Deutsches Kinderhilfswerk und Gemeinde Tholey schließen Kooperationsvereinbarung zur Jugendbeteiligung vor Ort

Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Gemeinde Tholey haben eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Jugendbeteiligung geschlossen. Damit setzt sich die Gemeinde Tholey zum Ziel, die Beteiligung von Jugendlichen bei Angelegenheiten, die ihr direktes Lebensumfeld betreffen, umfassend zu verbessern. Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt die Gemeinde Tholey dabei strukturell und fachlich. Außerdem fördert das Deutsche Kinderhilfswerk das Projekt in Tholey mit 20.000 Euro. Die Gemeinde Tholey beteiligt sich mit 4.000 Euro.

Im Rahmen des Projekts wird zunächst eine Ist-Stands-Analyse in Tholey durchgeführt. Dazu wurden in der Gemeinschaftsschule Schaumberg vorbereitende Aufgaben und Fragestellungen erarbeitet, Mitte August sollen mit einer Beteiligungswerkstatt und einem Workshop Bedarfe und Perspektiven der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erfasst werden. Am folgenden Tag wird die Verwaltung des Rathauses sowie ein Gremium, bestehend aus den Ortsvorstehern und den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats, mit dem Thema Beteiligung und möglichen Auswirkungen im Arbeitsalltag vertraut gemacht. Abschließend präsentieren Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule die Ergebnisse der Beteiligungswerkstatt in diesen Gremien. Außerdem soll ein Maßnahmenplan für die weitere Beteiligungsarbeit der Gemeinde auf der Basis der gesammelten Eindrücke aus den verschiedenen Formaten erstellt werden.

„Das Recht auf Beteiligung ist in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention verbindlich festgeschrieben. Leider wird die UN-Kinderrechtskonvention auch an dieser Stelle noch viel zu selten umgesetzt. Deshalb freuen wir uns, jetzt gemeinsam mit der Gemeinde Tholey die Jugendbeteiligung vor Ort konkret zu verbessern. Zahlreiche Studien zeigen, dass Beteiligung hilft, Kinder und Jugendliche stark zu machen und negative Armutserfahrungen auszugleichen. Das funktioniert aber nur im Zusammenspiel mit engagierten Kommunen, gut ausgebildeten Fachkräften und mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen zur Umsetzung der Beteiligungsprozesse. Wir hoffen, dass wir in Tholey mit der Kooperation einen großen Schritt vorankommen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

 

„Die Gemeinde Tholey möchte für ihre Jugendlichen noch attraktiver werden. Daher sind wir gespannt, welche Impulse die Jugendlichen im Rahmen des Beteiligungsprozesses geben werden, um die Zukunft der Gemeinde mit zu gestalten. Tholey hofft möglichst viele Jugendliche zu erreichen und für ihre Teilhabemöglichkeiten zu sensibilisieren. Das Projekt soll nicht nur die Zufriedenheit und Identifikation mit dem Heimatort steigern, sondern übt gleichzeitig demokratische Verhaltensweisen und politisches Handeln ein. Das hilft das gestalterische Potential der Jugendlichen in die Mitte der Gesellschaft zu holen und wirkt so auch Radikalisierungstendenzen und politischer Unmündigkeit aktiv entgegen“, sagt Hermann Josef Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Tholey.

Das Projekt „Jugendbeteiligung vor Ort“ des Deutschen Kinderhilfswerkes hat zum Ziel, die Beteiligung von Jugendlichen bei Angelegenheiten, die ihr direktes Lebensumfeld betreffen, umfassend zu stärken. Hierfür stellt das Deutsche Kinderhilfswerk bundesweit für zehn Modellkommunen bis Ende 2019 Finanzmittel in Höhe von rund 200.000 Euro bereit. Darüber hinaus unterstützt das Deutsche Kinderhilfswerk die Modellkommunen und weitere Projektpartner je nach Bedarf durch Qualifizierung, Vernetzung, fachliche Beratung sowie Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit und lokales Fundraising. Im Rahmen seiner Lobbytätigkeiten setzt sich das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit der Gemeinde Tholey zudem für die verbindliche Verankerung kommunaler Beteiligungsrechte nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention ein.

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