Sperrstunde bringt nichts – Interview mit Gastronom Justin Jakob

Justin Jakob ist einer der bekanntesten Gastronomen des St. Wendeler Landes. Mit ihm haben wir über die derzeitigen „Corona-Einschränkungen“ für die Gastronomie gesprochen. Justin „JJ“ Jakob ist seit kurzem Präsidiumsmitglied beim DEHOGA – Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Saarland.

wndn.de: Justin, wie ist derzeit die Situation bei Euch?

Justin Jakob: Seitdem das St. Wendeler Land Risikogebiet ist, wurde es bei uns deutlich ruhiger. Die Menschen sind vorsichtig und gehen nicht mehr so oft aus, das haben wir schon gemerkt. Es wird für uns immer schwieriger, das Geschäft einigermaßen profitabel zu betreiben.  

Landrat Udo Recktenwald sagt in einer Pressemitteilung: „Das Ausbruchsgeschehen in einem Dorf unserer Region wäre durch Sperrstunde und Alkoholausschankverbot in der Nacht nicht verhindert worden.“ Wie beurteilst Du das Thema?

Ich stimme unserem Landrat voll und ganz zu. Die „Sperrstunde“ ab 23 Uhr bringt aus meiner Sicht wenig, da sich die Menschen ins Private zurückziehen und dort weiterfeiern. Wir haben in der Gastronomie Erfahrung mit den Hygieneregeln und halten diese auch ein. Die bisherigen Regeln (Sperrstunde bis 1 Uhr) hätten aus meiner Sicht vollkommen ausgereicht, gerade weil viele Restaurants und Kneipen wieder die Maskenpflicht eingeführt haben, obwohl sie dies nicht mussten. Gäste, die keine Maske tragen wollen, haben wir weggeschickt. Wir hatten auch nie Probleme mit Gästen, die enthemmt gefeiert hatten. Wichtig ist, dass auch bei uns Gaststätten von Seiten der Behörden kontrolliert wird, hauptsächlich um die Gäste zu schützen.

Ist es für Euch viel aufwendiger geworden, die Gastronomie zu betreiben?

Wir haben in der letzten Zeit viel investiert. Dies war und ist aber absolut notwendig, um die Pandemie einzudämmen. Ich bin aber froh, dass wir überhaupt öffnen durften.

Was denkst Du, wie es im in den nächsten Wochen weitergeht?

Wir müssen lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Dazu gehören auch die hohen Fallzahlen. Schwer wird es für uns alle, wenn die Corona-Pandemie außer Kontrolle gerät, was wir alle nicht hoffen. Ich denke aber, dass die überwiegende Anzahl der Menschen vernünftig handeln wird und die Zahl der Kontakte von sich aus beschränkt.

Vielen Dank für das Interview.

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