Ich leb so gern in … Eiweiler

Wir lieben unser St. Wendeler Land. Tagtäglich berichten wir deshalb für euch über alles was so in der Heimat vor sich geht. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass viele Orte ganz tolle, aber oft versteckte Besonderheiten haben. Deshalb machen wir uns gemeinsam mit euch auf die Reise in die einzelnen Ortsteile des St. Wendeler Landes. Und da die Ortsvorsteher*innen ihren Ort am besten kennen sollten, haben wir bei ihnen nachgefragt, warum sie so gerne in ihrem Ort leben. Heute stellen wir euch Eiweiler, ein Ortsteil der Gemeinde Nohfelden vor.

Stellen Sie sich und Ihre Tätigkeit als Ortsvorsteherin kurz vor.

Mein Name ist Sandra Jung, ich bin 43 Jahre, verheiratet und habe eine 8 jährige Tochter. Hauptberuflich bin ich Fachkrankenschwester für Intensiv- und Anästhesiepflege und arbeite im Krankenhaus auf einer interdisziplinären Intensivstation.

In Eiweiler bin ich geboren und aufgewachsen, also ein Dorfkind durch und durch.

Ich bin Mitglied des Gemeinderates, Vorsitzende der CDU Fraktion im Dorf und stellv. Vorsitzende der Frauenunion.

Ebenfalls bin ich Mitglied bei den Sportfreunden und bei den Motorradfreunden  von Eiweiler.

In meiner Funktion als Ortsvorsteherin diene ich als Ansprechpartnerin zwischen Gemeindeverwaltung und der Dorfbevölkerung.

Auch bei Vereinsneugründung bin ich involviert. Letztes Jahr wurde zum Beispiel eine „Dorfwerkstatt“ gegründet. Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft ist es, einige Projekte zur Verschönerung des Ortsbildes und Verbesserung bestehender Einrichtungen vorzunehmen.

Bürgernähe ist mir sehr wichtig.  So biete ich auch regelmäßige Bürgersprechstunde an.  Ich nehme Beschwerden entgegen und versuche Lösungsmöglichkeiten zu finden, oder leite die Anliegen unserer Bürger an Ort und Stelle weiter.

Ebenfalls bin ich Ansprechpartnerin für Wünsche, Anregungen und Anträge aller Art. Diese bearbeiten wir gemeinsam im Ortsrat. Als Vorsitzende koordiniere und leite ich die Ortsratssitzungen.

Viele Projekte die wir beschlossen haben sind schon umgesetzt. -Weitere Projekte sind in Planung beziehungsweise bereits in der Durchführung, beispielsweise Projekte wie „Gesundes Licht für Natur und Mensch“, „Ausweisung und Erschließung neuer Wohnbauflächen“, „Erstellung einer Toiletten-Anlage, eines Unterstandes, sowie ein Festplatzanschluss auf unserem Dorfplatz“, „Sanierungsarbeiten an Gehwegen und Straßen“, um nur einige zu nennen…

Ich organisiere die Vermietung für unser Dorfgemeinschaftshaus und den Veranstaltungsplatz und schreibe für die Benutzung die jeweiligen Rechnungen. Die Veranstaltungen sowie der Belegungskalender der einzelnen Veranstaltungsorte sind auf unserer Hompageseite einsehbar. (www.Eiweiler.de)

Ebenso bin ich Ansprechpartnerin für die Vereine, Initiativen, Parteien und sonstige Zusammenschlüsse. Ich koordiniere  größere Events gemeinsam mit den Verantwortlichen, sei es die Planung von unserer Kirmes, dem Adventsmarkt, die SR3 Landpartie oder das Lohheckenfest. Letzteres hätte 2020 stattfinden sollen und musste bedingt durch Corona verschoben werden. Wir hoffen, dass wir 2022 wieder in die „Lohheck“ gehen dürfen. 

Dabei berichte ich regelmäßig über Neuigkeiten und Wissenswertes vom Dorfgeschehen in unserem Nachrichtenblatt

Ferner führe ich Beglaubigung von Urkunden durch.  Eine weitere Aufgabe sind Repräsentative Anlässe, wie Vereins-, Alters- und Ehejubilare.

In den Lockdown Phasen koordinierte ich das Angebot für Einkaufshilfen die von Ehrenamtlichen und mir durchgeführt wurden.

Erzählen Sie ein wenig über die Geschichte von Eiweiler.

Eiweiler ist ein 580 Seelendörfchen und liegt am Südhang, am Fuße des Peterbergs nur umgeben von der Natur.

