Abtei Tholey: Orgel feierlich geweiht

Mit einer Orgelweihe hat am Samstagabend die Festwoche zur Wiedereröffnung der Tholeyer Benediktinerabteikirche St. Mauritius begonnen.

Zweieinhalb Jahre lang war die Abteikirche in Tholey wegen umfangreicher Renovierungsmaßnahmen geschlossen. Seit dem Wochenende ist sie nun wieder offen und für jedermann zugänglich. Deutschlands ältestes Kloster feiert die Wiedereröffnung mit einer Festwoche (Das Programm finden Sie hier). Die Eröffnungswoche startete am Samstagabend mit der feierlichen Weihe der Orgel.  

Der „technische Neubau“ der Tholeyer Orgel war im Frühjahr dieses Jahres durch den saarländischen Orgelbauer Mayer (Heusweiler) in das barocke Gehäuse eingebaut worden. Der barocke Orgelprospekt stammt aus dem Jahr 1736 und wurde von Roman Benedikt Nollet aus Trier errichtet. Der Prospekt besteht aus einem Ensemble mit Brüstungswerk und Hauptwerkgehäuse.

Die neue Orgel ist die vierte Orgel, die in den vergangenen 280 Jahren in das barocke Gehäuse von Benedikt Nollet eingebaut wurde. Ziel des jetzigen Neubaus war es, die Technik der Orgel auf einen neuen Stand zu bringen sowie den höchsten spieltechnischen Ansprüchen gerecht zu werden.

Ansprache von Abt Mauritius Choriol: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat“

Abt Mauritius Choriol bei seiner Ansprache (Foto: Funck)

Abt Mauritius Choriol OSB sagte in seiner Ansprache, dass die Mönche voller Sehnsucht die Wiedereröffnung der Abteikirche erwartet hätten. „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat“, zitierte der Abt aus Psalm 118. 

Die Orgel, die „Königin unter den Musikinstrumenten“, strahle nun in neuem Glanz, stellte der Abt erfreut fest. Ein „großes Danke“ richtet er an die Unternehmerfamilie Meiser für die finanzielle Unterstützung und ihr persönliches Engagement: „Schön, dass es Sie gibt. Vergelt´s Gott!“. Der Abt dankte auch Bernhard Leonardy, der als Fachmann beratend zur Seite gestanden habe. Leonardy ist Kantor der Basilika St. Johann in Saarbrücken und Leiter der Musikfestspiele Saar. Einen weiteren Dank richtete Abt Mauritius an den Orgelbauer Mayer.

Man tue dies alles, um Gott näher zu kommen, so der Abt. Die Orgel stehe im Dienst der Liturgie.

Konzert mit Choralschola der Abtei und Bernhard Leonardy: „Orgelprospekt einer der schönsten der Welt“

Das Orgelkonzert konnte man auf einem Livestream verfolgen: Bernhard Leonardy an der Orgel (Screenshot)

Der Abend wurde musikalisch von Bernhard Leonardy (Orgel) und der Choralschola der Abtei unter der Leitung von Alfons Kreutzer gestaltet.

Die Choralschola stimmte nach über zweijähriger Renovierungspause wieder ihre gregorianischen Gesänge im Chor der Abteikirche an. Nach der Weihe durch den Abt erklang die neue Orgel im fast 300 Jahre alten Barockgehäuse. Bernhard Leonardy spielte unter anderem Johann Sebastian Bach (Präludium und Fuge in D BWV 532), Arvo Pärt (Annum per Annum), das Te Deum von Naji Hakim sowie César Franck (Prélude, Fugue, Variation op. 18) und den Boléro von Maurice Ravel. „Für mich ist dieser Orgelprospekt einer der schönsten der Welt. Es ist wirklich ein prachtvolles Gehäuse aus der Barockzeit“, sagte er.

Landrat Udo Recktenwald begeistert: „Kirche aus dem Dornröschenschlaf geküsst“

„Richter-Fenster im Blick, Orgel im Ohr, Weihrauch in der Nase“: Abteikirche Tholey (Foto: Funck)

Wegen der Corona-Pandemie konnten nur 70 Besucher an der Orgelweihe in der Kirche teilnehmen. Unter den Besuchern war auch ein begeisterter Landrat Udo Recktenwald. Auf Facebook schrieb er: „Die farbenfroh himmelwärts strebenden Fenster von Gerhard Richter im Blick, die kraftvollen Klänge der Orgel im Ohr, Weihrauch in der Nase und Gott im Herzen. Mit allen Sinnen. Emotional. Beeindruckend. Auch die Glasfenster von Mahbuba Maqsoodi.“ Besonders dankte Recktenwald der Unternehmerfamilie Meiser, die „mit großem Herzen geholfen“ hätte, „die Abtei und ihre wundervolle Kirche aus dem Dornröschenschlaf zu küssen.“ Weiter schrieb der Landrat: „Die Abtei ist ein religiöses, kulturelles und touristisches Ausrufezeichen der Region! Ein weiteres Beispiel für die bundesweite Beachtung des St. Wendeler Landes.“

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