So, digital!

Auf Abruf mobil: Das WendelMobil verändert den Nahverkehr

Im ländlichen Raum stehen die Menschen vor der Herausforderung, ohne eigenes Auto oder als Alternative dazu, mobil zu sein. Öffentliche Verkehrsmittel fahren oft unregelmäßig und decken nicht alle Bedürfnisse ab. Doch im St. Wendeler Land ändert sich das mit dem WendelMobil – einem Rufbus, der seit Mai letzten Jahres Teile des Kreises St. Wendel bedient. In den Ortsteilen St. Wendel, Urweiler, Leitersweiler, Hoof, Osterbrücken, Marth, Niederkirchen, Saal, Bubach, Dörrenbach und Werschweiler ist er aktuell unterwegs. Die Fahrten werden an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen in der Kreisstadt durchgeführt und zusammen mit Saar-Mobil GmbH & Co. KG und dem saarVV angeboten.

Aber was genau steckt hinter diesem Projekt und wie funktioniert es?

Das WendelMobil ist Teil des Smart Cities Projekts des Landkreises und zielt darauf ab, die Mobilität in der Region zu verbessern. Carl Jakobi, Experte des Projekts, erklärt in „So, digital!“, dem Podcast vom Smart Wendeler Land in Zusammenarbeit mit wndn.de, dass die Idee eines Rufbusses, der über eine App bestellt werden kann, schon länger existierte. Doch erst mit dem Aufkommen digitaler Technologien und der Unterstützung durch das Smart Cities Projekt konnte das WendelMobil Realität werden.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Über die WendelMobil-App kann man den Bus für Fahrten am Wochenende sowie an Feiertagen bestellen. Dabei werden Start- und Zielpunkt sowie die gewünschte Uhrzeit angegeben. Das System berücksichtigt dabei auch, ob es zu einer Zusammenlegung von Fahrten kommen kann, um die Effizienz zu steigern und die Wartezeiten zu minimieren.

Besonders interessant ist die Einrichtung von über 200 virtuellen Haltestellen, die über die App verfügbar sind. Diese ermöglichen es den Fahrgästen, den Bus nahezu von der Haustür aus zu bestellen, was vor allem für ältere Menschen oder Familien mit Kindern eine enorme Erleichterung darstellt.

Die Zielgruppe des WendelMobils ist breit gefächert. Von älteren Personen, die am Wochenende Einkäufe tätigen möchten, bis hin zu Schülern, die Freunde besuchen wollen, sollen alle Bedürfnisse abgedeckt werden.

Zu der Auslastung kann Jakobi bereits Angaben machen: „Wir haben aktuell knapp über 600 registrierte Nutzer für das Gebiet und haben am Wochenende immer so zwischen 30 bis 50 Fahrten mit entsprechender Personenzahl.“

In puncto Kosten ist das WendelMobil Teil des öffentlichen Nahverkehrs und akzeptiert alle gängigen Tickets. Schülerinnen und Schüler wie auch die Nutzerinnen und Nutzer des Deutschland-Tickets können also ihre Monatskarten für den Rufbus einsetzen. Es gibt keine zusätzlichen Gebühren für die Nutzung des Services, was sicherstellt, dass niemand aus finanziellen Gründen von der Nutzung ausgeschlossen ist.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Barrierefreiheit des WendelMobils. Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen können problemlos mitfahren. „Die Busse, die wir nutzen sind unter der Woche auch im normalen Betrieb im Einsatz und erfüllen da alle gängigen Voraussetzungen,“ so Carl Jakobi im Podcast.

In Bezug auf Datenschutz betont Jakobi, dass die personenbezogenen Daten der Nutzer verschlüsselt sind und die Fahrten anonymisiert ausgewertet werden, was die Privatsphäre der Fahrgäste gewährleistet.

Das WendelMobil ist ein vielversprechendes Projekt, das zeigt, wie digitale Innovationen die Mobilität im ländlichen Raum verbessern können. Mit seinem nutzerfreundlichen Konzept und seiner barrierefreien Ausrichtung will es zum Vorbild für ähnliche Initiativen in anderen Regionen werden. Die Nutzerzahlen zeigen, dass das Angebot gut angenommen wird. Hinter den Kulissen werden bereits Pläne geschmiedet, das Projekt auszuweiten und auch die Möglichkeit einer telefonischen Buchung einzurichten. In diesem Zuge konnte Carl Jakobi im Podcast verraten, dass das WendelMobil bald unter neuem Namen unterwegs sein wird…

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