DGB-Kreisvorstand zum Informationsaustausch bei der Kommunalen Arbeitsförderung

Foto:Markus Schmitt

Am 7. Oktober, dem „Welttag für menschenwürdige Arbeit“, traf der Kreisvorstand St. Wendel des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) mit Landrat Udo Recktenwald und dem Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Thomas Schmidt zu einem Meinungsaustausch zusammen.

Der DGB informierte sich über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel. Weiteres Thema des Treffens war die sogenannte prekäre Beschäftigung.



Für viele Menschen ist prekäre Beschäftigung eine besondere Belastung, so der DGB-Kreisvorsitzende Kevin Wagner. In prekärer Beschäftigung sind Menschen mit hohen Arbeitslosigkeitsrisiken, geringen Löhnen und erhöhter Arbeitsbelastung konfrontiert. Prekäre Beschäftigung mache auch krank. Nicht nur physisch, wie es viele Werkvertragsarbeitnehmer, insbesondere in der Fleischindustrie erleben, sondern auch psychisch durch die unsichere Lebenssituation in der sie sich befinden. 

Landrat und DGB sprachen sich gemeinsam für die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen aus. Dem Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen in einigen Branchen müsse daher ein Riegel vorgeschoben werden. Daher setzt die Kommunale Arbeitsförderung als Jobcenter in Trägerschaft des Landkreises bewusst auf direkte Kontakte zu den Unternehmen im Landkreis, um die Menschen möglichst nachhaltig in Arbeit vermitteln. Zusätzlich prüft sie die Einhaltung des Mindestlohns bei ihren Vermittlungsaktivitäten und arbeitet zur Bekämpfung illegaler und sittenwidriger Beschäftigung eng mit dem Zoll zusammen, auch mittels gemeinsamer Betriebskontrollen. Ein Handeln, das der DGB Kreisverband begrüßt und als gutes Beispiel herausstellt.

Ein weiteres Thema war der sinkende Respekt in Teilen der Bevölkerung von der Arbeit des öffentlichen Dienstes. Auch die Gewaltübergriffe gegenüber Lehrern, dem Personal bei der Bahn, bei den Entsorgungsbetrieben und den Rettungsdiensten nehmen in den vergangenen Jahren rapide zu. Im Kreis St. Wendel zählte die Polizei im letzten Jahr 16 Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte.

Leider ist eine zunehmende Verrohung von Teilen der Gesellschaft feststellbar, die sich in den letzten Jahren auch durch eine zunehmende Zahl von verbalen sowie körperlichen Angriffen gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zeigt. Das spüren wir auch in der Kreisverwaltung, so Landrat Recktenwald. Er begrüßte daher ausdrücklich die DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch.“, mit der für diese Problematik in den Dienststellen, der Politik und der breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit und ein Bewusstseinswandel erreicht werden soll. Denn ein Angriff auf die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sei ein Angriff auf uns alle, äußerten sich die Teilnehmer einhellig.

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