch im Ortsbild wider. 

Mit über 40 Vereinen, unzähligen Veranstaltungen, Aktionen und ehrenamtlichen Initiativen sind wir im Jahr 2018/2019 zum Modelldorf „Soziales Dorf“ im Rahmen des Projektes Landaufschwung gewählt geworden. Die soziale Komponente im Dorf hat sich auch in der Corona Krise gezeigt, als sich quasi aus dem Nichts heraus ca. 60 Leute spontan dazu bereiterklärt haben, als „Lieferhelden“ im Rahmen der Nachbarschaftshilfe aktiv zu werden. Nicht zuletzt deshalb ist diese Initiative vom Bundesland-wirtschaftsministerium mit einer Fördersumme von mehr als 4.000 Euro ausgezeichnet worden.  

Neben einer gut funktionierenden Infrastruktur mit neuem Einkaufsmarkt, verschiedenen Einzelhandels-geschäften und Handwerkern, Banken/Post, Ärzten, Apotheke, Schule, Kindergarten, Seniorenheim, Sporthalle, Kulturhalle, Tankstelle und Gastronomie verfügen wir über ein Gewerbegebiet, das bald erweitert werden wird. Diese Infrastruktur und auch die verkehrsgünstige Lage an der A1 zwischen Trier und Saarbrücken führen dazu, dass gerade viele Familien ihre Zukunft in unserem Ort sehen. Dementsprechend ist die Nachfrage nach Wohnraum riesig und wir versuchen, neue Baugebiete zu erschließen. Auch die Anzahl der Vereinsräumlichkeiten, Sportstätten und sonstigen Anlagen sucht seinesgleichen. Beispielhaft sei hier das neue Stadion des SV Rot Weiß genannt, das das ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung sehr gut aufzeigt. Die Natur rund um Hasborn-Dautweiler ist ebenfalls intakt, was in Corona-Zeiten sicherlich zur Entspannung der allgemeinen Lage beigetragen hat. Die Menschen können trotz Lockdowns vielen Aktivitäten nachgehen.

Innovativ und auch etwas rebellisch sind wir, weil wir Dinge oftmals anders angehen und gerne Neues ausprobieren. Wir waren etwa das erste Dorf im Saarland, das eine eigene Dorfapp umgesetzt hatte. Das Beispiel hat mittlerweile auch in anderen Orten Schule gemacht. Wenn es um unser Dorf geht, setzen wir uns zu 120% ein, auch wenn dies einmal zu Konflikten mit Dritten (z.B. Gemeindeverwaltung, Bistum etc.) führt. Vielleicht ist dies auch in unserer DNA aus der Geschichte heraus verwurzelt, denn Nikolaus Warken, der als erster Gewerkschaftsführer der Bergleute an der Saar gilt, war ein Bürger unseres Ortes.

Wo ist es in Hasborn-Dautweiler am Schönsten?

Auf dem Kirmesplatz gegen Ende August und in der „Sky Bar“.

Was macht Hasborn-Dautweiler für (neue) Einwohner attraktiv?

Die gute Infrastruktur und Verkehrsanbindung, das rege soziale Leben im Ort und die schöne Natur.

Was gibt es in Hasborn-Dautweiler, was man sonst nirgendwo finden kann?

Da gibt es mehrere Dinge:

  • -Die besten Hähnchen und den besten Kebabauflauf.
  • -Den einzigen 24/7 Shop im ganzen Landkreis St. Wendel.
  • -Die wohl mit höchste Vereinsdichte und meisten qm  Vereinsräumlichkeiten/-stätten pro Einwohner.
  • -Den besten Fußball in der Gemeinde Tholey.
  • -In Hasborn-Dautweiler kann man zukünftig auf einem Fußballplatz wohnen. 
  • -Eine Kirche ohne Altar (mit einem wohlgemeinten  Augenzwinkern in Richtung Bistum Trier).

Was muss man über Hasborn-Dautweiler unbedingt wissen?

Man muss die wohl berühmtesten Persönlichkeiten unseres Ortes, nämlich Nikolaus Warken sowie Johannes Kühn, kennen. Nikolaus Warken habe ich bereits beschrieben. Der Dichter Johannes Kühn ist unter anderem Hölderlin Preisträger und Ehrenbürger der Gemeinde Tholey.

Ganz interessant zu wissen,  dürfte sein: In Hasborn-Dautweiler wurde die Idee zu wndn.de geboren und die Online-Zeitung auch gegründet.

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