Freisen: Johanna Paliot belegt beim BioLogo-Wettbewerb den ersten Platz

Die Freude bei Johanna Paliot und ihrer Familie war riesengroß, als sie bei der Preisverleihung des BioLogo-Wettbewerbs in Neunkirchen erfuhr, dass sie in diesem Jahr den ersten Platz in ihrer Altersklasse erreicht hatte. Die zuvor aufgebaute emotionale Anspannung und Verunsicherung wichen schlagartig und laute Freudenschreie machten sich Platz. „Zuvor dachten wir nämlich, die erstgenannten Preisträger sind bereits die Hauptpreisträger und ich hätte nur einen hinteren Platz belegt“, erklärt die 12jährige Schülerin der Gemeinschaftsschule Freisen ihren spontanen Gefühlsausbruch. Als dann aber plötzlich verkündet wurde, dass nun die Preisträger für den dritten und den zweiten Platz aufgerufen werden, stieg die Spannung bei der Freisener Delegation ins Unermessliche. Dass Johanna letztlich sogar zusammen mit einem Gymnasiasten den Landessieg errungen hat, damit hatten sie und ihre Familie bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gerechnet.

Dabei ist es durchaus dem Zufall zu verdanken, dass Johanna mit tollen Leistungen diesen Achtungserfolg für sich verbuchen konnte, denn bewusst gemeldet für den Biologie-Wettbewerb hatte sie sich nicht: „Eines Tages kam unser Lehrer in Naturwissenschaften in den Klassensaal, ließ die Tische auseinanderstellen und legte uns die Aufgaben zur ersten Runde vor“, erzählt Johanna. Die Aufgaben, die sich rund um das Verhalten und Besonderheiten von Tieren wie z.B. den Aufbau des Pferdegebisses drehten, habe sie vor allem daher gut beantworten können, da sie gelegentlich Reitunterricht nehme und sich allgemein sehr für Tiere interessiere. Mit Hühnern, einem Hund, drei Meerschweinchen und einem Hamster verfügt Johannas Familie sogar über einen kleinen Streichelzoo. „Früher hatten wir auch noch Papageien, Wachteln und Hasen“, ergänzt die Schülerin aus Güdesweiler, deren schulische Laufbahn nicht immer ganz geradeaus verlief. Nach einigen Jahren an der Waldorfschule besuchte sie im fünften Schuljahr zunächst die Gemeinschaftsschule in Theley, ehe sie freiwillig nach Freisen wechselte und aus eigenem Antrieb das fünfte Schuljahr wiederholte. „Das hat Johanna gut getan, wir sind unheimlich stolz, dass Johanna diesen Erfolg erreicht hat und mittlerweile in der Schule richtig aufblüht“, sagt Johannas Mama Sandra Paliot. Hierfür nimmt die Familie sogar einen aufwändigen Schulweg in Kauf, muss Johanna doch jeden Tag nach Hofeld gebracht werden, wo sie dann in den Bus nach Freisen steigt.

In ihrer Freizeit geht Johanna gerne mit ihrer Mutter wandern und betätigt sich kreativ, indem sie zum Beispiel japanische Anime- und Manga-Comics zeichnet. Zusammen mit zwei weiteren Mitschülerinnen des 9. Schuljahres und ihrer Kunstlehrerin hat sie daher in diesem Schuljahr auch eine Zeichen-AG ins Leben gerufen. Ihre Naturverbundenheit und Kreativität halfen ihr schließlich auch in der Endrunde des BioLogo-Wettbewerbs im Dillinger Albert-Schweitzer-Gymnasium, an der insgesamt neun Schüler aus Freisen teilnahmen durften. „Wir wurden dort zunächst in einer riesigen Aula unseren Plätzen zugewiesen. Dann gab es ein paar einleitende Worte und schon ging es los“, so Johanna. In der Prüfung ging es dann beispielweise um anspruchsvolle Themen wie den Walfisch oder die Photosynthese, die im Unterricht der Klassenstufe 6 noch nicht behandelt wurden. Ihre Verunsicherung sei noch dadurch gestiegen, dass sie eine der letzten Schülerinnen gewesen sei, die am Ende der Prüfung in der Aula saßen. „Bei den Antworten habe ich einfach aufgeschrieben und gezeichnet, wie ich mir vorstelle, dass es sein könnte, und hatte am Ende eigentlich ein ganz schlechtes Gefühl“, beschreibt Johanna ihre zwischenzeitliche Gemütslage.

Am Ende war die Verunsicherung aber unberechtigt, wie ihr erfolgreiches Abschneiden belegt. Beruflich möchte Johanna später dennoch eher den kreativen als den wissenschaftlichen Weg einschlagen: Trickfilmzeichner oder „etwas anderes mit Kunst“ nennt sie als ihr angestrebtes Berufsziel.

Foto: Gemeinschaftsschule Freisen

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