Die Narren sind los: „Kreis St. Wennel first- mir sinn die Beschde“

Mit viel Humpatäterä erstürmte gestern um 11.11h die St. Wendeler Narrenschar das Landratsamt, um Landrat Udo Recktenwald zu verhaften. Der verschanzte sich jedoch in seinem Büro. Für die nötige Sicherheit war auch gesorgt und so musste man sich zur Inhaftierung zunächst den Weg durch eine Wand aus Securitypersonal bahnen. Dennoch schaffte es das Kinderprinzenpaar mitsamt Gefolge, den Sicherheitsdienst zum Durchlass zu bewegen. Recktenwald, mit blonder Perücke als Trump getarnt, leistete kaum Widerstand. Wieder unten im Foyer angekommen, gab Erich Maldener, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft „Die Coburger“ die Anklage dem in Handschellen abgeführten „Trump“ bekannt. Udo Trump verteidigte sich ganz presidentlike. Per Sofortdekret veranlasste er, die Fasenacht abzuschaffen und alle Narren ins neuerrichtete „Guantanamo“ der Polizeiinspektion St. Wendel einzubuchten. Eine Mauer um St. Wendel wolle er errichten lassen, schließlich sei ja Lutherjahr und reinkommen dürfe nur, wen der Trump aus St. Wendel leiden kann. Die müssten dann auch zahlen, so würde man schließlich die Kreisumlage abschaffen können und er, Udo Trump, könne sich im Stadtpark sein weißes Haus bauen. Um die Macht des Landkreises St. Wendel nochmals zu demonstrieren, scheute sich der selbsternannte Trump nicht, sich die Lorbeeren anderer zu Nutze zu machen. Der „Mauer Matz“ sei das beste Beispiel, den habe man sogar ins All geschickt und alle anderen Mitarbeiter, die man nicht brauche, die schicke er – natürlich per Sofortdekret- direkt hinterher zum Mond: „Der Mond wird, doh seid ihr perplex, die Landratsamt- Außenstelle Nummer 6.“ Donald Recktenwald führte seine Rede mit weiteren Vorhaben fürs St. Wendeler Land fort. Denn eins sei klar, so betonte er immer wieder:„Kreis St. Wennel first- mir senn die Beschde, im Norde, Süde, Oste, Weschde.“ Für künftige Mitarbeiter hatte er auch 39 Fragen als Einstellungstest vorbereitet. All sein Gebaren half jedoch nichts und so wurde er von Maldener dazu verpflichtet, bis Aschermittwoch sein Amt niederzulegen, um über seine geplanten Missetaten nachzudenken.

Nach der Anklage wurde Recktenwald abgeführt und die Karawane zog durch die Bahnhofstraße bis zum Schlossplatz, wo es dem Bürgermeister an den Kragen gehen sollte. Der jedoch war nicht da. Die Wachen vor dem Rathaus versuchten noch, den Narren das Eindringen zu erschweren, schlussendlich gelangten sie doch noch hindurch und nahmen statt Peter Klär den Ortsvorsteher der Kernstadt, Kurt Wiese fest. Vor dem obersten Karnevalsgericht, dem Ochsitorium, wurde ihm seitens Josef Hans Fischer und Hans Gerecht vom Ochsitorium der Prozess gemacht. „Wiesenkurt“ bat noch um Gnade, aber wie es nun mal an Fasenacht ist, so haben zumindest bis Aschermittwoch noch die Narren das Zepter in der Hand. Und deswegen heißt es bis dahin „Alleh Hopp, St. Wennel steht Kopp!“

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