Podcast „So, Digital“

Digitale Imkerei – Wie das Smart Wendeler Land die Bienen rettet

Symbolbild

Im Landkreis Sankt Wendel ist im letzten Jahr ein innovatives Projekt an den Start gegangen, das den Schutz und die Förderung der Bienenpopulation auf ein neues Level hebt: der sensorengestützte Bienenstock. Diese Initiative ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Verein EmC² Saar, dem Imkerverein Primstal und dem Modellprojekt Smart Cities. Dabei stehen neben dem technischen Fortschritt, Artenschutz und Bildung im Mittelpunkt. 

Benjamin Schneider vom Verein EmC² Saar und Stefan Kuhn vom Imkerverein Primstal waren kürzlich zu Gast im Podcast „So, Digital“, um über dieses spannende Projekt zu sprechen. Ihr Engagement und die innovative Nutzung von Technologie zur Unterstützung der Bienen sind beispielhaft für die Verknüpfung von Digitalisierung und nachhaltiger Entwicklung.

Der sensorengestützte Bienenstock ist mit verschiedenen Sensoren und einer Waage ausgestattet, die kontinuierlich wichtige Parameter überwachen – von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit bis hin zum Gewicht und den Geräuschen innerhalb des Stocks. Diese Daten werden in Echtzeit erfasst und an eine zentrale Plattform übertragen, wo sie analysiert und interpretiert werden können. Das Hauptziel ist es, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren und die Gesundheit der Bienenvölker zu sichern. 

Für die Imker bedeutet das eine enorme Erleichterung. Sie können von zu Hause oder unterwegs den Zustand ihrer Bienenvölker überwachen und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen. „Es spart uns viel Zeit und wir können sicherstellen, dass es unseren Bienen gut geht“, erklärt Stefan Kuhn. Besonders während der kritischen Phasen im Jahresverlauf, wie der Einfütterung im Herbst oder dem Nektareintrag im Frühjahr, liefern die gesammelten Daten wertvolle Einblicke.

Doch der Nutzen des Projekts geht weit über die reine Imkerei hinaus. Es dient auch als hervorragendes Bildungsinstrument. „Wir möchten das Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen für unsere Umwelt schärfen“, betont Benjamin Schneider. Über eine geplante Plattform sollen die Daten und Erkenntnisse künftig öffentlich zugänglich gemacht werden. Schulen und Bildungseinrichtungen können das Projekt nutzen, um Kindern und Jugendlichen die faszinierende Welt der Bienen näherzubringen und sie für den Naturschutz zu begeistern.

Die Idee eines vernetzten Bienenstocks ist nicht nur innovativ, sondern auch praktisch. Durch die Open-Source-Philosophie des Projekts sollen die Baupläne und technischen Details frei zugänglich gemacht werden, sodass andere Gemeinden und Vereine das Modell übernehmen können. „Wir möchten möglichst viele Menschen erreichen und zum Mitmachen anregen“, so Schneider weiter.

Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie moderne Technologie und traditionelle Imkerei Hand in Hand gehen können, um einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten. Es zeigt, dass Digitalisierung nicht im Widerspruch zur Natur stehen muss, sondern vielmehr ein Werkzeug sein kann, um sie zu schützen und zu bewahren.

Während unserem Gespräch im Podcast wurde deutlich, dass das Interesse groß ist – sowohl bei den Imkern als auch in der breiten Bevölkerung. Viele erkennen den Mehrwert, den die kontinuierliche Überwachung der Bienenvölker bietet. Die Technik ermöglicht es, präzise und zeitnah zu reagieren, was letztlich den Bienen zugutekommt.

In einer Zeit, in der das Insektensterben immer mehr zum Thema wird, setzen Projekte wie der sensorengestützte Bienenstock wichtige Zeichen. Sie verdeutlichen, dass nachhaltiger Naturschutz durch den Einsatz intelligenter Technologien möglich ist und dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, unsere Umwelt zu schützen.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieses Projekt weiterentwickelt und welche neuen Erkenntnisse und Möglichkeiten es noch bieten wird. Sicher ist jedoch: Es zeigt uns eindrucksvoll, wie wichtig die Bienen für unser Ökosystem sind und wie wir durch innovative Ansätze ihren Fortbestand sichern können. Das Smart Wendeler Land macht es vor – und wir hoffen, dass viele weitere Gemeinden diesem Beispiel folgen werden.

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