Die Maschen der Corona-Betrüger

In der Corona-Pandemie hat sich nicht nur der Virus rasch verbreitet, auch Betrüger häuften sich. Dabei hatten sie unterschiedliche Maschen, einige der häufigsten stellen die Seniorensicherheitsberater des Landkreises vor.

Falsche Microsoft Mitarbeiter

Betrug durch falsche Mitarbeiter von Microsoft gibt es bereits seit einigen Jahren. Nun haben sich die Täter auf die aktuelle Situation während der Corona-Pandemie und den vielen Personen im Home-Office eingestellt. Sie geben vor, Mitarbeiter bei „My IT Department“ oder „from my Company“ zu sein. Die Täter und Täterinnen sprechen oft englisch mit indischem Akzent. Sie versuchen die Angerufenen dazu zu bewegen, u. a. eine Fernwartung zu installieren.

So schützen Sie sich vor dieser Masche:

  • Gewähren Sie Fremden keinen Fernzugriff auf Ihrem Computer
  • Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen unaufgefordert keinen Kontakt zu Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter ungebeten bei Ihnen melden, legen Sie auf.
  • Sollten Sie Opfer geworden sein: Schalten Sie den Computer aus und trennen Sie den Rechner vom Internet.
  • Ändern Sie über einen nicht-infizierten Rechner unverzüglich alle Passwörter.

Falsche Mitarbeiter von Telekommunikationsdienstleistern

Vermeintliche Mitarbeiter bekannter Telekommunikationsanbieter kontaktieren derzeit verstärkt Personen wegen einer Netzüberlastung. Sie erklären, dass aufgrund der Corona-Krise viele Menschen zuhause bleiben müssten und das führe zu einer Überlastung des Netzes. Deswegen würden Mitarbeiter des Anbieters vorbeikommen, um neue Leitungen zu legen und den Router auszutauschen. Auf diese Weise wollen Kriminelle in die Wohnungen Ihrer Opfer gelangen und Wertsachen sowie Bargeld stehlen.



Kontaktieren Sie die Firma, die vermeintlich bei Ihnen angerufen hat, beispielsweise über deren Kundenhotline. Diese finden Sie auf der Website der Firma oder in Ihren Vertragsunterlagen. Vereinbaren Sie gegebenenfalls einen Telefontermin.

Sprechen Sie am Telefon nicht über persönliche und finanzielle Verhältnisse. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

Falsche Gewinnversprechen

Telefonisch werden Betroffene über Geldgewinne informiert. Der Gewinn soll zunächst im Beisein eines Notars und zwei Sicherheitsleuten übergeben werden. Kurz darauf wird dem Opfer jedoch mitgeteilt, dass eine persönliche Übergabe aufgrund des Corona-Virus nicht möglich sei und der Gewinn transportiert werden müsse. Die Transportkosten in Höhe von mehreren Hundert Euro können aber nicht in bar angenommen werden. Der Geschädigte wird aufgefordert das Geld in Form von Google-Play-Karten zu besorgen. Andere Guthaben-Karten wie beispielsweise die von Steam, Amazon oder iTunes sind hier ebenso denkbar. Hat ein Opfer die Karten besorgt, meldet sich eine Stunde später der Täter und bittet um die Übermittlung der Codes.

Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben. Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern. Machen Sie keine Zusagen am Telefon.



Falsche Mitarbeiter der Landesbank

In anderen Fällen geben sich Betrüger am Telefon auch als Mitarbeiter von Landesbanken aus. Sie erklären, dass der TAN-Generator überprüft werden müsse. Dies sei aufgrund der Corona-Krise nur per Telefon möglich. Angerufene sollen nun ihre EC-Karte in den TAN-Generator stecken und einen vom Mitarbeiter genannten Startcode eingeben. Daraufhin erscheint auf dem Generator ein anderer Code, der dem Bankmitarbeiter genannt werden soll.

Auf diese Weise können sich die Betrüger Zugang zum Onlinebanking der Betroffenen verschaffen und getätigte Transaktionen umleiten.

Bedenken Sie: Ihre Bank wird Sie nie dazu auffordern, Codes und andere sensible Informationen am Telefon preiszugeben. Geben Sie nie Ihre PIN oder andere Zugangsdaten zu Ihrem Online-Banking am Telefon weiter. Legen Sie auf und kontaktieren Sie selbst Ihre Bank oder Ihren zuständigen Bankberater.

Für alle diese Betrugsversuche gilt: Informieren Sie ihre zuständige Polizeidienststelle! Infos zu diesen Themen findet man unter: https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/corona-straftagen/betrug-an-telefon-und-haustuer/

Weitere Informationen – auch für Vereine und Gruppen – sind in der Geschäftsstelle der ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater beim Seniorenbüro des Landkreises St. Wendel unter der Telefonnummer 06851/801-5201 oder per Mail: seniorenbuero@lkwnd.de, erhältlich. Dorthin können auch Anfragen für kostenfreie Vorträge und Beratungen gerichtet werden.

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