Der Arbeitsmarkt im November 2020 im Landkreis St. Wendel

Entwicklung im Saarland Im November waren 37.737 Menschen im Saarland arbeitslos gemeldet, das waren 943 weniger als im Oktober. Über eine Zeitspanne von fünf Monaten hinweg war die Arbeitslosenzahl kontinuierlich angestiegen, am deutlichsten in der Anfangszeit des Lockdowns. Im September war die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen erstmals wieder rückläufig. Den dritten Monat in Folge ist nun im November erneut ein Rückgang erfolgt. In welchem Maße die Corona-Pandemie den Arbeitsmarkt beeinflusst, zeigt sich weiterhin im Vorjahresvergleich: In diesem Jahr waren 5.428 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als im November 2019. Dies entspricht einem Anstieg um fast 17 Prozent. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging im November um 0,1 Prozentpunkte zurück. Aktuell liegt sie bei 7,1 Prozent. Im November 2019 hatte sie noch bei rund sechs Prozent gelegen.



„Trotz der Ausnahmesituation, die unser Leben und Arbeiten seit mehr als acht Monaten bestimmt, ist die Arbeitslosigkeit im dritten Monat in Folge gesunken,“ beschreibt Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuelle Entwicklung. „Im aktuellen Monat konnten viele Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Es ist allerdings zurzeit von der unsicheren Entwicklung und den Folgen des Corona-Beschränkungen abhängig, ob sich dieser positive Trend fortsetzen kann. Die saarländischen Betriebe und Unternehmen haben im November auch wieder mehr Arbeitskräfte nachgefragt. Für die Wintermonate bleibt die weitere – über die Saison üblich zu erwartende hinausgehende – Entwicklung ebenfalls abzuwarten.“

Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich
Landkreis St. Wendel: 3,7 Prozent
Landkreis Merzig-Wadern: 4,6 Prozent
Saarpfalz-Kreis: 5,4 Prozent
Landkreis Saarlouis: 5,7 Prozent
Landkreis Neunkirchen: 7,8 Prozent
Regionalverband Saarbrücken: 10,0 Prozent

Entwicklung im Landkreis St. Wendel
Im Landkreis St. Wendel waren im aktuellen Monat 1.800 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, genauso viele wie im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter rund ein Fünftel mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,7 Prozent genauso hoch wie im Vormonat und um 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung
Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 42 auf 956 gesunken. Das waren 154 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 71. Sie verringerte sich um 17 im Vergleich zum Vormonat und lag genauso hoch wie im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus betrug 515. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um neun verringert. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg um fast ein Viertel verzeichnen.



Entwicklung in der Grundsicherung
Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren im November 844 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 42 mehr als im Oktober. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um mehr als ein Fünftel über dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht vorhanden. 254 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber Oktober um sechs und gegenüber November 2019 um 28 erhöht. Mehr als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im November 320 und lag damit um 22 über dem Vormonatsniveau. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um über 45 Prozent.

Stellenmarkt
Im November wurden im Landkreis St. Wendel 15 neue Arbeitsstellen mehr gemeldet als im Monat zuvor. Unternehmen der Region haben im aktuellen Monat 153 Stellen zur Besetzung gemeldet. Das war und ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden rund 1.400 offene Stellen gemeldet, 843 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen rund 600 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit mehr als ein Fünftel unter dem Vorjahresniveau.

Kurzarbeit
Im Landkreis St. Wendel haben im November 41 Betriebe für 816 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 900 Unternehmen Kurzarbeit für 9.530 Beschäftigte angezeigt. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen auf Basis der vorläufigen Daten vorgenommen. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juni 352 Unternehmen der Region für 2.039 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.

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