Arbeitslosigkeit im St. Wendeler Land weiterhin unter Vorjahresniveau

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2018 im Landkreis St. Wendel

  • Arbeitslosigkeit saisonbedingt gestiegen, aber weiterhin unter Vorjahresniveau
  • Höhere Arbeitskräftenachfrage als vor einem Jahr
  • Mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit im Kreis St. Wendel saisonbedingt leicht gestiegen. Es waren 1.532 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 171 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,2 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

Landkreis St. Wendel: 3,2 Prozent

Landkreis Merzig-Wadern: 4,3 Prozent

Landkreis Saarlouis: 4,8 Prozent

Saarpfalz-Kreis: 5,1 Prozent

Landkreis Neunkirchen: 6,8 Prozent

Regionalverband Saarbrücken: 8,8 Prozent

 

Der Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen in allen Landkreisen im Saarland kommt nicht überraschend. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt. „Einerseits ist der 30. Juni ein übliches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle“, erklärt Haßdenteufel.

Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und daher ist der Agenturchef zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden werden: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.“

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

 Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 81 auf 773 gestiegen, das waren 15 mehr als vor einem Jahr.

Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit 124 um 22 über dem Vormonats- und um 14 über dem Vorjahreswert.

In der Altersgruppe 50plus waren 330 Personen arbeitslos gemeldet, 26 mehr als im Juni und 10 mehr als vor einem Jahr.

 

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

 Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel ist die Arbeitslosigkeit im Juli um 37 auf 759 gesunken. Damit lag sie um 186 unter dem Vorjahreswert.

Jugendarbeitslosigkeit ist im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters weiterhin nicht vorhanden.

Rund 210 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 75 verringert.

Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit rund 300 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 39,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um ein Viertel.

 

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Juli mit 2.520 Personen um 9,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 61 Prozent, was bedeutet, dass der Arbeitsmarkt durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um fast 40 Prozent entlastet wurde.

Definition Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

 

Stellenmarkt

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Juli wieder verstärkt. So haben die Unternehmen der Region rund 320 Stellen zur Besetzung gemeldet, fast 140 mehr als im Juni. Seit Jahresbeginn wurden 1.500 Stellen gemeldet, 2,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe, im Baugewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen gemeldet.

 

Ausbildungsmarkt

 Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober rund 540 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 600 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 7414 Prozent mehr als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 230 Stellen unbesetzt und 140 Jugendliche unversorgt.

Mancher Betrieb wird angesichts rückläufiger Schülerzahlen womöglich leer ausgehen. Daher rät Haßdenteufel, bei dem einen oder anderen Bewerber genauer hinzuschauen und nach Lösungen für tatsächliche oder vermeintliche Probleme zu suchen. „Manche Jugendliche sind einfach schulmüde. Oftmals wird aus einem mäßigen Schüler von selbst ein engagierter Mitarbeiter, wenn er die Chance erhält, seine Fähigkeiten und sein Talent in einem Beruf, der zur ihm passt, unter Beweis zu stellen.“

Aber selbst dort, wo es tatsächlich hakt, gibt es vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Haßdenteufel weist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die „Assistierte Ausbildung“ (AsA) hin. Jugendliche werden bereits vor Beginn der Ausbildung unterstützt und, falls nötig, bis zu deren Abschluss professionell begleitet. Die einzelnen Hilfsangebote sind sehr breit gefächert und reichen vom Förderunterricht über die Beratung des Betriebes in Ausbildungsfragen bis zur sozialpädagogischen Betreuung. Was nötig ist, um eine Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, wird in jedem Einzelfall individuell umgesetzt.

Aber auch junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder vielleicht nicht einmal danach gesucht haben, weil sie sich kaum Chancen auf Erfolg ausrechnen, möchte Haßdenteufel ermutigen: „Die Situation am Ausbildungsmarkt ist so gut wie selten zuvor. Gerade wenn es schwierig ist, sollten Jugendliche unbedingt auf die Unterstützungsangebote der Berufsberatung zurückgreifen. Gemeinsam können wir einen Weg in die berufliche Zukunft finden.“

Jugendliche und deren Eltern, die sich von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Saarland bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen lassen möchten, können über die kostenlose Servicenummer 0800 – 4 5555 00 Kontakt aufnehmen.

Unternehmen, die ausbilden möchten oder sich für AsA interessieren, können sich an ihren persönlichen Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice oder an die kostenlose Servicehotline 0800 – 4 5555 20 wenden.

 

TOP 10 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen

Am häufigsten werden im Landkreis St. Wendel noch Auszubildende für folgende Berufe gesucht:

Kaufmann/-frau im Einzelhandel (18)

Handelsfachwirt/in (15)

Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik (13)

Koch/Köchin (12)

Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/Heizungs-/Klimatechnik (12)

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (10)

Kfz-Mechatroniker – PKW-Technik (8)

Verkäufer/in (8)

Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (8)

Medizinische/r Fachangestellte/r (8)

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