Wir sind ein Ortsteil der Gemeinde Nohfelden.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1218 – Iwilre wird hier als Eigentum des Simon von Montclair aufgeführt. Ein schriftliches Zeugnis von 1308 weist die Namensform Eywilre auf.

Abweichend von den übrigen Gemeindeteilen gehört der Ort seit 1375 zur Herrschaft Schwarzenberg und später bis zur Franzosenzeit zur Nachfolgeherrschaft Dagstuhl. Diese und die bis 1826 bestehende kirchliche Bindung nach Mettnich sind die Erklärung für den mit 95 % höchsten katholischen Bevölkerungsanteil innerhalb der Gemeinde Nohfelden.

1817 wurde Eiweiler aus seinem natürlichen und politischen Verband herausgenommen und zur Auffüllung des für Oldenburg vorgesehenen Gebiets von 20 000 Einwohnern dem Fürstentum Birkenfeld einverleibt. 

Am 1. Januar 1974 wurde Eiweiler in die Gemeinde Nohfelden eingegliedert.

1886 wurde ein Weg nach Neunkirchen über die Wasserscheide zwischen Nahe und Prims gebaut, aber erst Anfang der 70er Jahre in eine moderne Fahrstraße verwandelt. Bis dahin war der Ort nur von Primstal her zu erreichen, wo ein Verkehrsschild unmissverständlich darauf hinwies, dass es nachher nicht mehr weiterging. Wie schon angedeutet, gehört Eiweiler als einziger Ortsteil nicht zum Flussgebiet der Nahe, weil der Eiweilerbach über den Borsbach in die Prims fließt.

Der Ortsname mit der sehr häufig auftretenden Vorsilbe könnte wie bei Eckelhausen mit dem Wort “Eiche“ in Verbindung gebracht werden.



Was macht Eiweiler aus?

  • Der starke Zusammenhalt und die Nachbarschaftshilfe sind hervorzuheben, ebenso wie das rege Vereinsleben. Eiweiler glänzt mit 16 Vereinen. Dies fördert für viele die Lebensqualität. 
  • Die Ruhe und idyllische, abgeschiedene Lage. In der Natur zuhause und in der unmittelbaren Umgebung findet man viele Ausflugsziele, die zu Fuß mit Fahrrad oder Auto erreichbar sind.

Wo ist es in Eiweiler am Schönsten?

  • Auf und um den Peterberg. Man nennt ihn auch den „Hexenberg“ oder „Broken“ des Saarlandes. Einst galt er als der Berg des Donars der die flammenden Blitze schleuderte und segenspendenden Regen sandte. Seinen Namen hat er wohl schon sehr früh, orientiert an dem für das Wetter zuständige Apostel Petrus erhalten. Das Landvolk sah ihn aber als den Berg der Geister und Treffpunkt der Hexen, die sich in der Waldpurgisnacht auf dem Gipfel zusammenfanden.
  • Der Peterberg ist ob Sommer oder Winter auch für viele auswertige Mitbürgerinnen und Mitbürger eine Anlaufstelle. Sei es zur Wanderung, Fahrrad fahren oder einfach nur, um die Stille zu genießen. Eine spezielle Stelle kann ich nicht benennen, da jede seine eigene Besonderheit hat.
  • Aber auch die „Kettenbach“ und „Wasserbach“ haben ihre Reize. Auch sie laden zur Wanderung in idyllischer Natur ein, mit einer direkten Wanderanbindung nach Selbach zur Nahequelle durch ein unberührtes Waldgebiet.

Was macht Eiweiler für (neue) Einwohner attraktiv?

  • Bezahlbare Grundstücks- und Immobilienpreise machen sicherlich unser Dorf attraktiver.
  • Integration in unsere Dorfgemeinschaft und die hiesigen Vereine.
  • Direkte Autobahnanbindung und eine gute ÖPNV Anbindung
  • Freizeitangebote befinden sich in unmittelbarer Nähe – Bostalsee, Nonnweiler und Losheimer Stausee , Schaumberg, Hunnenring und die Sommerrodelbahn in Braunshausen – um kurz einige zu nennen,.
  • Die Natur vor der Tür, direkte Zugang zum Rundwanderweg.

 Was muss man über Eiweiler unbedingt wissen?

Der idyllisch am Südrand des Peterberges gelegene Ortsteil hat trotz oder vielleicht auch wegen seiner etwas abgeschiedenen Lage eine Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten.

