Das Cusanus-Gymnasium darf sich fortan Fairtrade-School nennen

Fotograf: Michael Uhl

Es tut gut, Gutes zu tun, und es tut auch gut, dafür belohnt zu werden. Diese Erfahrung machte die Schulgemeinschaft des Cusanus-Gymnasiums, denn seit einigen Tagen darf sich das Cusanus „Fairtrade-School“ nennen. Der Titel ist das Ergebnis eines langjährigen vielfältigen Engagements, das im April 2019 auf der konstituierenden Sitzung des Fairtrade-Teams „Cusanus For Future“ konkrete Züge annahm.

„Über 30 interessierte Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern sowie die gesamte Klasse 9a, die wenige Monate später auch zur ersten „Fairen Klasse“ der Schule ausgezeichnet wurde, kamen zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir vor Ort unsere Schüler*innen für die sozialen, ökologischen und ökonomischen Disbalancen auf der vor allem südlichen Seite unseres Globus sensibilisieren und dafür sorgen können, diese Welt zu einem besseren und lebenswerteren Ort für alle Menschen zu machen“, so der stellvertretende Schulleiter Holger Büch. „Unsere Schulgemeinschaft zeichnet sich aus durch Werte der Achtsamkeit, der Umsicht und des gegenseitigen Respekts. Diese Werte stehen an unserer Schule nicht nur freitags (for future) ganz oben auf der Tagesordnung, sondern dienen als genereller Leitfaden für einen sozialen Umgang miteinander. Das Cusanus-Gymnasium möchte diesen „lokalen“ Gedanken globalisieren.“ 



Die eigentliche Geburtsstunde des Fairtrade-Gedankens war wohl der Auftritt des Nairobi Hope Theater aus Kenia im März 2019 in der Aula der Schule.  Die politische Revue „Wasser“ führte den Zuschauern deutlich vor Augen, dass es sich lohnt, diese Ressource zu wahren und zu schätzen.

Nach der Gründung des Fairtrade-Teams ging alles recht schnell. Die Arbeitsgemeinschaft „Misheni Moyo“ war sofort bereit, sich auch hier mit zu engagieren, und auch der Schulverein zeigte sich sehr erfreut über diese Initiative und bot sofort seine finanzielle Unterstützung an. Durch diese vorhandene Infrastruktur fiel es der Schule leicht, die weiteren Schritte zu gehen. Frau Stenger-Mayer machte sich mit ihrer Klasse auf den Weg zur „Fairen Klasse“, Misheni Moyo bot beim Spendenlauf selbstgemachte Müsliriegel und selbstgemachte Limonade aus fair gehandelten Produkten an. Mit Bananen aus dem Eine-Welt-Laden der evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel machte Misheni Moyo mit ihrem betreuenden Lehrer Carsten Rehling Bananenmilch, im Lehrerzimmer und im Bistro werden fair gehandelter Kaffee und Kakao angeboten und seit einem Jahr hat das Cusanus-Gymnasium Schul-Pullover und Schul-Polo-Shirts aus 100% fair gehandelter Baumwolle im Angebot.

„Wir werden in unserem Schulbistro zukünftig die Produktpalette um Tee und Müsliriegel aus fair gehandelten Zutaten erweitern“, kündigt die Schulleitung an. Pünktlich zum Weihnachtsfest bietet die Klasse 9c  ein ganz besonders Kochbuch an. Unter der Leitung ihres Klassenlehrers Thomas Hero haben die Schülerinnen und Schüler Rezepte zusammengestellt und dabei großen Wert auf möglichst viele fair gehandelte Zutaten gelegt. „Und da unser „Hero“ (engl. Held) ohnehin polyglott ist, haben seine Schüler und er die Rezepte gleich in Deutsch, Englisch und Französisch verfasst“, freut sich der stellvertretende Schulleiter.  



Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen durfte die Schule die Zertifizierungsurkunde in einer Präsenzveranstaltung in Empfang nehmen.  „Es war ein Lichtblick in diesen etwas dunklen Zeiten,  und es war gut, dass wir mit Landrat Udo Recktenwald, Bürgermeister Peter Klär, den Verantwortlichen der Fairtrade-Initiative Saar, Wynnie Mbindyo, Ingrid von Osterhausen und Peter Weichhart, dem Dezernenten für Bildung, Infrastruktur und Sicherheit Uwe Luther, der Koordinatorin BNE Frau Isabelle Kiehn aus dem MfBK und Frau Eva Henn vom BildungsNetzwerk St. Wendeler Land wunderbar musikalisch umrahmt für 90 Minuten Inzidenzwerte und Corona vergessen konnten“, blickt Büch auf die Feierstunde zurück. Es war ein kleiner Teilnehmerkreis, der mit viel Abstand und mit Maske in der Aula zusammenkam. Aber so ist das nun einmal im Saarland: Großes entsteht immer im Kleinen und die Auszeichnung ist nicht das Ende eines langen Prozesses, sondern Motivation, Ansporn und Motor für die Zukunft.  Getreu dem Motto „Cusanus For Future“ – und hoffentlich für immer – darf man wohl gespannt sein auf viele weitere faire Aktionen.

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