Evangelische Kirche Oberlinxweiler wird im Sommer gesprengt

Oberlinxweiler. Ein großes Abrissprojekt steht im Sommer in Oberlinxweiler an. Dann werden das Hauptgebäude sowie der 23 m hohe Turm der evangelischen Kirche in dem St. Wendeler Stadtteil gesprengt. Zehn neue Bauplätze sollen im Anschluss auf dem Grundstück entstehen. Die Kreisstadt St. Wendel hatte das Kirchengelände im vergangenen Jahr gekauft, nachdem der Sakralbau am 9. November 2014 außer Dienst gestellt worden war. Die evangelische Kirchengemeinde Oberlinxweiler-Remmesweiler-Niederlinxweiler hatte das Gotteshaus aus Kostengründen aufgeben müssen.

 

Statt das Gebäude herkömmlich mit schweren Maschinen abzureißen, plant die St. Wendeler Stadtverwaltung – in enger Absprache mit dem THW-Ortsverband der Kreisstadt – das Kirchengebäude und den Turm zu sprengen. Das dient dazu, den dauerhaften Lärm, der bei einem herkömmlichen Abriss entstehen würde, zu vermeiden. Der Vorteil: weniger Stress für die Anrainer. Auch die andauernde Staubbelastung einer Großbaustelle kann durch die Sprengung stark eingedämmt werden. Zudem bietet das Verfahren für den St. Wendeler Ortsverband des THW die Gelegenheit einen Lehrgang für Sprengstoff-Experten aus ganz Deutschland anzubieten. Denn der Abriss in Oberlinxweiler eröffnet landesweit eine der wenigen Möglichkeiten, ein Gebäude dieser Größenordnung zu sprengen. Eine Möglichkeit, von der auch andere St. Wendeler Organisationen wie DRK und Feuerwehr profitieren. Sie sind ebenso wie die örtliche Polizei in die Übung eingebunden, um die Sicherheit während der Sprengung zu gewährleisten. Dazu Markus Tröster, Ortsbeauftragter des St. Wendeler THW: „Mehr als 100 Kräfte werden während der Sprengung im Einsatz sein. Die Sprengexperten des THW können für den Ernstfall üben und die St. Wendeler Hilfsorganisationen zeigen wieder einmal ihre gute Zusammenarbeit.“

Derzeit laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. In einem ersten Schritt wird das Gotteshaus entkernt. Das heißt, alle Innenausstattungen wie Fenster, Türen, Zwischenwände und das Dach werden entfernt. Somit kann die Druckwelle der Sprengung zielgerichtet entweichen. Ende April bergen dann Mitarbeiter des THW in einem zweiten Schritt die drei Glocken aus dem mehr als 20 m hohen Turm. Diese werden der evangelischen Kirchengemeinde Uchtelfangen übergeben. Der eigentliche Sprengtermin steht als dritter und letzter Schritt während der Sommerferien an.

Über den genauen Ablauf der Sprengung wird die Kreisstadt St. Wendel die betroffenen Bürgerinnen und Bürger am 15. Mai in der Oberlinxweiler Kulturscheune informieren. Die Kirche in Oberlinxweiler diente den evangelischen Christen des Ortes mehr als fünf Jahrzehnte als Gotteshaus. Ihr Grundstein wurde im Jahr 1961 gelegt, eingeweiht wurde sie ein Jahr später.

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