  • -Ein Teil der aus dem Jahre 1760 stammenden Kapelle wurde 1959 in der neuen Kirche einbezogen und beherbergt künstlerisch bemerkenswerte Steinplastiken der 14 Nothelfer. 
  • -Die Mariengrotte: wir feiern im August ihr 30-jähriges Bestehen. Sie wird von Ehrenamtlichen aus Eiweiler liebevoll gepflegt.
  • -22 Wegekreuze findet man in und um Eiweiler, teils in privater Hand und jedes hat seine eigene Geschichte. Sei es, dass ein Angehöriger aus dem Krieg gesund nach Hause kam, oder einfach ein Geschenk zur Geburt eines Kindes oder für Gesundheit und Wohlergehen.
  • -Die Sternwarte: sie dient als regelmäßiger Veranstaltungsort für öffentliche Vorträge, als Treffpunkt der Vereinsmitglieder und als technisch gut ausgerüsteter Beobachtungsort fernab von störendem Licht.
  • -Der Grindborn: das Quellwasser wurde noch bis 1923 bei Bittgängen zum heiligen Willibrord für die Heilung erkrankter Kinder an Kopfgrind/Schorf/Krätze verwendet.
  • -Die Peterbergkapelle: im 13. Jahrhundert wurde hier eine hölzerne Kapelle errichtet. Ab 1578 wurde jedes Jahr am Montag nach Mariä Himmelfahrt auf dem Peterberg ein „freier Markt“ gehalten, der im 17. Jahrhundert zunächst nach Sötern verlegt und 1838 ganz aufgegeben wurde. Die Kapelle fand danach keine Beachtung mehr, verfiel und wurde von einem Eiweiler Bauern abgerissen. Dieser verwendete die Reste als Baumaterial für den in unmittelbarer Nähe aufgebauten Bauernhof.  1975 fand sich eine Interessengemeinschaft zusammen, die das Ziel verfolgte, die Kapelle wieder zu errichten. 1983 wurde sie wieder aufgebaut.
  • -Eine Erhebung in der Nähe der Kapelle trägt den Namen „Sinnenberg“ oder „Schinnenberg“ genannt. Der auch nach der keltischen Sprache ein Wetterberg war, genau zwischen den aus keltischer Sicht, als Kultstätte bedeutenden Wegekreuzung Peterbergkapelle und Grindborn liegt.

Was gibt es in Eiweiler, was man sonst nirgendwo finden kann?

  • -Auf dem Peterberg findet man ungarische Steppenrinder, eine alte Hausrindrasse aus dem ungarischen Tiefland, die vom Aussterben bedroht ist. Sie gehört zur Gruppe der podolischen Rinder und eignet sich besonders für extensive Beweidungssystem. diese gehören zum Biolandbetrieb Huf- Hof, der am Fuße des Peterberges angesiedelt ist.  Dieser unterhält einen eigenen Hofladen. Angefangen von frischer Hofeigener Milch bis hin zu Molkereiprodukten, Nudel, Mehl, Zucker und Salz, sowie sessionale Obst- und Gemüseprodukten, gibt es auch natürlich frische Wurst- und Fleischwaren von eigenen Tieren.
  • -Ebenfalls findet jährlich eine Ferienmaßnahme für ca. 40 sozial schwache Kinder aus Ungarn, Rumänien, Ukraine, Frankreich und Deutschland auf dem Huf-Hof statt. Ziel ist es, Jugendliche aus vielen verschiedenen Nationen zusammenzuführen, besonders Kinder aus früher geteilten Gebieten, und diesen während des Jugendlagers geschichtliches Hintergrundwissen zu vermitteln. Die Kinder sollen dabei das Saarland und das angrenzende Frankreich kennen lernen und einige unbeschwerte Tage in unserer Heimat verbringen. Dieses wird unter Federführung des gemeinnützigen Sankt Georg Ritterordens durchgeführt.
  • -Eine Herde Mufflons die sich mit einheimischen Schafe zu einer Herde zusammengeschlossen hat zieht frei auf dem Peterberg umher.
  • -Natura 2000 Gebiete: mit rund 179 ha zusammenhängende Fläche findet man das größte Schutzgebiet auf dem Peterberg. (ffh-gebiete.de)

Schutzzweck ist die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustandes, einschließlich der räumlichen Vernetzung, des prioritären Lebensraumtyps: europäische Heide, Pfeifengraswiesen u.s.w und deren Lebensräume. Außerdem die Erhaltung und Entwicklung der strukturreichen Mittelgebirgslandschaft mit ihrem Biotopkomplex aus Feucht- und Nasswiesen, Klein- und Großseggenrieden, Quellfluren und naturnahen Bachabschnitten als Lebensraum für standorttypische und teils seltene Arten.

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